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Diplomatischer Konflikt Iranischer Supertanker auf dem Weg nach Europa: USA drohen Häfen am Mittelmeer

Wenn es nach der US-Regierung geht, darf ein iranischer Öltanker im Mittelmeer an keinem Hafen anlegen. Washington droht mit drastischen Konsequenzen.
Update: 20.08.2019 - 22:53 Uhr 1 Kommentar
Der iranische Tanker Adrian Darya-1 darf nach dem Willen der USA nicht in Europa anlegen. Quelle: AP
Gestrandeter Tanker

Der iranische Tanker Adrian Darya-1 darf nach dem Willen der USA nicht in Europa anlegen.

(Foto: AP)

Washington, New York, Athen Die USA haben Griechenland und alle Häfen im Mittelmeer gewarnt, den aus Gibraltar kommenden iranischen Supertanker andocken zu lassen. Geschäfte mit dem Schiff entsprächen einer Unterstützung von Terroristen, erklärte ein Sprecher des US-Außenministeriums am Dienstag. Jegliche Unterstützung für das Schiff könne hohe Geld- und langjährige Haftstrafen nach sich ziehen, warnte das Außenministerium.

Der Supertanker „Adrian Darya-1“ schien zuletzt auf dem Weg in die griechische Hafenstadt Kalamata. Am Dienstag stellte das Schiff jedoch den Behörden zufolge noch keine offizielle Anfrage, um dort anzulegen. Der Tanker soll nach US-Angaben im Dienst der iranischen Revolutionsgarden stehen, die von Washington als Terrororganisation eingestuft werden.

„Wir verfolgen die Bewegungen dieses Schiffes“, sagte der US-Sondergesandte für den Iran, Brian Hook, am Dienstag in New York. Man wolle sicherstellen, dass das Öl auf dem Tanker nicht für Irans „Terrorunterstützung“ benutzt werden könne. Deshalb habe man alle Länder aufgefordert, iranischen Tankern die Durchfahrt durch nationale Gewässer und das Ankern in Häfen zu verbieten.

In der Nacht zu Montag hatte der Tanker trotz US-Interventionen nach wochenlanger Festsetzung die Hoheitsgewässer Gibraltars verlassen. Die Regierung des britischen Überseegebiets an der Südspitze der Iberischen Halbinsel hatte es abgelehnt, der Anordnung eines US-Bundesgerichts auf Beschlagnahmung nachzukommen. Das Schiff war zuvor mehr als sechs Wochen in Gibraltar unter dem Vorwurf festgehalten worden, das EU-Embargo gegen Syrien zu unterlaufen. Danach hatte der Iran in der Straße von Hormus einen britischen Tanker festgesetzt.

Falls die „Adrian Darya-1“ ihren Kurs, ihre Geschwindigkeit und das Ziel Kalamata beibehält, würde sie dort voraussichtlich am Sonntag ankommen. Ob der Tanker wirklich in Kalamata anlegen wolle, sei aber offen, zumal der Hafen überhaupt nicht für solch große Schiffe ausgelegt sei, sagte der griechische Schifffahrtsminister Ioannis Plakiotakis dem griechischen Fernsehsender Skai.

Austausch der Supertanker?

In den Fall des seit mehr als einem Monat im Iran beschlagnahmten britischen Öltankers „Stena Impero“ kommt derweil Bewegung. Das angekündigte Gerichtsverfahren, das die angeblichen Verstöße des Tankers im Persischen Golf untersuchen soll, hat in der südiranischen Hafenstadt Bandar Abbas begonnen. „Das Gericht in Bandar Abbas überprüft derzeit den Fall und wird über die Zukunft des Tankers entscheiden“, sagte Vizetransportminister Mohammed Rastad am Dienstag.

Das Schicksal des britischen Öltankers „Stena Impero“ habe jedoch nichts mit der Freigabe des iranischen Supertankers in Gibraltar zu tun, sagte Rastad. Die „Adrian Darya-1“ sei illegal festgesetzt worden, der britische Tanker habe jedoch gegen die maritimen Vorschriften im Persischen Golf verstoßen, so der Vizeminister laut Nachrichtenagentur Tasnim.

Beobachter in Teheran glauben jedoch, dass es letztendlich zu dem von Präsident Hassan Ruhani schon am Anfang der Krise vorgeschlagenen Austausch kommen werde: „Adrian Darya-1“ für „Stena Impero“. Nur werde Teheran voraussichtlich so lange warten, bis das eigene Schiff auch wieder sicher im Land sei, meinen Beobachter.

US-Außenminister Mike Pompeo wollte am Dienstagnachmittag (Ortszeit) dagegen im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York für die Verlängerung eines bestehenden Waffenembargos gegen Teheran und Reisebeschränkungen werben. Andernfalls würden diese Sanktionen im Oktober 2020 aufgehoben, erklärte Hook.

Die USA waren 2018 im Alleingang aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen, das Teheran am Bau einer Atombombe hindern sollte. Seit dem Ausstieg setzen die Amerikaner Teheran mit massiven Wirtschaftssanktionen unter Druck, um ein strengeres und auf andere Gebiete erweitertes Abkommen auszuhandeln. Die amerikanischen Sanktionen gegen den Iran zielen vor allem auf den Ölsektor des Landes ab.

Mehr: Der Iran durchlebt wirtschaftlich härteste Zeiten: Die US-Sanktionen setzen dem Land arg zu, die Zentralbank bereitet bereits eine Währungsreform vor.

  • dpa
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1 Kommentar zu "Diplomatischer Konflikt: Iranischer Supertanker auf dem Weg nach Europa: USA drohen Häfen am Mittelmeer"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Es reicht langsam mit dem Amis... Die sollen ihre Fehden alleine austragen, aber nicht anderen Ländern vorschreiben wollen, was sie zu tun und was sie zu lassen haben! Wo soll das noch hinführen? Es wird ja immer verrückter. Wenn man nur den Wunsch von Don Trump bezüglich Grönland betrachtet und seine Aktionen in dieser Angelegenheit. Wenn Dänemark nicht über Grönland sprechen will, dann kommt er auch nicht zum geplanten Besuch! Wie ein dummdreistes, verwöhntes Kind!

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