Demonstration Londons Bürgermeister Khan verteidigt Protest mit Trump-Baby

Sadiq Khan will nicht die Meinungsfreiheit einschränken, weil sich ein Politiker „auf den Schlips getreten fühlt“: Der sechs Meter hohe Trump-Ballon bleibt.
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Aktivisten ließen am Morgen den etwa sechs Meter hohen Ballon über dem Parliament Square aufsteigen. Quelle: Reuters
Baby-Trump

Aktivisten ließen am Morgen den etwa sechs Meter hohen Ballon über dem Parliament Square aufsteigen.

(Foto: Reuters)

LondonDer Londoner Bürgermeister Sadiq Khan hat am Freitag die Genehmigung eines satirischen Protest gegen US-Präsident Donald Trump verteidigt. Aktivisten ließen am Morgen einen etwa sechs Meter hohen Ballon In form eines Trump-Babys in Windeln über dem Parliament Square aufsteigen. Kritiker hatten den Ballon als beleidigend gegenüber Trump empfunden und gefordert, die Aktion zu unterbinden.

„Ehrlich gesagt, ist die Idee, dass wir das Recht auf Meinungsfreiheit einschränken, weil sich ein ausländischer Politiker auf den Schlips getreten fühlen könnte, ein Gang am Abgrund“, sagte Khan dem BBC-Radio am Freitag.

Trump hatte Khan zuvor in einem Interview mit der „Sun“ heftig angegriffen und indirekt für Terroranschläge und Kriminalität in der britischen Hauptstadt verantwortlich gemacht. „Ich denke, dass er einen sehr schlechten Job beim Terrorismus gemacht hat, einen sehr schlechten Job bei der Kriminalität“, sagte Trump.

Donald Trump schwebt als Baby über London
Trump in London
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6 Meter groß ist Trump Karikatur, die aktuell über der Londoner Innenstadt fliegt.

Gegen den Staatsbesuch
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Briten demonstrieren nicht nur gegen Trump, sondern auch gegen den Entschluss der eigenen Regierung, ihn in Großbritannien zu empfangen.

Trump in der Luft
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Donald Trumps Staatsbesuch in Großbritannien ist extra so geplant, dass der US-Präsident Protesten in der Innenstadt Londons aus dem Weg gehen kann. Diesen Heißluftballon sollte er aber trotzdem nicht übersehen. Zwei Stunden lang wird er über London fliegen und die Demonstrationen am Boden begleiten.

Riesenbaby
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Der Ballon zeigt Trump als Baby in Windeln, aber mit dem Twitter-Smartphone im Anschlag. Die Figur ist gut 6 Meter hoch. Fast 2 Millionen Menschen haben nach Angaben der Organisatoren bis heute eine Online-Petition für den Start des Ballons unterschrieben. Nach 10.000 Unterschriften erteile Londons Bürgermeister Sadiq Khan schließlich die ungewöhnliche Erlaubnis. Er hatte Trumps Besuch im Vorfeld scharf kritisiert, besonders auf Grund von Trumps Twitter-Äußerungen zu den Terroranschlägen in London im letzten Jahr.

Demonstrationen
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Zwischen den Demonstranten landete der Ballon auf dem Parliament Square.

Parliament Square
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Dort wurde er fest montiert.

Protest
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Initiator der Protestaktion ist Leo Murray, ein britischer Aktivist und Enkelsohn des Labour-Politikers Anthony Greenwood. Gegenüber CNN sagt er, er wolle mit Trump in „einer Sprache sprechen, die er versteht.“ Kritik, diese Karikatur des US-Präsidenten ginge unter die Gürtellinie, wies er zurück: Trump habe selbst eine Atmosphäre geschaffen, in der „die normalen diplomatischen Regeln nicht mehr gelten.“ Per Crowdfunding sammelte Murray mehr als 30.000 Pfund für die Aktion ein. Organisatoren äußerten sogar die Hoffnung, mit dem Ballon bald auf Welt-Tour gehen zu können.

Bei Protesten gegen den mehrtägigen Besuch Trumps werden am Freitag in London bis zu 100 000 Menschen erwartet. Für Samstag haben auch Trump-Unterstützer eine Demo angekündigt. Erwartet werden dazu auch Unterstützer des inhaftierten Rechtsextremisten Tommy Robinson. Die Polizei erließ dafür strenge Auflagen. Bei einer ähnlichen Demo im Juni war es in London zu Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften gekommen.

Das Trump-Baby soll den US-Präsidenten nach Angaben von Aktivisten auch nach Schottland begleiten. Die Organisatoren des Protests hätten einen Antrag gestellt, den Ballon nahe Trumps Golf-Resort fliegen zu lassen, wo Trump das Wochenende verbringt.

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  • dpa
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