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Die aktuelle Lage Kampf ums Weiße Haus ist entschieden – Biden gibt sich versöhnlich, Trump stellt sich als Opfer dar

Noch sind nicht alle Bundesstaaten ausgezählt – doch Donald Trump kann Joe Biden nicht mehr einholen. Ein Thema will der neue Präsident schon vor Amtseinführung angehen.
08.11.2020 - 07:12 Uhr Kommentieren
Donald Trump muss aus dem Weißen Haus ausziehen. Quelle: dpa
Washington D.C.

Donald Trump muss aus dem Weißen Haus ausziehen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Joe Biden und Kamala Harris haben die US-Präsidentschaftswahlen 2020 gewonnen. Am frühen Abend deutscher Zeit erklärten die Nachrichtenagentur AP und alle großen TV-Sender den Demokraten zum Sieger. Laut CNN-Zahlen kommt Biden aktuell auf 279 Wahlmännerstimmen – die entscheidende Schwelle liegt bei 270. Donald Trump kommt derzeit auf 214 Wahlmännerstimmen.

Auf der Zielgeraden hatte sich die Auszählung in die Länge gezogen, da in mehreren Bundesstaaten beide Kandidaten eng beieinander lagen und noch zahlreiche Briefwahlstimmen ausgewertet werden mussten.

Mit diesen Stimmen konnte Biden in einigen Staaten Trump erst abfangen und dann seine Führung Stimme für Stimme ausbauen. Dennoch hielten sich die Sender lange zurück, bevor sie einen Sieger ausriefen.

Der Moment der Entscheidung

Es war der umkämpfte Industriestaat Pennsylvania, der Biden über die Ziellinie brachte. Um 11:24 Uhr Ortszeit – 17:24 Uhr in Deutschland – erklärten zunächst CNN, gefolgt von der Nachrichtenagentur AP und schließlich von allen großen TV-Sendern den Demokraten zum Sieger des Bundesstaates, nachdem ein wichtiger Bezirk neue Auszählungsergebnisse veröffentlicht hatte.

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    Biden konnte damit seine Führung in dem Staat ausbauen, in dem er einen Teil seiner Kindheit verbracht hatte. Das reichte für die Hochrechnungen, um Biden zum Gewinner zu erklären. Wenig später schloss sich auch der eigentlich Trump-freundliche Sender „Fox News“ den Prognosen an und erklärte Biden zum Gewinner.

    >> Lesen Sie hier unser großes Porträt über den Wahlsieger Biden und hier über die Wahlsiegerin Harris

    Welche Staaten noch offen sind

    Nach Pennsylvania wurde auch Nevada Joe Biden zugeschlagen. Während der Demokrat in Arizona zunächst von „Fox News“ und dann von AP schon frühzeitig zum Sieger erklärt wurde, halten sich andere Sender zurück. Für CNN sind diese Staaten noch offen: Georgia, North Carolina, Arizona, Alaska. So ist dort der aktuelle Stand:

    • In Georgia liegt Biden mit 9.160 Stimmen vor Trump
    • In North Carolina führt Trump mit 75.407 Stimmen
    • In Arizona ist Biden mit 18.610 Stimmen in Führung
    • In Alaska führt Trump deutlich mit 51.382 Stimmen

    Das sagte der Sieger...

    In seinem ersten Auftritt nach der Verkündung ließ Joe Biden Kritik an Trumps aggressivem Stil durchblicken und gab sich zugleich versöhnlich. „Ich verspreche, ein Präsident zu sein, der danach strebt, nicht zu spalten, sondern zu einen“, sagte Biden am Samstagabend (Ortszeit) in der Siegesrede in seinem Wohnort Wilmington im Bundesstaat Delaware.

    Trumps Anhänger bat er, ihm eine Chance zu geben, um gemeinsam für ein besseres Amerika zu arbeiten. Er sei als Demokrat gewählt worden, aber er werde der Präsident des ganzen Landes sein und „genauso hart für alle arbeiten, die mich nicht gewählt haben“, versprach Biden. „Es ist Zeit, die harsche Rhetorik beiseite zu legen“, forderte Biden. „Geben wir uns gegenseitig eine Chance“, sagte er. „Lasst uns diese düstere Ära der Dämonisierung hier und jetzt zu Ende gehen lassen“, sagte Biden.

