DIW-Vorschläge gegen die Schuldenkrise Fünf-Punkte-Plan zur Rettung Griechenlands

Selbst wenn sich Athen und die EU einigen, bleiben die eigentlichen Probleme ungelöst. Wie Griechenland dauerhaft gerettet werden kann, skizzieren die DIW-Ökonomen Fratzscher und Kritikos in einem Gastbeitrag.
  • Marcel Fratzscher und Alexander Kritikos
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Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung: „Die Höhe der griechischen Schuldenlast ist nicht das einzige Problem Griechenlands.“ Quelle: dpa
DIW-Chef Fratzscher

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung: „Die Höhe der griechischen Schuldenlast ist nicht das einzige Problem Griechenlands.“

(Foto: dpa)

BerlinDie neue griechische Regierung hat einen Antrag auf Verlängerung der Kredithilfen in Brüssel gestellt – offen ist allerdings immer noch, welche Verpflichtungen aus dem zweiten „Rettungspaket“, das am 28. Februar endet, in diese Übergangsvereinbarung einfließen werden. Am Freitag geht der Verhandlungsmarathon zwischen Griechenland und seinen Gläubigern über die weiteren Rahmenbedingungen in die nächste Runde - und mit Sicherheit nicht in die letzte.

Inzwischen dürfte vor allem eins klar sein: Die Höhe der Schuldenlast ist nicht das einzige Problem Griechenlands. Vielmehr steht die griechische Regierung vor der Aufgabe, eine koordinierte Strategie zu entwickeln, die zum einen die bestehenden Schulden vollständig tragfähig macht, aber vor allem die Modernisierung der Wirtschaft und seiner staatlichen Institutionen fortsetzt und beschleunigt.

Denn bis zum heutigen Tag macht Griechenland von seinen hochproduktiven Ressourcen zu wenig Gebrauch. Nur wenn dies gelingt, wird das Land die Krise beenden und seinen Bürgern eine bessere Zukunft bieten können.

Um dieses komplexe Ziel zu erreichen, sehen wir die Umsetzung der folgenden Punkte einer Strategie als Schlüssel für das Land:

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11 Kommentare zu "DIW-Vorschläge gegen die Schuldenkrise: Fünf-Punkte-Plan zur Rettung Griechenlands"

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  • Die fünf Punkte setzen eines voraus: Ehrlichkeit! Und das ist bei den Griechen nicht gegeben. Nicht vor Jahren, als sie sich in den Euroraum reingemögelt haben mit falschem Zahlenwerk und nicht jetzt, wo sie auch nur versuchen , die Anderen auszutricksen. Also , es klappt dort gar nichts, ohne straffe ausländische (deutsch-französisch-holländisch-finnische) Kontrolle!

  • Wo ist der Unterschied zum bisherigen Rettungsprogramm? Es fehlt doch komplett der Handlungswille der Griechen, nicht um sonst haben sie jetzt eine sozialistsche Regierung gewaehlt. Normalerweise muesste Griechenland erst reformieren, d.h. erst den Staat verschlanken und arbeitsfaehig machen, und dann die Schulden angehen. Aber den radikalen Schnitt hat man versaeumt, langwierige schmerzvolle Anpassungen sind schlimmer als kurzfristige radikale Aenderungen.Griechenland ist gescheitert, als Staat wie als Mitglied des Euros. Sie muessen raus, die einizge Hoffnung fuer die Griechen und die EU.

  • Wo ist der Unterschied zum bisherigen Rettungsprogramm?

  • Der andere Ratschlag : Laßt die Griechen in den Staatsbankrott gehen, die Drachme einführen und - vor allem - spart euch die Reformvorschläge und laßt die Griechen ihre Angelegenheiten selbst in Ordnung bringen

  • Wo ist "Punkt Nr. 6" : "Einfach mal anfangen Steuern zu zahlen für ein funktionierendes Staatswesen". Wenn die Masse der Griechen ihre Steuern zahlen würde, dann bräuchte es keine "Rettungsprogramme" finanziert von den anderen europäischen Steuerzahlern.. Aber diese "Steuer-Allergie" ist offenbar ganz tief in der griechischen Mentalität verwurzelt. Und exakt wegen dieser speziellen "griechischen Mentalität" sind auch alle gut gemeinten Reformvorschläge völlig sinnlos - weil die Griechen einfach keine Lust dazu haben. Eine Änderung würde nur dann stattfinden, wenn man das Land wirklich sich selbst überlässt und die Menschen (nicht nur eine "kleine , korrupte Elite", sondern auch die große Masse, die betrügt ) merkt, dass niemand mehr da ist, der sie wie gewohnt rettet.

