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Demonstrationen Hongkonger Flughafen erneut zeitweise von Protestlern belagert

Nach schweren Zusammenstößen mit der Polizei am Vortag haben sich die Proteste in Hongkong am Sonntag trotz eines gerichtlichen Verbots zum Airport verlagert.
Update: 01.09.2019 - 12:36 Uhr Kommentieren
Die Protestler verlassen den Flughafen wieder, nachdem dort Bereitschaftspolizisten eingetroffen sind. Quelle: dpa
Demonstranten am Flughafen in Hongkong

Die Protestler verlassen den Flughafen wieder, nachdem dort Bereitschaftspolizisten eingetroffen sind.

(Foto: dpa)

Hongkong Einen Tag nach den schweren Ausschreitungen in Hongkong ist es am Sonntag zu neuen Zwischenfällen am internationalen Flughafen der Hafenstadt gekommen. Tausende Demonstranten belagerten etwa drei Stunden lang den Flughafen von außen und behinderten den normalen Betrieb des internationalen Drehkreuzes in Asien. Es wurden Flugverspätungen erwartet.

Der Zugservice zum Flughafen wurde in beide Richtungen ausgesetzt. Reisende, die noch mit Bussen ankamen, wurden weit außerhalb des Flughafens abgesetzt und mussten mit ihrem Gepäck den restlichen Weg zum Terminal laufen. Auch die Zubringerstraßen waren verstopft.

Ein Großaufgebot verriegelte die Zugänge zum Flughafen der chinesischen Sonderverwaltungsregion. Nur Reisende mit Flugscheinen und Ausweisen wurden eingelassen. Als Verstärkung mit Spezialkräften eintraf, zogen die Demonstranten am Nachmittag Ortszeit allerdings wieder ab.

Mehrere Hundert Aktivisten, darunter viele mit Atemschutzmasken und Brillen gegen Tränengas, bewegten sich zu Fuß in Richtung der drei Kilometer entfernt gelegenen nächsten U-Bahnstation Tung Chung. Die Demonstranten hinterließen Barrikaden aus Gepäckwagen.

Sie zerstörten außerdem Überwachungskameras und Lampen mit Metallstangen und zerstörten Drehkreuze. Die Polizei nahm mehrere Menschen fest. Der Flughafen Chek Lap Kok wurde gegen Ende der britischen Herrschaft auf einer vorgelagerten Insel errichtet und ist über eine Reihe von Brücken zu erreichen. Er zählt zu den Flughäfen mit dem größten Verkehrsaufkommen auf der Welt.

Bereitschaftskräfte patrouillieren vor dem Flughafen. Quelle: dpa
Polizeiaufmarsch am Airport Hongkong

Bereitschaftskräfte patrouillieren vor dem Flughafen.

(Foto: dpa)
Der Zugservice zum Flughafen wurde in beide Richtungen ausgesetzt. Reisende mussten mit ihrem Gepäck teils weite Wege zum Terminal laufen. Quelle: dpa
Proteste in Hongkong

Der Zugservice zum Flughafen wurde in beide Richtungen ausgesetzt. Reisende mussten mit ihrem Gepäck teils weite Wege zum Terminal laufen.

(Foto: dpa)

Um die internationale Aufmerksamkeit auf die Protestbewegung zu lenken, hatten die Demonstranten bereits wiederholt versucht, den Flugbetrieb zu stören. Schon vor drei Wochen hatten Aktivisten den Flughafen belagert, so dass der Flugbetrieb an zwei Tagen vorübergehend gestoppt werden musste. Vergangenes Wochenende hatten die Behörden einen Gerichtsbeschluss erwirkt, der Proteste am Flughafen untersagt.

Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten

Am Samstag war es in der chinesischen Sonderverwaltungsregion zu schweren Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen, die bis in den späten Abend andauerten. Mindestens 41 Personen wurden verletzt, darunter fünf Männer schwer, wie die „South China Morning Post“ berichtete.

Polizisten waren mit Tränengas und Wasserwerfer gegen Teilnehmer einer Kundgebung vor dem Hauptquartier der Volksbefreiungsarmee und dem Sitz der China-freundlichen Hongkonger Regierung vorgegangen. Einige der Demonstranten hatten Einsatzkräfte mit Molotowcocktails oder Steinen beworfen.

Schwere Zusammenstöße von Polizei und Demonstranten in Hongkong

In Hongkong gehen seit mehr als drei Monaten Tausende Menschen gegen eine zunehmende Einflussnahme Chinas in der früheren britischen Kronkolonie auf die Straße. Sie fürchten eine Beschneidung ihrer Rechte und werfen Regierungschefin Carrie Lam eine zu große Nähe zur kommunistischen Regierung in Peking vor.

Die frühere britische Kronkolonie Hongkong ist seit 1997 chinesische Sonderverwaltungszone, deren Einwohner größere persönliche Freiheiten genießen als in der Volksrepublik.

Mehr: Trotz Verbots gehen Tausende Hongkonger auf die Straße, es kommt zu Ausschreitungen. Unterdessen verlegt China neue Truppen an die Grenze zu Hongkong.

  • dpa
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