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Demonstrationen Rund 240 Verletzte bei Ausschreitungen in Georgien – Parlamentspräsident tritt ab

Zahlreiche Menschen haben in Georgien gegen den Einfluss Russlands im Land demonstriert. Der Parlamentspräsident hat nun seinen Rücktritt eingereicht.
Update: 21.06.2019 - 11:58 Uhr Kommentieren
Während Demonstrationen in Tiflif kam es zu massiven Ausschreitungen. Quelle: dpa
Demonstranten in Georgien

Während Demonstrationen in Tiflif kam es zu massiven Ausschreitungen.

(Foto: dpa)

Tiflis Bei Ausschreitungen in der georgischen Hauptstadt Tiflis sind rund 240 Menschen verletzt worden. 102 Menschen würden in Krankenhäusern behandelt, teilte das Gesundheitsministerium der Ex-Sowjetrepublik am Freitag lokalen Medienberichten zufolge mit.

Unter den Verletzten sind den Angaben zufolge 80 Polizisten. Zunächst war von weit weniger Verwundeten bei den Protesten vor dem Parlamentsgebäude ausgegangen worden.

Tausende Demonstranten hatten in der Nacht zum Freitag versucht, das Parlament zu stürmen. Sicherheitskräfte hinderten sie daran. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Die Rede war auch von Gummigeschossen.

Außerdem verlangten die Demonstranten den Rücktritt von Parlamentspräsident Irakli Kobachidse, eine Forderung, der dieser am Freitag nachkam.

Auslöser für die Unruhen war der Besuch einer russischen Delegation bei einer Tagung im Parlament der Südkaukasus-Republik. Dabei hielt Sergej Gawrilow, Duma-Abgeordneter der kommunistischen Partei, eine Rede vom Platz des Parlamentspräsidenten. Das empörte die Opposition, die zu Protesten aufrief. Auch für Freitagabend waren Demonstrationen in Tiflis geplant.

Georgien strebt in die EU und in die Nato. Das Verhältnis zum Nachbarn Russland ist zerrüttet. 2008 gab es einen Krieg. Dabei verlor die Südkaukasusrepublik ihre abtrünnigen Gebiete Abchasien und Südossetien. Russland erkennt beide trotz internationaler Kritik als unabhängige Staaten an.

Der führende Oppositionelle Grigol Waschadse rief seine Anhänger für Freitagabend wieder zu Protesten vor das Parlament. Staatspräsidentin Salome Surabischwili, die in einer Stichwahl im vergangenen November gegen Waschadse gewonnen hatte, kehrte vorzeitig von einer Reise zurück, die sie nach Weißrussland unternommen hatte.

Der Kreml hat sich nach den Ausschreitungen in der früheren Sowjetrepublik Georgien besorgt gezeigt. „Alles, was gestern in Georgien geschah, ist nichts anderes als eine russophobe Provokation“, sagte Sprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. Besorgniserregend seien auch aggressive Ausfälle gegenüber Bürgern Russlands, deren persönliche Sicherheit gefährdet gewesen sei.

Viele Russen würden Urlaub in der Südkaukasus-Republik machen, sagte Peskow. Deshalb bereite Russophobie große Sorgen. Das Verhältnis zwischen beiden Ländern ist zerrüttet.

Mehr: Angela Merkel erklärt in Tiflis, dass Georgien ein sicheres Herkunftsland sei. Der Kaukasusstaat will EU und Nato beitreten.

  • dpa
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