Donald Trump attackiert Moderatorin „Schwäche durch politische Korrektheit“

Donald Trump sorgte bereits mit Äußerungen gegen Einwanderer für Aufsehen, nun geht es um Beschimpfungen gegen Frauen. Dass ihn eine Moderatorin danach fragte, nimmt der Präsidentschaftskandidat mächtig übel.
Kommentieren
Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump umringt von Reportern: Trump wettert gegen Frauen. Quelle: dpa
Nach der TV-Debatte

Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump umringt von Reportern: Trump wettert gegen Frauen.

(Foto: dpa)

WashingtonNach der Fernsehdebatte der republikanischen US-Präsidentschaftsbewerber gibt es weiter Wirbel um als sexistisch kritisierte Äußerungen von Milliardär Donald Trump. Der Kandidat teilte am Freitag (Ortszeit) kräftig gegen die Moderatorin Megyn Kelly aus, die ihn während der TV-Debatte nach früheren Beleidigungen gegen Frauen gefragt hatte.

Trump sagte dem Sender CNN, Kelly sei nicht sehr stark und nicht sehr intelligent. „Ich respektiere sie nicht als Journalistin.“ Er nannte die Journalistin ein Leichtgewicht. Zu ihren Fragen während der Fernsehdebatte sagte Trump: „Aus ihren Augen kam Blut, Blut lief überall aus ihr heraus.“ Ein Tweet auf Trumps Konto, der Kelly als „dummes Blondchen“ titulierte, wurde allerdings bald wieder gelöscht.

Kelly hatte Trump während der Sendung mit insgesamt zehn republikanischen Kandidaten nach Bezeichnungen wie „Hündin“, „fett“ und „ekelhaft“ gefragt, mit denen der Milliardär Frauen beschimpft haben. Trump sollte auf Fragen der Moderatorin selbst einschätzen, ob solche Wörter das Temperament eines Mannes zeigten, den die Amerikaner zum Präsidenten wählen sollten. In der Debatte tat Trump dies ab und sagte, er habe eben keine Zeit für „totale politische Korrektheit“.

Hillarys potenzielle Gegenspieler
Donald Trump
1 von 11

Er schmeißt mit reißerischen Parolen um sich und beherrscht damit nicht nur die Schlagzeilen, sondern auch die Umfragen. Ein politisches Amt bekleidete der Immobilienunternehmer noch nie, gewann im Jahr 2000 aber die Vorwahlen in Kalifornien. Der in New York lebende Investor hat fünf Kinder aus drei Ehen.

Jeb Bush
2 von 11

Er könnte die Dynastie von Vater und Ex-Präsident George Bush Senior sowie Bruder und Ex-Präsident George W. Bush fortsetzen. Ob sein Nachname ihm im Wahlkampf hilft oder schadet, muss sich noch zeigen. Der ehemalige Gouverneur von Florida gilt als moderat und kann dank seiner Kontakte wichtige Spender hinter sich versammeln.

Scott Walker
3 von 11

Walker hat als Gouverneur von Wisconsin Schlagzeilen der besonderen Art gemacht - und Nerven gezeigt. Nach einer umstrittenen Sparpolitik wollten Kritiker ihn mit einer Abstimmung aus dem Amt jagen. Doch Scott überstand den Angriff und überlebte als Gouverneur. Nach Trump rechnen ihm Demoskopen derzeit die besten Chancen aus.

Mike Huckabee
4 von 11

Der Mann mit dem markanten Namen war bereits 2008 im Rennen und gewann sogar die erste Vorwahl in Iowa, musste später aber aufgeben. Seitdem tingelt der Baptistenprediger und Ex-Gouverneur von Arkansas durch die TV-Sender, etwa mit einer Talk-Show beim konservativen Sender Fox News. Er trifft besonders den Nerv der religiösen Rechten.

Ben Carson
5 von 11

Der 63-Jährige ist in Medizinerkreisen weltberühmt: Der Neurochirurg gilt als Pionier der operativen Trennung Siamesischer Zwillinge. Den ersten erfolgreichen Eingriff führte er 1987 an einem deutschen Brüderpaar aus Ulm durch. Der Afroamerikaner kommt aus sehr armen Verhältnissen und gilt als konservativ.

Ted Cruz
6 von 11

Der Newcomer sitzt zwar erst seit 2013 im Senat, hat aber schon durch bizarre Aktionen von sich reden gemacht - etwa mit 20 Stunden Dauerreden, wobei er teils aus Kinderbüchern zitierte. Der Texaner ist Tea-Party-Mann: Gegen Abtreibung, Waffengesetze und gegen „Big Government“. Die Parteibasis liebt ihn, Wechselwähler fürchten ihn.

Marco Rubio
7 von 11

Als Sohn kubanischer Einwanderer buhlt er vor allem um die wichtigen Stimmen der Latinos. Der Senator aus Florida fordert eine umfassende Einwanderungsreform und lehnt die Annäherung zwischen Havanna und Washington vehement ab. Er gilt als enger Freund von Jeb Bush, zudem als etwas zu jung und unerfahren.

Wegen des Streits zog der konservative Kommentator Erick Erickson eine Einladung an Trump für einen Auftritt bei einer Konferenz am Samstag zurück. „Ich will niemanden auf der Bühne haben, der auf eine feindselige Frage einer Dame sofort vermutet, dies sei hormonell bedingt“, schrieb Erickson auf der Webseite seiner Organisation RedState. Trumps Wahlkampfteam reagierte trotzig. „Das ist ein weiteres Zeichen der Schwäche durch politische Korrektheit.“

Die aggressiven Äußerungen Trumps über einzelne Bevölkerungsgruppen - vor allem Einwanderer - und auch über seine politischen Gegner überschatten derzeit alle politischen Inhalte des Vorwahlkampfs der Republikaner. Insgesamt bemühen sich 17 Kandidaten um die offizielle Nominierung. Diese wird nach Vorwahlen im Frühjahr 2016 in etwa einem Jahr vergeben. Die eigentliche Wahl ist erst im November 2016.

Nach der Fernsehdebatte hatte Trump in einer Reihe von Interviews zunächst gesagt, er erinnere sich gar nicht an die von Kelly angeführten Beschimpfungen. Doch gibt es in Trumps öffentlichen Äußerungen zahlreiche Beispiele.

So sagte er über die Schauspielerin und Moderatorin Rosie O'Donnell, sie sei ekelhaft, rede wie ein Fernfahrer und habe ein „fettes, hässliches Gesicht“. Über Huffington-Post-Gründerin Arianna Huffington schrieb er auf Twitter, sie sei „außen und innen hässlich“, über die Sängerin Bette Midler: „Wenn sie mich sieht, kriecht sie mir in den Arsch. Sie ist ekelhaft.“

  • ap
Startseite

Mehr zu: Donald Trump attackiert Moderatorin - „Schwäche durch politische Korrektheit“

0 Kommentare zu "Donald Trump attackiert Moderatorin: „Schwäche durch politische Korrektheit“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%