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Deborah Birx Diese Ärztin konfrontiert Trump mit der Realität der Coronakrise

Deborah Birx organisiert im Weißen Haus den Kampf gegen die Pandemie – und nennt dabei unangenehme Fakten. US-Präsident Trump weiß: Attackiert er Birx, würde ihm das keine Sympathien bringen.
06.04.2020 - 14:28 Uhr 1 Kommentar
Deborah Birx: Auf diese Ärztin vertraut Trump in der Coronakrise
Deborah Birx

Washington Lange hat es nicht gedauert, bis eine US-Regionalzeitung ein altes Zitat von Deborah Birx im Archiv gefunden hatte. Vizepräsident Mike Pence hatte Birx Ende Februar gerade zur Koordinatorin der Corona-Taskforce des Weißen Hauses ernannt. „Ich mag Felsen, sie sind beständiger als Menschen“, wird Birx im Jahr 1972 zitiert. Da war Birx noch ein Teenager und hatte gerade einen Preis für ihr Wissenschaftsprojekt über Fossilien erhalten.

Wenn die mittlerweile 64-Jährige beim täglichen Briefing ihrer Taskforce hinter dem Rednerpult steht, verkörpert sie tatsächlich so etwas wie den Fels der Beständigkeit zwischen den anderen Protagonisten. Da ist zum einen der sprunghafte US-Präsident Donald Trump selbst.

Er nutzt das Briefing, das in den USA von allen wichtigen Nachrichtensendern übertragen wird, vor allem als Forum für seine Monologe. Sein Leitmotiv: Immer wieder betonen, wie er, Trump, die Coronagefahr frühzeitig erkannt und entschlossen bekämpft habe und wie die US-Wirtschaft unter ihm schon bald zu nie gekannter Blüte gelangen werde.

Dann ist da Pence, offizieller Leiter der Taskforce, vor allem aber Trumps Getreuer. Von seinem Chef lässt sich der Vize schon mal gutmütig dafür verspotten, dass er immer wieder die Tafel mit den Corona-Verhaltensregeln in die Kamera hält.

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    Birx ist vor solchen Attacken des Präsidenten sicher. Das liegt zum einen an ihrer Kompetenz als Medizinerin – und zum anderen am Ernst der Lage. Für das Osterwochenende erwartet Birx den Höhepunkt der Pandemie in den Metropolen New York, Detroit und New Orleans, den derzeitigen Corona-Epizentren in den USA.

    Obama setzte Birx noch ein

    Tausende, wenn nicht Zehntausende Amerikaner werden über das Osterwochenende am Coronavirus sterben. Trump weiß: Würde er angesichts dieser Lage Birx attackieren, könnte er damit keine Punkte sammeln.

    Birx gehört im Weißen Haus zu den wenigen politischen Überlebenden aus der Ära von Barack Obama. Trumps Vorgänger hatte die promovierte Internistin 2014 zur Koordinatorin der US-Regierung für den weltweiten Kampf gegen Aids ernannt.

    Zuvor hatte Birx als Wissenschaftlerin und Oberst im Dienst der US-Armee viele Jahre mit der Suche nach einem Impfstoff und auch mit Aufklärungskampagnen gegen Aids verbracht. Den Job als Corona-Koordinatorin hat sie nun zusätzlich übernommen.

    Eine enge Beziehung verbindet Birx mit einem anderen Mitglied der Corona-Taskforce: dem 79-jährigen Immunologen Anthony Fauci, für den Birx in den Achtzigerjahren gearbeitet hat und den sie bis heute als ihren Mentor bezeichnet.

    Ihr Meisterstück vollbrachten die beiden, glaubt man den Berichten von US-Medien, als sie Trump am letzten Märzwochenende in dessen Amtszimmer überzeugten, die Anti-Corona-Empfehlungen bis Ende April aufrechtzuerhalten. Ursprünglich hatte Trump bereits ab Ostern zur Normalität zurückkehren wollen, wozu ihn auch Wirtschaftsberater gedrängt hatten.

    Doch die beiden Mediziner präsentierten Trump eine Modellrechnung, wonach dann mit über zwei Millionen Corona-Toten in den USA zu rechnen sei.

    „Er hat die Daten verstanden“

    Anschließend schilderte Fauci den entscheidenden Moment in einem Interview mit CNN: „Dr. Birx und ich sind zusammen ins Oval Office gegangen und haben uns über den Schreibtisch gelehnt und gesagt, hier sind die Daten, wirf einen Blick darauf, und er hat draufgeschaut und sie verstanden.“

    Trump steht normalerweise nicht in dem Ruf, allzu bereitwillig auf wissenschaftliche Fakten zu hören oder abweichenden Meinungen gegenüber besonders aufgeschlossen zu sein. Dem Duo Birx und Fauci jedoch gelingt es bislang überraschend gut, Trump zu überzeugen. Umgekehrt achtet vor allem Birx sorgfältig darauf, Trump nicht vor laufender Kamera zu widersprechen.

    Wenn Birx nach einem turbulenten Tag im Weißen Haus zu ihrer Familie zurückkehrt, kann sie nicht unbedingt auf einen ruhigen Feierabend hoffen. Die Ärztin lebt in einem Haushalt zusammen mit ihrem Mann, ihrer erwachsenen Tochter, ihrem Schwiegersohn, ihren Enkelkindern und ihren hochbetagten Eltern. Entsprechend sorgfältig achtet Birx nach eigener Aussage bei sich auf kleinste Anzeichen einer möglichen Corona-Infektion.

    Mehr: Donald Trump wird für seine Politik via Social Media oft kritisiert. Jetzt scheint sie wirklich mal sinnvoll zu wirken. Ein Kommentar.

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    1 Kommentar zu "Deborah Birx: Diese Ärztin konfrontiert Trump mit der Realität der Coronakrise"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • erinnert mich an einen anderen menschlichen Felsen in der Brandung...das ist die Queen ...ihre Rede hat ebenfalls gesessen....ohne solche Felsen wäre die Menschheit sowieso schon Geschichte!

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