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Demonstrationen Die Gewalt eskaliert wieder in Hongkong

Erneut haben Polizisten in Hongkong mit scharfer Munition auf Protestierende geschossen. In Teilen der Stadt kam es zu chaotischen Zuständen.
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Medizinische Freiwillige helfen einem verletzten Mann, nachdem er bei einem Zusammenstoß zwischen Demonstranten und Polizisten angegriffen wurde.
Hongkong

Medizinische Freiwillige helfen einem verletzten Mann, nachdem er bei einem Zusammenstoß zwischen Demonstranten und Polizisten angegriffen wurde.

Peking Die Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und der Hongkonger Polizei sind wieder gewalttätiger geworden. Am Morgen schoss ein Polizist aus nächster Nähe mit scharfer Munition auf Demonstrierende. Ein Video des Vorfalls zeigt, wie der Polizist an einer Kreuzung nur wenige Meter entfernt auf den Oberkörper eines unbewaffneten jungen Mannes schießt. Der Mann musste ins Krankenhaus gebracht werden und befindet sich in einem kritischen Zustand.

Die Hongkonger Polizei bestätigte den Vorfall. Auch an zwei weiteren Orten in der Stadt hätten Beamte am Montag ihre Dienstwaffen gezogen. Verantwortlich dafür seien die illegalen Taten der „Randalierer“ gewesen, so die Polizei.

Seit Anfang Oktober das erste Mal ein Polizist aus nächster Nähe mit scharfer Munition auf einen Protestierenden geschossen hatte, häufen sich die Berichte über Polizeigewalt. Ebenfalls am Montagmorgen fuhr ein Polizist mit einem Motorrad mehrfach gezielt in eine Gruppe Demonstrierender. Die Hongkonger Polizei teilte später mit, dass der Mann vom Dienst suspendiert worden sei.

Auf sozialen Netzwerken wurde zudem ein Video geteilt, das einen aufgebrachten älteren Mann in Zivilkleidung zeigt. Nach einem Streit mit einer Gruppe junger Protestierender eskaliert die Situation. Ein Mann überschüttet ihn zunächst mit einem Brandbeschleuniger und zündet ihn dann an.

Über den ganzen Montag eskalierten die Proteste an verschiedenen Stellen Hongkongs. Radikale Demonstranten beschädigten U-Bahn-Stationen, blockierten Straßen, legten Feuer und warfen Pflastersteine. Die Polizei setzte Gummigeschosse und Tränengas ein. Der öffentliche Nahverkehr wurde zeitweise ausgesetzt oder umgeleitet. Die meisten Universitäten und auch einige Bankfilialen blieben geschlossen.

Polizei schießt mit scharfer Munition auf Demonstranten

Die Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungszone laufen bereits seit mehr als fünf Monaten. Auch am Wochenende war es bereits zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Am Freitag erlag ein Protestierender seinen Verletzungen, nachdem er aus einem Parkhaus gestürzt war. Entzündet hatten sich die Proteste Anfang Juni an einem Entwurf für ein Auslieferungsgesetz, das es ermöglicht hätte, Verdächtige nach Festland-China zu überstellen. Inzwischen hat die Hongkonger Regierung das Gesetz formell zurückgenommen.

Doch aus dem Protest ist längst eine Bewegung gegen den Einfluss Pekings geworden. Die ehemalige britische Kronkolonie Hongkong wird autonom regiert und hat im Gegensatz zu China ein funktionierendes Rechtssystem, es herrscht Meinungs- und Pressefreiheit.

Die Demonstranten fühlen sich von der von Peking eingesetzten Regierungschefin Carrie Lam nicht vertreten und fordern freie Wahlen. Zudem bestehen sie auf einer unabhängigen Untersuchung des Vorgehens der Polizei sowie Straffreiheit für die mehr als 2 000 im Zuge der Proteste Festgenommenen.

Am Montagabend trat die umstrittene Hongkonger Regierungschefin, deren Rücktritt die Demonstranten fordern, vor die Presse und rief zu einem Ende der „gewalttätigen Proteste“ auf.

Die Demonstrationen wirken sich auch immer mehr auf die Wirtschaft in Hongkong aus, die inzwischen in eine Rezession gerutscht ist. Vor allem der Einzelhandel und die Tourismusbranche sind betroffen.

Mehr: Kommentar – Ein militärisches Eingreifen China in Hongkong würde dem Finanzplatz schaden.

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