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Demokratiebewegung Wegen Protesten: Hongkong sagt städtisches Feuerwerk ab

In diesem Jahr wird es in Hongkong kein Silvesterfeuerwerk geben – aus Angst vor Protesten. Regierungschefin Lam beharrt unterdessen weiter auf Treue zu China.
31.12.2019 Update: 31.12.2019 - 18:38 Uhr Kommentieren
Weil die Hongkonger Polizei befürchtet, die Kontrolle über mögliche Proteste in der Silvesternacht zu verlieren, wurde das traditionelle Feuerwerk abgesagt. Quelle: dpa
Proteste in Hongkong

Weil die Hongkonger Polizei befürchtet, die Kontrolle über mögliche Proteste in der Silvesternacht zu verlieren, wurde das traditionelle Feuerwerk abgesagt.

(Foto: dpa)

Hongkong, Peking Wegen der anhaltenden Proteste feiert Hongkong dieses Silvester ohne Feuerwerk-Spektakel. Die Tourismusbehörde der chinesischen Sonderverwaltungsregion teilte am Dienstag mit, dass aus Sicherheitsgründen wegen erwarteter Protestaktionen auf das städtische Feuerwerk verzichtet werde. Die Absage sei in letzter Minute noch einmal bestätigt worden, hieß es, nachdem bereits Mitte Dezember über einen bevorstehenden Verzicht berichtet worden war.

Stattdessen wird eine spezielle Neujahrsversion der allabendlichen Lichtshow abgehalten. Es ist das erste Mal in der zehnjährigen Geschichte des Feuerwerks, dass das Spektakel vor der Skyline der Hafenstadt abgesagt wurde. Die Polizei hatte nach Presseberichten ihre Sorgen geäußert, bei anhaltenden Protesten am Silvesterabend nicht für Recht und Ordnung sorgen zu können.

Am Silvesterabend ist es zu vereinzelten Protestaktionen gekommen. Doch war die Lage weitgehend ruhig. In mehreren Bezirken formten Demonstranten Menschenketten und forderten Passanten auf, sich einer geplanten großen Demonstration am Neujahrstag anzuschließen. Auf den Straßen zeigte sich eine starke Polizeipräsenz. Maskierte Demonstranten blockierten vereinzelt Straßen, doch gingen die Einsatzkräfte sofort dagegen vor.

In seiner Neujahrsansprache forderte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping in Peking „Wohlstand und Stabilität“ in der chinesischen Sonderverwaltungsregion. „Ohne ein harmonisches und friedvolles Umfeld, wie kann es ein Zuhause geben, in dem die Menschen in Frieden und Zufriedenheit leben und arbeiten?“ Auf die Forderungen der Demonstranten nach mehr Demokratie und Selbstbestimmung ging der Präsident aber nicht ein.

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    Die seit einem halben Jahr anhaltenden Proteste gegen die Regierung, den Einfluss Pekings und für mehr Demokratie waren an Weihnachten wieder aufgeflammt. Es kam zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. Auch am Silvesterabend werden Protestaktionen erwartet. Am Neujahrstag ist eine große Demonstration geplant.

    Die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam hat sich in ihrer Ansprache zum Jahreswechsel zu den seit Monaten anhaltenden Protesten geäußert. „Die Lage hat Traurigkeit, Angst, Enttäuschung und sogar Wut hervorgerufen“, sagte sie am Dienstag. Lam versprach, 2020 soziale und wirtschaftliche Probleme zu bekämpfen. Sie werde „demütig zuhören“, um zu einem Ende der Proteste beizutragen. 2019 habe es „nie zuvor gesehene Herausforderungen“ gegeben.

    Lam beharrte auf dem Grundsatz „ein Land, zwei Systeme“, nach dem Peking seit 1997 die ehemalige britische Kolonie regiert und daher nicht duldet, dass die oberste Herrschaft der Kommunistischen Partei in Frage gestellt wird.

    Während das Feuerwerk in der früheren britischen Kronkolonie bislang eine Touristenattraktion war, wird der Jahreswechsel in China ansonsten sehr ruhig begangen. Der Neujahrstag ist zwar auch ein Feiertag, doch feiern die meisten Chinesen nicht an Silvester. Nur in den Städten gehen eher jüngere Menschen gemeinsam aus. Auch gibt es Partys in großen Hotels.

    Richtig gefeiert wird in China erst am 25. Januar, wenn nach dem traditionellen chinesischen Mondkalender das neue Jahr eingeläutet wird – diesmal das Jahr der Ratte. Zwar herrscht in vielen Metropolen Chinas aus Brandschutz- und Sicherheitsgründen ein Feuerwerksverbot, doch wird auf dem Lande heftig geknallt.

    „Die Festland-Chinesen verstehen uns nicht, sie leben in einer Diktatur“

    Mehr: Die Lage in der chinesischen Sonderverwaltungszone bleibt angespannt. Vor Hongkong liegt ein weiteres unsicheres Jahr, meint Handelsblatt-Korrespondentin Dana Heide.

    • dpa
    • ap
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