Dokumentation Die Erklärung der 18 Euro-Finanzminister

Griechenland hat die Verhandlung über die Lösung der Schuldenkrise abgebrochen, die Euro-Finanzminister wollen das Hilfsprogramm nicht verlängern. Sie wollen aber die Eurozone schützen und haben eine Erklärung verfasst.
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Das Hilfsprogramm für Griechenland wird nicht verlängert. Die 18 Euro-Finanzminister geben eine Erklärung ab. Quelle: dpa
Griechische Flagge neben EU-Fahne

Das Hilfsprogramm für Griechenland wird nicht verlängert. Die 18 Euro-Finanzminister geben eine Erklärung ab.

(Foto: dpa)

BrüsselNach Abbruch der Verhandlungen über eine Verlängerung des am Dienstag auslaufenden Hilfsprogramms für Griechenland haben die Euro-Finanzminister - mit Ausnahme Griechenlands - am Samstag eine Erklärung zur Stabilisierung der Währungsunion verabschiedet. Ohne Finanzhilfe von außen steht Griechenland vor der Staatspleite. Es folgt eine von Reuters übersetzte Erklärung der Euro-Minister im Wortlaut:

"Die Minister aus 18 Mitgliedsländern der Eurozone und den Institutionen haben nach dem Abbruch der Verhandlungen mit der griechischen Regierung ein informelles Treffen abgehalten, um das bevorstehende Auslaufen des aktuellen EFSF-Finanz-Abkommen mit Griechenland zu diskutieren.

Die Stärkung der Euro-Währungsunion ist entscheidend dafür gewesen, um der Eurozone dabei zu helfen, die Lasten der Finanzkrise zu überwinden. Wir sind insbesondere in der Haushaltskonsolidierung vorangekommen, haben ambitionierte Strukturreformen vorgenommen, unsere finanz- und wirtschaftspolitische Steuerung verbessert, die finanzielle Integration vertieft und effiziente Brandmauern errichtet. Wir sind in einer sehr viel stärkeren Position als während der Krise.

Die Mitgliedsstaaten der Eurozone beabsichtigen, alle vorhandenen Instrumente zu nutzen, um die Integrität und Stabilität des Euro-Gebiets zu wahren. Dies wird jegliche Maßnahmen der Europäischen Zentralbank ergänzen, die diese in voller Unabhängigkeit und im Rahmen ihres Mandats trifft. EFSF und ESM bleiben mit unserer ganzen Unterstützung starke Instrumente.

Wir verpflichten uns, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Widerstandskraft unserer Wirtschaft weiter zu stärken. Wir stehen bereit, entschlossene Schritte zu unternehmen, um die Wirtschafts- und Währungsunion zu stärken.

Wir betonen, dass das Auslaufen des EFSF-Finanz-Abkommens mit Griechenland ohne unmittelbare Aussichten auf eine Anschluss-Vereinbarung, nach Maßnahmen der griechischen Behörden mit technischer Unterstützung der Institutionen verlangen, um die Stabilität des griechischen Finanzsystems abzusichern. Die Eurogruppe wird die wirtschaftliche und finanzielle Situation in Griechenland sehr genau beobachten und die Eurogruppe ist bereit, wieder zusammenzukommen, um angemessene Entscheidungen zu treffen wo diese notwendig sind, im Interesse von Griechenland als Mitglied der Eurozone.

Wir sind bereit, Griechenland und dem griechischen Volk nach Bedarf im Anschluss an das Ende des EFSF-Finanz-Abkommens beizustehen und zu helfen.

Fußnote: Angenommen von den Ministern der Eurozone mit Ausnahme Griechenlands."

Sollen wir Griechenland im Euro halten?
Joseph Stiglitz
1 von 10

„Ein wenig mehr Realitätssinn bei den Gläubigern könnte die Basis sein für eine Einigung, die nicht nur gut für Griechenland ist, sondern für ganz Europa.“

Joseph Stiglitz, Nobelpreisträger 2001

Paul Krugman
2 von 10

„Die echte Gefahr für den Euro ist doch nicht, dass Griechenland nach dem Grexit abstürzt, sondern dass es Erfolg hat. […] Denkt darüber nach, ihr Gläubiger: Wollt ihr wirklich diesen Weg gehen?“

Paul Krugman, Nobelpreisträger 2008

Larry Summers
3 von 10

„Eine Pleite Griechenlands und die Auswirkungen für Europa sind ein Experiment, das niemand ausprobieren möchte.“

Beatrice Weder di Mauro
4 von 10

„Ein Grexit wäre ein monumentales Eigentor für Griechenland selbst. Ließe man diesen Präzedenzfall zu, könnte man als Konsequenz für die Euro-Zone schwer sagen, wie sich das auf andere Austritts-Spekulationen auswirken würde.“

Beatrice Weder di Mauro, Ökonomin und UBS-Verwaltungsrat

Marcel Fratzscher
5 von 10

„Ein Grexit ist die denkbar schlechteste Option, sowohl für Griechenland als auch für Europa.“

Marcel Fratzscher, Präsident des DIW

Clemens Fuest
6 von 10

„Die Regierung Tsipras wird sich auch an neu vereinbarte Auflagen nicht halten. […] Deutschland sollte über schon vergebene Kredite und die Konditionen verhandlungsbereit sein, aber keinesfalls neue Kredite vergeben.“

Clemens Fuest, ZWE-Chef und künftiger ifo-Präsident

Dennis Snower
7 von 10

„Stattdessen sollten die Gläubiger den freiwilligen Austritt Griechenlands aus dem Euro 'erkaufen'. [...] Ein solcher Schritt wäre auch ein echter Neuanfang für die restliche Euro-Zone.“

Dennis Snower, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft

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