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Digital Economy Outlook OECD-Studie: Deutschland liegt in vielen Bereichen der Digitalisierung nur im Mittelfeld

Die Digitalisierung macht der OECD-Studie zufolge Fortschritte in allen Industriestaaten. Bei Breitbandanschlüssen muss hierzulande aber noch viel passieren.
27.11.2020 - 13:00 Uhr Kommentieren
Weit abgeschlagen ist Deutschland laut OECD-Untersuchung immer noch bei Glasfaser-Direktanschlüssen. Quelle: dpa
Glasfaserkabel

Weit abgeschlagen ist Deutschland laut OECD-Untersuchung immer noch bei Glasfaser-Direktanschlüssen.

(Foto: dpa)

Berlin Über Digitalisierung wird nicht mehr nur geredet, sondern sie kommt in der Wirtschaft in allen Industriestaaten voran: Das stellt die Industrieländer-Organisation OECD in ihrem neuen „Digital Economy Outlook“ bei der Analyse ihrer 37 Mitgliedstaaten fest.

Deutschland, die größte EU-Wirtschaftsnation, liegt in vielen Digitalisierungsbereichen im OECD-Mittelfeld. Weit abgeschlagen aber ist Deutschland immer noch bei Glasfaser-Direktanschlüssen.

Weil die Deutsche Telekom zu lange ausschließlich auf den Ausbau ihres alten Kupfernetzes per DSL-Technik setzte, steht Deutschland hier an sechstletzter Stelle. Südkorea, Japan und die skandinavischen und baltischen Staaten sind dabei führend.

Allerdings: Trotz technologisch begrenzter DSL-Technik schafft Deutschland inzwischen gute Raten beim Anschluss ans Breitband-Festnetz: Mit über 40 Prozent rangiert die Bundesrepublik an siebter Stelle hinter Südkorea und Norwegen. Bei den superschnellen Datennetzen ist die Anschlussrate dann jedoch wieder unterdurchschnittlich.

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    Auch was die mobile Breitband-Datennutzung über LTE- und Wifi-Netze angeht, rangiert Deutschland weit abgeschlagen hinter Südkorea und Schweden am Ende der Liste zwischen Italien und Mexiko. Kein Wunder: Bei der LTE-Mobilfunkabdeckung im ländlichen Raum steht Deutschland ebenfalls auf dem vorletzten Platz der 37 Industriestaaten.

    Für den weiteren Netzausbau hält die OECD Ratschläge für die Regierungen aller Mitgliedsländer bereit: vorausschauend mit schnell wachsendem Breitband-Bedarf rechnen, die Leistung der Netzbetreiber messen – und sie dazu bewegen, mehr Glasfaser in ihre Netze einzubauen, um nach und nach die DSL-Technologie auslaufen zu lassen.

    Beim Breitbandnetzausbau setzen die erfolgreichen Länder auf eine Mischung aus Wettbewerb für Ballungsräume und staatlicher Förderung in entlegeneren Gegenden. Als sinnvoll habe sich auch eine „Nur einmal graben“-Regulierung erwiesen: Um Glasfaserkabel zu verlegen, sollte nicht jedes Telekomunternehmen dieselben Straßen aufreißen müssen, sondern sie sollten diese sehr teuren Erdarbeiten gemeinsam mit Gas-, Strom- und Wasserversorgern koordiniert erledigen.

    In fast allen OECD-Staaten wird die jeweils nationale Digitalstrategie inzwischen auf höchster politischer Ebene – auf Staatssekretärs-Ebene, im Präsidenten- oder Kanzleramt – koordiniert, auch in Deutschland. Einige Länder haben auch ein Digitalministerium: Das kann sehr erfolgreich sein – allerdings nur dann, wenn es ausschließlich für dieses Thema zuständig ist, so der Report.

    Viele Länder haben eine Strategie zum Aufbau neuer 5G-Mobilfunknetze, zum Einsatz von Blockchain-Technologie und einen Plan zum Einsatz Künstlicher Intelligenz. Sie haben Forschungszentren zur Cybersicherheit eingerichtet und Unterstützungsprogramme für die Digitalisierung von Unternehmen aufgelegt. Auch Deutschland.

    Corona wirkt als Digitalisierungsbeschleuniger

    Überall hat die Corona-Pandemie der Digitalisierung in den Unternehmen einen Schub gegeben. Ohne den Einsatz von Big Data wäre es Wissenschaftlern und Gesundheitsministern kaum gelungen, so schnell so viel über das neue Virus und die Schäden zu lernen, die es gesundheitlich und wirtschaftlich anrichtet. Außerdem war die Pandemie für Firmen ein Anreiz, digitale Formen der Zusammenarbeit – Homeoffice und Videokonferenzen – in ihren Alltag zu integrieren.

    Die OECD erarbeitet alle drei Jahre ihren Digitalwirtschaftsreport. Manches, was vor drei Jahren noch als Riesenproblem galt, hat sich inzwischen erledigt: etwa die Spaltung zwischen netzaffinen Großunternehmen und weitgehend analogen Kleinunternehmen. OECD-weit nutzten 2019 bereits 93 Prozent der Firmen Digitaltechnik, große wie kleine.

    Weltweit ein Thema: die Digitalisierung der Verwaltung

    Fast alle Staaten haben sich inzwischen auch Prioritäten für die weitere Digitalisierung gesetzt. Es sind überall die gleichen: An erster Stelle steht die Digitalisierung der eigenen Verwaltung, an zweiter der Ausbau von Breitbandnetzen, gefolgt von dem Ziel, die Arbeitnehmer für die digitale Transformation zu schulen. Als neues Ziel, das vor drei Jahren noch nicht auf der Agenda stand, haben sich die meisten Industriestaaten die Förderung digitaler Innovationen vorgenommen.

    Deutliche Fortschritte registriert die OECD auch bei der Internetnutzung in all ihren Mitgliedstaaten. Bei jungen Menschen bis 24 Jahren sind 95 Prozent im Internet, vor drei Jahren waren es erst 80 Prozent. Der Abstand der Älteren zwischen 55 und 74 Jahren ist aber weiterhin erheblich: Die Nutzerquote stieg bei ihnen von nur 30 auf erst 55 Prozent.

    Deutschland liegt hier im Mittelfeld der führenden Länder: Von den Älteren sind über 80 Prozent im Internet, bei den Jungen die durchschnittlichen 95 Prozent.

    Wie in allen OECD-Staaten ist auch in Deutschland der Anteil der häufigen Internetnutzer bei den gut Gebildeten erheblich höher als bei den schlechter Gebildeten. Diese soziale Spaltung gibt es allerdings nicht bei den bis 24-Jährigen: Von ihnen nutzen alle gleichermaßen das Internet.

    Die OECD empfiehlt den Regierungen auch, die Fortschritte ihrer nationalen Digitalstrategie genau nachzuverfolgen und in diesen Feldern zu messen: Internetzugang, -nutzung, Innovation, Jobs, Sicherheit, Vertrauen und Marktoffenheit.

    Viel zu tun bleibt überall bei den Jobs: Die Mehrheit der Arbeitnehmer fit für die Digitalisierung zu machen, ist in der Breite in den meisten OECD-Staaten bisher nicht gelungen. Wie in Deutschland fehlt es dafür an einer umsetzbaren Strategie.

    Mehr: Der Mittelstand wird digital.

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