  • Was haben Sie gegen die Autoren? Im Beitrag wird eigentlich klar dargelegt, dass man Griechenland jetzt eigentlich kein Geld mehr geben darf. Beispiele: Vertrauen aufbauen. Die neue griechische Regierung hat eigentlich jeden Rest Vertrauens, den es vielleicht noch gab, endgültig zerstört. Oder würden Sie heute noch griechische Staatsanleihen kaufen oder gar in Griechenland investieren? Die Bevölkerung hat offensichtlich auch kein Vertrauen mehr in den griechischen Staat, was der schleichende Bank-Run nur allzu deutlich zeigt.
    Stichwort Reformen: Dieses überbeanspruchte Wort kann im Fall einer finanziellen Schieflage ja nur bedeuten, entweder die Einnahmen zu erhöhne, die Ausgaben zu senken oder beides zu machen. Und was macht Griechenland gerade? Die Ausgaben sollen erhöht werden und die Einnahmen brechen nahezu komplett ein, weil in Griechenland kaum noch einer Steuern zahlt, der Staat aber anders als in Deutschland nicht in der Lage ist, Steuern einzutreiben.
    Wenn man also liest, was alles sein müsste, aber feststellt, dass nichts davon implementiert werden kann bzw. umgesetzt wird, heißt dies ja nur, dass im Gegenzug keine Hilfen mehr gewährt werden dürfen. Es wird Zeit für einen Reset in Griechenland, was dem Land ja auch die Möglichkeit verschafft, aus dem unpassenden Währungsverbund auszutreten.

  • Die Polit-Ökonomen der Bundesregierung Fratzscher, Horn und Bofinger verleihen der nicht funktionierenden Euro-Rettungspolitik der Bundesregierung immer wieder eine pseudowissenschaftliche Grundlage. Dabei haben sie immer noch nicht begriffen, daß der Euro die Wurzel des Übels ist.
    Im Gegensatz zu ihren Prognosen sind jedoch die Prognosen von Lucke bisher eingetreten. Ob die drei noch dazu lernen?

  • Wann endlich läßt sich das HB dazu hinreißen, dass es auch mal berichtet, wie sich andere EU Staaten ERFOLGREICH nach oben gearbeitet haben.

    - Polen
    - Slovakai
    - Tschechien
    - Balkan-Länder
    - Ungarn.
    - Irland (englische Kolonie seit 800 Jahren)

    Ich meine, viele dieser Länder hatten sich aus den Ruinen des Warschauer Paktes nach oben arbeiten müssen. Aber KEINER jammert, alle haben genug mit sich und ihren erfolgen zu tun.

    Respekt vor dem , was diese Ländern auf die wir alle
    stolz sind.

  • Fratschzer der Quatscher. Ein ganz schlimmer, redet von Sachen, von denen er NULL Ahnung hat. Die Griechen hatten 15 Jahre Zeit sich im EUR-Raum zu positionieren, ds einzige, was dort in der Zeit gewachsen ist: Selbstbedienung und Korruption. Und nicht mal nach dem ersten Schuldenschnitt vor 5 Jahren hat sich etwas zum Besseren verändert, im Gegenteil, die Steuermoral ist auf dem niedrigsten Stand angekommen. Ordnungspolitik hat schon seinen Grund, aber stattdessen wird nur noch Sozialismus propagiert und Finanzsozialismus. Europa zerlegt sich gerade selbst!

  • Der Zug ist längst abgefahren und das müsste dem letzten Optimisten lange klar sein.

    Ich sehe persönlich nicht ein, dass unsere erwirtschafteten Steuergelder für ein marodes EU-Land (Griechenland) verschwendet werden und plädiere deshalb für einen Schuldenschnitt. Lieber eine faule Forderung abschreiben, als schlechtem Geld gutes hinter her zu werfen.

    Wie gesagt, lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende ...

    Man muss den sog. Wirtschaftswissenschaftlern (Wirtschaft = Pseudowissenschaft) vorwerfen im Interesse von Banken, Versicherungen sowie Wohlhabenden in Europa Falschmeldungen zu verbreiten. Das Märchen von der "Rettung Griechenlands" ist ein billiges Ablenkungsmanöver, um deren Pfründe zu sichern.

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