DIW-Vorschlag Berlin soll Athen bis zu 50 Milliarden Euro erlassen

DIW-Chef Marcel Fratzscher plädiert dafür, Griechenland die Hälfte seiner Schulden zu erlassen, sofern das Land zu weiteren Reformen bereit sei. Das würde Deutschland 40 bis 50 Milliarden Euro kosten.
Update: 09.01.2015 - 16:24 Uhr 36 Kommentare
Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, rät, den Griechen entgegenzukommen. Quelle: dpa

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, rät, den Griechen entgegenzukommen.

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Berlin/Wien/BrüsselDer Berliner Ökonom und Regierungsberater Marcel Fratzscher plädiert dafür, Griechenland die Hälfte seiner Schulden zu erlassen. „Wir sollten uns auf eine Diskussion über eine Schuldenumstrukturierung einlassen“, sagte der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) am Freitag dem ORF. Wenn das Ägäis-Land im Gegenzug zu weiteren Reformen bereit sei, sollte eine Halbierung der Staatsschulden ins Auge gefasst werden.

„Das heißt: 120 Milliarden Euro müssten eigentlich abgeschrieben werden.“ Deutschland werde als Gläubiger dann wahrscheinlich „mit 40 bis 50 Milliarden Euro dabei“ sein. Eine solche Summe sei für das Land sicherlich verkraftbar. Das DIW gehört zum Kreis führender Forschungsinstitute, die die Bundesregierung in Wirtschaftsfragen beraten.

Die EZB darf Griechenland nach den Worten ihres Direktoriumsmitglieds Benoit Coeure keine Schulden erlassen. Der Franzose sagte dem Rundfunksender France 24 am Freitag, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) in der Euro-Krise erworbenen Staatsanleihen des Ägäis-Landes seien dafür nicht geeignet.

„Es wäre gegen das Gesetz und würde dem Vertrag zuwiderlaufen, wenn Staatsschulden bei einer Zentralbank umgeschichtet würden. Die Europäischen Verträge besagen das ganz deutlich“, sagte Coeure.

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36 Kommentare zu "DIW-Vorschlag: Berlin soll Athen bis zu 50 Milliarden Euro erlassen"

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  • @ Beo Bachter

    Als die Franzosen im 18. Jahrhundert um mehrere zehntausend Bürger des Establishments geschrumpft sind ging es Ihnen danach nicht schlechter. Das politische Establishment aber auch deren Lakaien wie die Lügenpresse überschätzt ihren Nutzwert erheblich.

  • http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/01/08/anzeichen-von-panik-hat-sich-soros-der-ukraine-verspekuliert/

  • Griechenland hatte einen Einbruch von 20% der Wirtschaftsleistung zu verkraften.
    Die Arbeitslosigkeit nähert sich 30 %, die Jugendarbeitslosigkeit 50%!
    Ebenso in Spanien.

    Sieht so eine Rettung aus?

    Wir haben nicht den Euro oder die Griechen gerettet.

    Gerettet ( Mit unseren Steuern ) werden nur die reichen Gläubiger der Staaten ( Internationale Bankster ) und die Finanzeliten – auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger. ( Steuersklaven )

    Warum erfahren wir in den gleichgeschalteten Systemmedien nichts über das Geldmonopol bzw. Schuldgeldsystem der internationalen Bankster?

    Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien?

    Wie lange lassen wir uns das noch von der Staatsmafia gefallen?

  • Euro, Islam, Zuwanderung...


    Die drei Todesengel im Anflug

  • EUR-Zone - Game Over:

    Wenn schon solch ein massiver Schuldenschnitt, dann nur bei Austritt GR aus dem EUR, alles andere wäre totaler Nonsens.
    Mittlerweile sind die französischen Großbanken ja einen Großteil ihrer Investments in GR los, die darf nun der (insb. deutsche) Steuerzahler abschreiben.

    Europa unter der wahnsinnigen EU-Fuchtel ist dem Untergang geweiht ... EU = Europäischer Untergang

  • Kompletter Schuldenerlass ja, aber nur wenn GR den EURO sofort verlässt.

  • Was könnte man mit dem Geld in Deutschland alles machen für Kinder, Kitas, Schulen, Universitäten, Bildung, Gesundheit usw.. Wieder nur Vorschläge um Deutschland zu vernichten, Gibt es nur noch Deutschlandhasser mit deutschen Pass??

  • Fratscher als Merkel-Mann erzählt halt so herum, was nicht jeder hören will, um die Reaktionen zu testen.
    So betrachtet ist er so etwas ähnliches wie der Juncker in Brüssel - nur signifikant intelligenter.

    Ein weiterer Schuldenschnitt wird von niemandem mitgemacht werden wollen, zumal nicht von der EZB, die sodann über ihre nunmehrige Mithaft den vor allem deutschen Steuerzahler zusätzlich (!) rasierte.

    Hinzu häufelt sich dann noch die Risikolast aus der Vergangenheit, so daß der deutsche Steuerzahler eigentlich schon pleite ist - es nur noch nicht bemerkte.
    Das aber kommt wie das Amen in der Kirche.

  • Gr hatte 360 Mrd Schulden, bekam 240 Mrd an Hilfen, hatte 104 Mrd Schuldenschnitt, um wieder 360 Mrd Schulden zu haben umn weitere 50 Mrd für den 2. Schnitt zu nehmen? bei 170% BIP wollen sie auf 120% kommen? was für eine hochintelligente Retterei, was?

  • 50 Mrd. als Verlust verbuchen?
    Das wird unsere famose Kanzlerin niemals zulassen.
    Das würde nichts anderes bedeuten, als dass sie vor aller Welt und dem deutschen Steuerzahler eingestehen müsste, in der Griechenlandrettung zum Nachteil Deutschlands ähnlich vollständig versagt zu haben, wie bspw. bei der sauteuren Energiewende.
    Wir sollten die an dem horrenden Verlust von Steuergeld beteiligten Personen, vom Abgeordneten bis zur Bundesregierung ruhig schon einmal zum Sparen auffordern.
    Denn um ein klassisches Zitat zu gebrauchen:
    "I want my money back!"
    Jedes kleine Kind weiß, das man kein gutes Geld, und schon gar nicht vertragswidrig, dem schlechten hinterher werfen sollte und nichts anderes wurde nach 2010 mehrfach praktiziert.
    In meinen Augen ein klarer Fall von Veruntreuung, für den man die Verantwortlichen selbstverständlich anklagen sollte.
    Zu aller erst natürlich die Abgeordneten, die ausweislich der Nachrichtenbilder nicht einmal gewusst haben, wie viel Steuergeld sie aus dem Fenster geworfen haben. Die dämlichen kriegt man sonst auch immer als Erstes dran, wenn ich mich einmal so profan ausdrücken darf.
    Aber soweit wird es nicht kommen. Ganz egal was in GR auch passiert, die schon gewährten Kredite und Bürgschaften werden von der besten Bundesregierung aller Zeiten verlängert, bis sich niemand mehr daran erinnern kann.
    Weg war das Geld sowieso seit dem ersten Augenblick, allen Lügen zum Trotz.

    Und was Hrn. Fratzscher angeht...., na, das lass ich mal lieber ungesagt.

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