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Die Stadt zweifelt an sich selbst Londons Multikulti-Fundamente wackeln

Londons Bürgermeister Ken Livingstone kämpft für eine multikulturelle Gesellschaft. Die Bombenattentate galten auch seinem Ideal. Londoner, Briten, viele Europäer wollen nun wissen, woran sie mit Muslimen in ihrer Mitte wirklich sind.
  • F. Schönauer und M.Thibaut
Ein Londoner Polizist ist auf dem Weg zur Aldgate-U-Bahn-Haltestelle, um Blumensträuße niederzulegen. Foto: dpa. Quelle: dpa

Ein Londoner Polizist ist auf dem Weg zur Aldgate-U-Bahn-Haltestelle, um Blumensträuße niederzulegen. Foto: dpa.

(Foto: dpa)

LONDON. Unten durch das Fernsehbild laufen auf einem blauen Band die Namen der Vermissten: Minika Suchoka. Neetu Jain. Gamze Goneral. Typische Namen aus dem Londoner Völkergemisch. Doch ein Name fällt auf: „Shahera Islam – bitte melde dich!“

Später werden auf dem Sender der Vater und der Onkel Shaheras interviewt. Vater Shamsul schluchzt. Sprechen kann er nicht. Er trägt eine weiße Gebetskappe, er war bei den Freitagsgebeten in der Ost-Londoner Moschee an der Whitechapel Road. Nur ein paar hundert Meter entfernt davon, am Aldgate, ist Shahera vielleicht umgekommen, eine von mindestens 25 Menschen, die nach den Anschlägen vom Donnerstag noch vermisst werden.

Shahera ist 20 Jahre alt, eine Bankangestellte, die am Donnerstagmorgen zur Arbeit fuhr wie Millionen andere Londoner. „Wir haben alle Krankenhäuser abgesucht“, sagt Onkel Nazmul Hasan. Dann fasst sich der Vater und sagt mit Zorn in der Stimme: „Sie wissen doch, dass sie ihre eigenen Leute umbringen.“

Damit hat er ausgesprochen, was viele Muslims in London lange nicht wahrhaben wollten: Dass die Mörder mit größter Wahrscheinlichkeit aus ihren Reihen kommen. Sogar Zaki Badawi, der 82-jährige Gründer des britischen Muslimenrates, geachtete Stimme muslimischer Vernunft, wollte es am Tag nach den Anschlägen noch nicht glauben. „Warten wir ab“, sagte er.

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