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Deutsch-dänisches Verhältnis Grenzkontrollen schaffen Grenzen im Kopf

Deutschland ist gegen die umstrittenen dänischen Grenzkontrollen. Das bringt auch das Verhältnis der Dänen zum südlichen Nachbarn auf die Tagesordnung. Kopenhagener Rechtspopulisten spielen dabei gern die Nazi-Karte.
04.07.2011 - 14:39 Uhr 4 Kommentare
Deutschland kritisiert die Grenzkontroll-Pläne der Kopenhagener Regierung kräftig. Quelle: dpa

Deutschland kritisiert die Grenzkontroll-Pläne der Kopenhagener Regierung kräftig.

(Foto: dpa)

Kopenhagen. Die Dänen machen sich wieder Gedanken über ihren großen südlichen Nachbarn. Seit aus Deutschland kräftige Kritik an den Grenzkontroll-Plänen der Kopenhagener Regierung gekommen ist, gehen die Wogen in den Medien hoch: Während die Deutschen für die einen eine „neurotische Nation“ mit endloser Selbstbespiegelung aufgrund ihrer Nazi-Vergangenheit sind, verteidigen andere leidenschaftlich das moderne Deutschland als „faszinierend“ und „bewundernswertes Musterbeispiel“ für die Verarbeitung eines historischen Traumas.

Schärfe in die Debatte gebracht hat vor allem die rechtspopulistische DVP, die auch Initiatorin der neuen permanenten Zollkontrollen an Dänemarks Grenzen zu Deutschland und Schweden war. Parteichefin Pia Kjærsgaard hielt in „Politiken“ dem deutschen Botschafter in Kopenhagen, Christoph Jessen, auf dessen Kritik an den Kontrollen vor, das sei doch „putzig aus einem Land, dessen Geschichte reichlich gefühlsbetonten Nationalismus mit traurigen Konsequenzen geboten hat“.

Kjærsgaards Parteikollege Jesper Langballe legte noch einen drauf und bezeichnete Deutschland als „neurotische Nation, die beständig von den Schatten ihrer Vergangenheit verfolgt wird“. Die „tyskerkort“ („Deutschenkarte“) nennt man das in Dänemark, wenn bei einer Debatte über den Nachbarn die Nazi-Vergangenheit ins Spiel gebracht wird. Dass die Rechtspopulisten, immerhin seit knapp zehn Jahren einflussreiche Mehrheitsbeschaffer für die Kopenhagener Regierung, dies jetzt so massiv taten, löste auch im Regierungslager selbst kräftige Reaktionen aus.

Deutschland sei ein „ganz normaler Nachbar“, schrieb Klima- und Energieministerin Lykke Friis in „Berlingske Tidende“. Die bekennende Bayern-München-Anhängerin attestierte dem „modernen Deutschland“, dass es sich zunehmend normal als europäische Macht aufführe, nachdem man durch „intensive Gruppentherapie in strukturierter Form die Geschichte verarbeitet und Lehren daraus gezogen hat“.

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    Friis verwies begeistert auf die Lust der Dänen auf Berlin, auf junge Landsleute, die Deutschland dieser Tage als „obercool“ einstufen: „Das ist charakteristisch für das gute deutsch-dänische Verhältnis.“ Die rechtsliberale Zeitung „Jyllands-Posten“ (Aarhus) sah es ähnlich: „Deutschlands Auftreten in europäischer Regie und die Aufarbeitung der eigenen Geschichte sind von A bis Z bewundernswert und ein Musterbeispiel dafür, dass man sich mit dem Willen dazu auch aus dem größten geschichtlichen Trauma herausarbeiten kann.“ Sepp Piontek, deutscher Ex-Bundesligaprofi und als Nationaltrainer seit 1979 nach Dänemark gekommen, hält die „Volksmeinung“ zu dieser Kontroverse für völlig eindeutig: „Alle Leute hier finden es total dumm, die Nazi-Vergangenheit wieder vorzukramen.“ Ihre antideutsche Tonlage werde die Rechtspopulisten bei den bald anstehenden Wahlen sehr viele Stimmen kosten. Piontek meint weiter: „Das deutsch-dänische Verhältnis ist so gut wie nie. Man kann ja über mehr Kontrollen gegen kriminelle Banden reden, die hierherkommen. Aber Grenzen dicht machen hilft da nicht.“

     

    • dpa
    • Thomas Borchert
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    Mehr zu: Deutsch-dänisches Verhältnis - Grenzkontrollen schaffen Grenzen im Kopf
    4 Kommentare zu "Deutsch-dänisches Verhältnis: Grenzkontrollen schaffen Grenzen im Kopf"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Grnezkontrollen erhöhen die Sicherheit im Land!

      Als die Grenzkrontrollen abgeschafft wurden, da haben nicht nur Politiker, sondern auch das organisierte Verbrechen die Sektkorken knallen lassen.

      Grenzkontrollen sind asolut sinnvoll, um das organisiere Verbrechen, Diebes- und Schleuserbanden zu bekämpfen. Für viel mehr Sicherheit nehme ich gerne etwas Wartezeit beim Urlaub in Kauf.

      Wegen lächerlicher EUdSSR-Visionen auf Sicherheit zu verzichten, ist Schwachsinn!

    • Das Abschaffen der Grenzkontrollen in der EU war uns ist Quatsch. Selbst zwischen US-Bundesstaaten wird teilweise kontrolliert - so z.B. zwischen Nevada und Kalifornien, um illegale Einwanderer oder unerlaubte Waffenkäufe aufzuspüren.

    • Recht haben die Dänen. Ich kann nur hoffen das unsere Politiker das endlich mal einsehen, das bei uns jede Menge Illegale und Kriminelle einreisen und sich hier Sozialhilfe erschleichen. Es muß jetzt endlich mal Schluss sein mit dem dämlichen aufarbeiten der Nazizeit. Ich bin spaäter geboren und fühle mich hieran nicht schuldig, wie man es uns seit Jahren einzureden versucht.

    • Die Dänen haben doch Recht. Unsre linke Klasse im Land und das sind eigentlich alle Parteien, suhlen sich doch geradezu im Nazi-Unrecht.
      66 Jahre nach Ende des 2. WK wärmen sie es immer wieder auf und pflegen den Schuldkult.
      Allmählich wirkt das lächerlich und die Gefahr besteht, dass es irgendwann nach hinten los geht.
      Ich habe keine Probleme meinen Paß an der dänischen Grnze zu zeigen.
      Also sollten unsere Politker aufhören zu geifern
      Es sind nicht alle Länder so dämlich wie Deutschland und lassen die ganzen Verbrecher aus Europa ins Land und hätscheln sie dann auch noch
      Ich hoffe, dass noch mehr Länder folgen. Denn die völligen Grenzöffnungen waren ein absoluter Blödsinn

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