Donald Trump Schaulaufen für das Ministeramt

Barack Obama wählte seine Minister außerhalb des Rampenlichts aus. Ganz anders Donald Trump: Er veranstaltet eine Art Casting für die Kandidaten. Denn ihn interessiert vor allen Dingen eins: die öffentliche Meinung.
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Seit seinem Wahlsieg vor einem Monat hat Trump rund die Hälfte der Mitglieder seines Kabinetts bereits bestimmt und bekanntgegeben. Quelle: AFP
Und du wirst Minister, und du wirst Minister und..

Seit seinem Wahlsieg vor einem Monat hat Trump rund die Hälfte der Mitglieder seines Kabinetts bereits bestimmt und bekanntgegeben.

(Foto: AFP)

WashingtonDer künftige US-Präsident Donald Trump begrüßte den TV-Manager Robert Johnson mit einer direkten Frage: „Hast du geglaubt, dass ich gewinne?“ Johnson, Gründer des Fernsehsenders Black Entertainment Television (BET) und seit Jahren mit Trump bekannt, antwortete ebenso direkt: „Nein“ – und erntete dafür ein Lächeln seines Gegenübers.

Johnson ist einer von Dutzenden Gesprächspartnern, die in den vergangenen Wochen auf Einladung Trumps in dessen Büros in New York und New Jersey erschienen. Sie stellten sich für Regierungsämter vor oder wurden um ihre Meinung in politischen Fragen gebeten. Die meisten beschrieben die Treffen als ernsthaft, aber auch locker. Trump habe die Gespräche geleitet und dabei keine Notizen vor sich gehabt.

Der designierte Chefstratege Steve Bannon und der künftige Stabschef des Weißen Hauses, Reince Priebus, waren bei den meisten Treffen anwesend und stellten gelegentlich auch eigene Fragen. Manchmal nahm auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner teil. Die Gespräche, die bis zu eine Stunde dauern, sind nüchtern gehalten, angeboten wird nur ein Glas Wasser.

Klima-Skeptiker, Milliardäre und ein Wall-Street-Anwalt
Dan Coats
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Der künftige US-Präsident Donald Trump will den früheren US-Botschafter in Deutschland, Dan Coats, zum Geheimdienstdirektor ernennen. Coats war von 2001 bis 2005 US-Botschafter in Berlin unter Präsident George W. Bush. 2011 warf er Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, sich mit der deutschen Enthaltung beim Militäreinsatz in Libyen isoliert zu haben. Als ehemaliger Senator vertrat der Konservative zudem den US-Bundesstaat Indiana im Kongress.

Jay Clayton
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Neuer Chef der US-Börsenaufsicht wird unter US-Präsident Donald Trump Jay Clayton. Clayton ist ein Mann der Wall Street. Er arbeitet bisher als Wirtschaftsanwalt in der renommierten Kanzlei Sullivan & Cromwell. Unter anderem war er an den Vorbereitungen für den Börsengang des riesigen chinesischen Internethändlers Alibaba beteiligt.

Robert Lighthizer
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Anfang Januar wurde bekannt, dass Donald Trump den 69-jährigen Robert Lighthizer zum Handelsbeauftragten der US-Regierung machen will. Lighthizer gilt als scharfer Kritiker der Handelsstrategien Chinas und als Protektionist. Der Politikveteran hat als Handelsattaché in der Reagan-Ära zahlreiche bilaterale Abkommen ausgehandelt und den Umfang unfairer Einfuhren in die USA deutlich reduziert.

Carl Icahn
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Trump wird sich zukünftig beim Starinvestor Carl Icahn Tipps zu Regulierungsfragen holen. Icahn wird kein offizieller Regierungsmitarbeiter und für seine Dienste auch nicht bezahlt, sagte ein Trump-Sprecher. Nach Trumps Wahl setzen viele darauf, dass der 70-jährige Immobilien-Milliardär die Wirtschaft unter anderem mit einer Deregulierungswelle in Schwung bringen will. Icahn ist Großaktionär mehrerer Konzerne und vielen für ein aggressives Geschäftgebaren bekannt.

Peter Navarro
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Der durch seine Bücher wie „Tod durch China“ bekanntgewordene Ökonom Peter Navarro wird in den Nationalen Handelsrat des Weißen Hauses berufen. Der 67-jährige Wirtschaftsprofessor der University of California beriet Trump bereits im Wahlkampf. In seinem Buch „Tod durch China: Wie Amerika seine industrielle Basis verlor“, das die Grundlage für einen Dokumentarfilm lieferte, wirft er der Volksrepublik beispielsweise den Diebstahl geistigen Eigentums vor.

Innenminister: Ryan Zinke
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Der Kongressabgeordnete war Kommandeur der Marine-Infanterie-Elitetruppe Navy SEALs. Das Ministerium verwaltet rund ein Fünftel der öffentliche Flächen des Landes, darunter Nationalparks. Es ist in den USA nicht für die innere Sicherheit zuständig. Das übernehmen die Ministerien für Justiz und Heimatschutz. Zinke ist gegen die Privatisierung von öffentlichem Grundbesitz, hat aber auch für Gesetze gestimmt, die Umweltauflagen in solchen Gebieten aufweichen. Trump will auf Staatsgebiet verstärkt Ölbohrungen und Bergbau erlauben.

Rex Tillerson (l.) - Außenminister
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Der Chef des US-Ölkonzerns Exxon Mobil, Rex Tillerson, soll Außenminister werden. Das ist aus dem Umfeld von Donald Trump zu hören. Der 64-Jährige hat gute Beziehungen zu Russland, das Bild zeigt Tillerson im Jahr 2012 bei einem Aufeinandertreffen mit dem russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin.

„Das war kein Kaffeeklatsch“, sagt Sonny Perdue, der ehemalige Gouverneur von Georgia, der als Landwirtschaftsminister gehandelt wird. „Das war ein geschäftliches Treffen, bei dem ein CEO einen Bewerber für einen Job befragt hat.“

Seit seinem Wahlsieg vor einem Monat hat Trump rund die Hälfte der Mitglieder seines Kabinetts bereits bestimmt und bekanntgegeben. Die meisten sind politische Insider, reiche Geldgeber und treue Anhänger Trumps. Er kommt bei der Zusammenstellung des Kabinetts schneller voran als Präsident Barack Obama, der seine Ministerinnen und Minister traditioneller auswählte. Damals prüften Teams aus mehreren Anwälten den Hintergrund der jeweiligen Kandidaten und achteten darauf, dass deren Namen so lange wie möglich geheim blieben.

Bei Trump, einstiger Star des amerikanischen Reality-TV, kommt immer wieder der Entertainer durch. Er wägt öffentlich das Für und Wider der Bewerber ab und lässt sie auf dem Weg zu ihm an einem Tross Journalisten vorbei laufen. Die Treffen finden entweder in Trumps Büro im Trump Tower in Manhattan statt oder in seinem Golfclub in Bedminster, New Jersey.

Absagen werden über Medien mitgeteilt
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