    >> Lesen Sie hier den Bericht von unserer US-Korrespondentin Astrid Dörner

    ... und so reagierte der Verlierer

    Donald Trump stellt sich dagegen als weiter Opfer eines systematischen Wahlbetrugs dar, ohne dafür stichhaltige Beweise vorzulegen. Er sieht sich als legitimer Sieger der Wahl. „Die simple Tatsache ist, diese Wahl ist bei weitem nicht vorüber“, teilte Trump am Samstag mit. „Ab Montag wird unser Wahlkampfteam damit anfangen, unseren Fall vor Gericht zu betreiben um sicherzustellen, dass die Wahlgesetze vollständig eingehalten werden und der rechtmäßige Sieger ins Amt gelangt“.

    Mit Hilfe seiner Anwälte will Trump seine Niederlage also noch abwenden. Die Erfolgsaussichten gelten aber als extrem gering. Anders als üblich verzichtete Trump daher auch darauf, den Gewinner anzurufen und seine Niederlage einzugestehen.

    >> Lesen Sie hier den Bericht von unserer US-Korrespondentin Katharina Kort

    Wie verhalten sich die US-Bürger

    Aus allen Teilen Amerikas und der ganzen Welt gingen Glückwünsche an Biden und Harris ein. In zahlreichen US-Städten strömten Bidens Anhänger aus ihren Häusern, nachdem der Sieg feststand. Im New Yorker Stadtteil Brooklyn brachen Hupkonzerte aus, in Washington tanzten Menschen auf ihren Balkonen. Manche hatten Freudentränen im Gesicht. Doch auch Trump-Anhänger zogen auf die Straßen. In Michigan forderten etwa 200 Unterstützer des Republikaners in Lansing eine Neuauszählung der Stimmen, in Atlanta fanden sich etwa 1000 Trump-Anhänger vor dem Kapitol des umkämpften Südstaats Georgia ein. Berichte über Gewalt lagen nicht vor.

    >> Sehen Sie hier wie unsere Korrespondenten in New York, Washington und San Francisco die spontanen Feiern erlebt haben

    Bidens erste Entscheidung

    Der designierte US-Präsident Joe Biden hat einen Fahrplan für den Umgang mit der Coronavirus-Pandemie angekündigt. Er werde als erstes wissenschaftliche Berater und Experten benennen, die die Antwort auf die Pandemie anführen sollen, sagte Biden bei seiner ersten Rede. Am Montag wolle er einen wissenschaftlich begründeten Plan vorstellen.

    Teil des Plans, der nach der Amtseinführung am 20. Januar in Kraft treten soll, sei die Umsetzung von bisherigen Vorschlägen, darunter Investition in persönliche Schutzausrüstung und Kredite für Kleinunternehmen, sowie ein Plan für standardisierte Richtlinien des Gesundheitswesens.

    >> Lesen Sie hier welche Folgen Bidens Wahlsieg für die US-Wirtschaft hat

    Wie geht es nun weiter?

    Bis zum 8. Dezember muss es, sollten die Wahlen in einigen Bundesstaaten angefochten werden, entsprechende Urteile und ein Ergebnis geben. Dann läuft die „Safe Harbour“-Frist ab, das heißt: Bis bis zu diesem Datum müssen die Gouverneure der einzelnen Staaten ihre Ergebnisse übermitteln. Am 14. Dezember müssen die 538 Wahlleute dann ihre Stimmabgabe offiziell machen.

    Am 5. Januar 2021 finden in Georgia voraussichtlich zwei Stichwahlen um die beiden Senatssitze des Staates statt, die voraussichtlich die Mehrheit in der oberen Kammer des US-Kongresses entscheiden. Einen Tag später konstituiert sich dann der neue und 117. Kongress.

    Zwei Wochen darauf, am 20. Januar 2021 um zwölf Uhr (Ortszeit), endet die Amtszeit der abgelaufenen Präsidentschaft, eine neue beginnt. An diesem Tag findet die Amtseinführung am Kapitol in Washington statt, bei der der neue Präsident den Amtseid ablegt. Der Staatsakt dürfte allerdings wegen der Corona-Pandemie anders aussehen als in den Amtseinführungen aller US-Präsidenten zuvor.

    >> Lesen Sie dazu unser ausführliches Stück: Wie geht es jetzt weiter – die wichtigsten Antworten

    Mehr: Acht Lehren aus der Präsidentschaftswahl – und was sie für Joe Biden bedeuten

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