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Doppelagent Bei Attentat auf Sergej Skripal wurde seltenes Nervengift verwendet

Ex-Geheimagent Skripal wurde Opfer eines Nervengift-Anschlags. Britische Ermittler suchen jetzt die Quelle der seltenen Substanz.
Update: 08.03.2018 - 13:47 Uhr Kommentieren

Anschlag auf russischen Ex-Spion – Ermittler befragen mehr als 200 Zeugen

London Bei dem Attentat auf einen russischen Doppelagenten ist ein sehr seltenes Nervengift verwendet worden. Das sagte die britische Innenministerin Amber Rudd am Donnerstag in einem Interview mit dem BBC-Radio. Welches Gift genau zum Einsatz kam, wollte Rudd nicht sagen. Einem BBC-Bericht zufolge handelt es sich weder um Sarin, das einem UN-Bericht zufolge zuletzt im Syrienkrieg zum Einsatz kam, noch um VX, mit dem im vergangenen Jahr der Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un getötet wurde.

Nervengifte greifen das Nervensystem an und legen die Funktion lebenswichtiger Organe lahm. Die britischen Ermittler versuchen nun herauszufinden, wo der betreffende Stoff hergestellt wurde. Experten zufolge gibt es nur wenige Labore auf der ganzen Welt, die dazu in der Lage sind.

Sergej Skripal und seine Tochter Yulia wurden am Wochenende mit Vergiftungserscheinungen im englischen Salisbury aufgefunden. Sie kämpfen seitdem in einem Krankenhaus um ihr Leben. Ein britischer Polizeibeamter, der zu Hilfe eilte und ebenfalls erkrankt ist, sei ansprechbar, sagte Innenministerin Rudd. Sein Zustand sei aber weiterhin ernst.

Skripal und seine Tochter wurden der Polizei zufolge gezielt mit dem Nervengift angegriffen. Ermittelt wird wegen versuchten Mordes. Der Fall erinnert an den Giftmord am Kremlkritiker Alexander Litwinenko im Jahr 2006 und hat inzwischen einen diplomatischen Schlagabtausch zwischen Moskau und London ausgelöst. Die Innenministerin wollte noch am Donnerstag vor dem Parlament über den Zwischenfall berichten.

Die britische Regierung hat das Attentat als „widerwärtiges und skrupelloses Verbrechen“ verurteilt. Die Öffentlichkeit verlange zu Recht, dass die Verantwortlichen identifiziert und zur Rechenschaft gezogen würden, sagte ein Sprecher der Premierministerin Theresa May am Donnerstag.

Innenministerin Amber Rudd versicherte bei einem Auftritt im Parlament am Donnerstag, die Regierung werde „robust und angemessen“ reagieren, sobald klar sei, wer hinter der Tat stecke. „Das war versuchter Mord auf eine höchst grausame und öffentliche Art“, sagte Rudd. Trotzdem müssten Spekulationen vermieden werden.

  • dpa
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