Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Diskussion über Urheber des Anschlags Europa war für El Kaida bis jetzt kein Hauptziel

Alles schien auf die Eta als Urheber des Terrors in Madrid hinzudeuten – bis Mittwochabend offenbar ein Bekennerschreiben des islamistischen Terrornetzwerks El Kaida bei der in London ansässigen arabischen Zeitung „El Kuds el Arabi“ einging. Der Chefredakteur der Zeitung sagte dem britischen Fernsehsender Sky News, die Bekennerbotschaft von El Kaida sei der Redaktion per E-Mail zugegangen.

ebo/mth/HB BRÜSSEL/LONDON. El Kaida bezeichne Spanien darin als eines der wichtigsten Mitglieder der „Allianz im Krieg gegen den Islam“. Deshalb habe El Kaida nun in Madrid zugeschlagen. Die Anschläge wurden als „Operation Todeszüge“ bezeichnet.

Zuvor war in der Stadt Alcalá de Henares östlich von Madrid bereits ein gestohlener Lieferwagen mit sieben Sprengzündern entdeckt worden, in dem sich ein Tonband mit Koranversen in arabischer Sprache befand. Das teilte Spaniens Innenminister Angel Acebes am Abend mit. Das gefundene Tonband enthalte keine Drohung. Jedoch stehe der Lieferwagen im Zusammenhang mit den Anschlägen, sagte Acebes.

Die spanische Regierung, die sich gestern im Laufe des Tages recht früh auf die baskischen Separatisten als Urheber der Anschläge festgelegt hatte, sagte, sie werde das angebliche Bekennerschreiben „genau und kritisch prüfen“. El Kaida hatte sich neben anderen Anschlägen unter anderem zu dem Terroranschlag in Istanbul im November vergangenen Jahres bekannt.

Terrorexperten diskutierten gestern den ganzen Tag Motive und Techniken der Terrororganisationen. Der Kieler Sicherheitsexperte Joachim Krause vertrat die Ansicht, „dass eine geschwächte, aber radikalisierte Eta“ hinter den Anschlägen auf Nahverkehrszüge in Madrid stecke. Auch der Leiter des Essener Instituts für Terrorismusforschung und Sicherheitspolitik, Rolf Tophoven, sieht wenig Zusammenhänge zwischen den Attacken und islamistischen Terrorgruppen. Dagegen schloss Anthony Gooch von der London School of Economics (LSE) nicht aus, dass „El Kaida oder andere islamistische Gruppen die Hand im Spiel hatten“. Auch der Terrorismusexperte Elmar Theveßen sagte, viele Anzeichen seien unüblich für die Eta.

Brexit 2019
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen