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Diplomatische Geste Südkorea und USA schaffen ihre gemeinsamen Großmanöver ab

Die USA und Südkorea wollen nur noch kleine Übungen ansetzen. Es ist ein Zugeständnis an Nordkorea. Für US-Präsident Trump könnte es noch einen anderen Grund geben.
Update: 03.03.2019 - 22:22 Uhr Kommentieren
Soldaten aus den USA und Südkorea (blaue Stirnbänder) Seite an Seite. Quelle: dpa
Militärübung „Foal Egale“ im Jahr 2017

Soldaten aus den USA und Südkorea (blaue Stirnbänder) Seite an Seite.

(Foto: dpa)

Seoul Nach dem gescheiterten Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Hanoi senden die USA und Südkorea ein Zeichen der Entspannung. Die beiden Verbündeten erklärten am Wochenende, ihre bisher größten gemeinsamen Militärübungen einzustellen und durch ein kleineres Manöver zu ersetzen.

Das mehrwöchige Frühjahrs-Feldmanöver „Foal Eagle“ sowie die parallel dazu laufende Kommandoschulung „Key Resolve“ wurden in der Vergangenheit von Nordkorea stets scharf kritisiert. Trump nannte als Grund für den Schritt auch eine Sparmaßnahme.

Trump schrieb am Sonntag auf Twitter, er wolle durch den Verzicht auf die bisherigen Großmanöver Hunderte Millionen an Dollar einsparen, die die USA nicht zurückgezahlt bekämen. Außerdem sei es eine „gute Sache“, zu dieser Zeit Spannungen mit Nordkorea zu reduzieren.

Trump hatte zuvor bereits mehrfach den Nutzen der Militärübungen mit Südkorea in Frage gestellt - mit Verweis auf die Kosten. Er hatte Südkorea vorgeworfen, den USA bei den Kosten nicht ausreichend zu helfen.

Das neue Manöver „Dong Maeng“ (Allianz) werde am Montag beginnen und neun Tage dauern, teilte das gemeinsame Truppenkommando in Südkorea am Sonntag mit. Es handle sich um eine Kommandoübung.

„Diese Übungen sind wichtig, um die Allianz aufrechtzuerhalten und zu stärken.“ Wie viele Soldaten auf beiden Seiten daran teilnehmen, war zunächst unklar. Die USA haben in Südkorea 28.500 Soldaten als Abschreckung gegen Bedrohungen durch Nordkorea stationiert.

Zur Begründung für die Beendigung der größeren Manöver erklärte das Pentagon, der Schritt spiegele den Wunsch beider Länder wider, „Spannungen zu reduzieren und unsere diplomatischen Anstrengungen zu unterstützen, um die komplette Denuklearisierung auf der koreanischen Halbinsel“ zu erreichen. Mit Denuklearisierung meinen beide Länder die vollständige und überprüfbare Abrüstung des nordkoreanisches Atomwaffenprogramms.

Ihre Frühjahrsmanöver lösten immer wieder heftige Proteste der kommunistischen Führung Nordkoreas aus, die den USA Angriffsvorbereitungen unterstellte. Die Regierungen in Washington und Seoul haben dies stets bestritten. Der amtierende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan und sein südkoreanischer Kollege Jeong Kyeong Doo hätten am Samstag bei einem Telefongespräche die Einstellung von „Foal Eagle“ und „Key Resolve“ gebilligt, hieß es aus dem Pentagon.

Die Entscheidung erfolgte nach dem mit Spannung erwarteten zweiten Gipfel von US-Präsident Donald Trump mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Hanoi. Das Treffen endete am Donnerstag überraschend ohne Abschlusserklärung. Beide Seiten kamen sich in der zentralen Frage des Abbaus des nordkoreanischen Atomwaffenarsenals nicht näher und widersprachen sich später bei der Begründung.

Trump sagte, Nordkorea habe die Aufhebung aller Sanktionen verlangt und die geplanten Abrüstungsschritte seien nicht weit genug gegangen. Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho erwiderte, sein Land habe nur eine teilweise Aufhebung der Sanktionen gefordert.

Zwar ist der Beschluss für eine Reduzierung des Manövers in Südkorea Insidern zufolge schon vor längerer Zeit gefallen und nicht das Ergebnis des jüngsten Gipfels von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Doch dürfte die Bekanntgabe auch dazu dienen, die Entspannungssignale im Konflikt mit Nordkorea zu stärken.

Die USA und Südkorea hatten angesichts der Entspannung auf der koreanischen Halbinsel die Dauer der Frühjahrsübungen bereits im vergangenen Jahr verkürzt. An „Foal Eagle“ nahmen in der Vergangenheit bis zu 300.000 südkoreanische und mehr als 10.000 US-Soldaten teil. Auch andere gemeinsame Militärübungen wurden in kleinerem Umfang abgehalten oder abgesagt. Das hatte in den USA und Südkorea die Sorge ausgelöst, die militärische Bereitschaft könne geschwächt werden.

Trump hatte auch mehrfach den Nutzen der Militärübungen mit Südkorea in Frage gestellt. Insbesondere stieß er sich an den Kosten. Die USA gäben Hunderte Millionen Dollar dafür aus, sagte Trump in Hanoi. Er warf Südkorea vor, den USA bei den Kosten nicht ausreichend zu helfen. Ähnliche Vorwürfe Trumps in der Vergangenheit wurden von Südkorea zurückgewiesen.

Brexit 2019
  • dpa
  • rtr
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