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„Demütigung für das Land“ Iraner streiten über Atomvertrag

Nicht nur in den USA, auch im Iran wird heftig über das Atom-Abkommen gestritten. Der iranische Ex-Chefunterhändler Dschalili keilt gegen seinen Nachfolger Salehi: Die Vereinbarungen seien eine „Demütigung“ für das Land.
12.09.2015 - 12:37 Uhr
Der iranische Vizepräsident und Chef der Atombehörde des Landes, Ali Akbar Salehi, ist zufrieden mit den Verhandlungsergebnissen – anders als sein Vorgänger Said Dschalili. Quelle: ap
Salehi verteidigt sich

Der iranische Vizepräsident und Chef der Atombehörde des Landes, Ali Akbar Salehi, ist zufrieden mit den Verhandlungsergebnissen – anders als sein Vorgänger Said Dschalili.

(Foto: ap)

Teheran Der internationale Atomvertrag mit dem Iran ist nicht nur im US-Kongress heftig umstritten, sondern auch im Iran selbst. Der frühere iranische Atomchefunterhändler Said Dschalili wertete das Atomabkommen vom 14. Juli als „Demütigung“ für den Iran. Daraufhin machte der aktuelle Vizepräsident und Atomchef Ali Akbar Salehi die Atompolitik seiner Vorgänger für die Probleme der Iraner verantwortlich. „Der kompromisslose Widerstand des Atomteams damals (gegen die Weltmächte) führte nur zum Leid von 80 Millionen“ Iranern, sagte Ali Akbar Salehi der Tageszeitung „Schargh“ (Samstag).

Die Vereinbarung erlaubt dem Iran ein eingeschränktes ziviles Atomprogramm, aber nicht den Bau einer Atombombe. Sie sieht zudem die Normalisierung der bisher von Sanktionen eingeschränkten Wirtschaftsbeziehungen mit Teheran vor.

Dschalili hatte im Auftrag des damaligen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad von 2007 und 2013 die Atomverhandlungen mit den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland (5+1) geführt. Während seiner Zeit verhängten die UN, die USA und die EU diverse Sanktionen gegen den Iran. Die führten zu einer ernsthaften Wirtschaftskrise im ölreichen Land. Die Inflation stieg damals bis auf 40 Prozent, die Landeswährung verlor zeitweise die Hälfte ihres Wertes.

Nun behauptet Dschalili, dass die 5+1 schon damals der Aufhebung der Wirtschaftssanktionen zugestimmt hätten. Er und sein Team hätten aber keine technischen Kompromisse eingehen wollen. „Wenn das so ist, dann hat Dschalili bestimmt auch Dokumente dafür“, sagte Salehi. Von solch einer Zustimmung wisse er nichts, obwohl er selbst damals Außenminister gewesen sei.

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    (Foto: dpa)
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    Die Erwartungen wachsen allerdings nicht in den Himmel: Vor den Sanktionen 2005 importierte der Iran Waren „Made in Germany“ im Wert von nur rund 4,4 Milliarden Euro. 2014 waren es weniger als 2,4 Milliarden – Rang 50 der deutschen Handelspartner. Am deutlichsten gelitten hätten vor allem Maschinen- und Fahrzeugexporte, schreibt der Deutsche-Bank-Experte Heiko Peters.

    (Foto: ap)
    Siemens
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    „Wir reden hier über 80 Millionen Menschen, die Energieversorgung benötigen, die natürlich auch Gesundheitsversorgung brauchen, die im Öl- und Gasgeschäft wieder auf die Beine kommen wollen“, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser. Chancen habe der Elektrokonzern durchaus. Ab 2010 hatte Siemens keine neuen Aufträge aus dem Iran mehr angenommen – das Umsatzvolumen wurde damals auf rund eine halbe Milliarde Euro beziffert.

    (Foto: dpa)
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    (Foto: dpa)
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    (Foto: dpa)
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    Auch Softwarekonzerne stehen im Iran in den Startlöchern. SAP-Finanzchef Luka Mucic meint: „Der Iran kann für uns ein sehr interessanter Markt werden. Historisch haben wir im Iran eine Industriestruktur, die uns bei SAP entgegenkommt, eine starke Öl- und Gasindustrie etwa.“

    (Foto: dpa)
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    Unter den Finanzunternehmen verspricht sich der weltgrößte Rückversicherer Munich Re einiges. „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird der Rückversicherer dort eine Rolle spielen“, sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard.

    (Foto: dpa)
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