Drama von Lampedusa EU-Grenzschutz drängt Flüchtlinge ab

Die Debatte über die europäische Flüchtlingspolitik tobt seit dem Schiffsdrama von Lampedusa. Das Magazin „Monitor“ hat nun berichtet, dass EU-Grenzschützer Schiffe mit Migranten abdrängen – obwohl sie sie retten sollen.
5 Kommentare
Auf dem Weg nach Europa: Vergangene Woche kenterte erneut ein Flüchtlingsboot vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa, über 220 konnten gerettet werden. Quelle: AFP

Auf dem Weg nach Europa: Vergangene Woche kenterte erneut ein Flüchtlingsboot vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa, über 220 konnten gerettet werden.

(Foto: AFP)

Brüssel/KölnDie EU-Grenzschutzagentur Frontex war nach einem Bericht des Fernsehmagazins „Monitor“ in den vergangenen Jahren an der Abdrängung von Flüchtlingen im Mittelmeerraum beteiligt. Der Leiter von Frontex, Ilkka Laitinen, habe erstmals eingeräumt, dass solche Aktionen vorkämen, berichtete das Magazin am Donnerstag vorab. „Unsere Statistiken weisen fünf bis zehn Fälle im Jahr auf, in denen wir einem solchen Verdacht nachgehen müssen“, zitiert „Monitor“ den Frontex-Chef.

Angesprochen auf die Dokumentation von Abschiebeaktionen unter Beteiligung von Frontex-Mitarbeitern aus dem Jahr 2012 sagte Laitinen dem Magazin: „Ich kann nicht bestreiten, dass es diese Fälle gegeben hat.“ Solche Aktionen seien „nicht akzeptabel“.

Die Agentur Frontex mit Sitz in Warschau ist für den Schutz der EU-Außengrenzen zuständig. In der Praxis bedeutet das vor allem, die illegale Einwanderung über das Mittelmeer nach Italien, Malta, Spanien und Griechenland zu kontrollieren. Zu diesem Zweck dirigiert Frontex nationale Einsatzkräfte bei der Küstenüberwachung. Oft retten die Einsatzkräfte Flüchtlinge vor dem Ertrinken.

Italiens Marine rettet 300 Flüchtlinge

Flüchtlingsboote werden zudem abgefangen und in die Gewässer afrikanischer Staaten eskortiert. Menschenrechtsorganisationen kritisieren immer wieder, dass die Beamten nicht prüfen, ob sich an Deck Schutzbedürftige befinden, die Anrecht auf Asyl hätten.

Bei einem Schiffsunglück vor der italienischen Insel Lampedusa waren kürzlich mehr als 300 Flüchtlinge aus Afrika ums Leben gekommen. Die EU will nun Frontex in einer großangelegten Mission von der spanischen Küste bis nach Zypern einsetzen. EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström sagte jüngst, sie erhoffe sich davon, „Schiffe in Seenot zu retten und Tragödien unmöglich zu machen“.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Drama von Lampedusa - EU-Grenzschutz drängt Flüchtlinge ab

5 Kommentare zu "Drama von Lampedusa: EU-Grenzschutz drängt Flüchtlinge ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Odyssee von Fluechtlingen nach Europa.Es sind nicht nur wirtschaftliche Fluechtlinge welche nach Europa kommen.Wenn man betrachtet dass die Natolaender mit ihren Kriegen+schmutzige Politik schon ueber 15 mio Opfer verursacht haben im NahOst an Toten,Verwundeten,Fluechtlingen,und viele Laender+Regionen verwuestet haben,dann ist es ein Wunder das so wenige Fluechtlinge die Grenzen der EU stuermen.Auch der Hunger ist ein wichtiger Grund,BioOel+landwirtschaftliche EU-Politik haben fast eine Milliarde von Menschen in den Hunger getrieben,davon viele unweit von Europa.Das die EU sich so abschottet von dem Elend das von ihr verursacht wurde ist sehr heuchlerisch,und wurde auch vom Papst als sehr niedriger Moral angemahnt.Es ist hoechste Zeit die Nato in eine EUOrganisation zu aendern um von Kriegstreibern wie USA loszukommen

  • Wenn von 27 Staaten nur 3 Staaten Migranten aufnehmen in hoher Zahl, dann stimmt was nicht. Solange es Boote gibt die noch ein paar Stunden schwimmen, werden Flüchtlinge kommen. Wie man hört zahlen sie in allen über 8000.- Dollar
    für die Reise. Der Vorschlag hinter fer Hand von Grünlingen Schiffe zu mieten wie die AIDA und Co um in Häfen von Lybien,Türkei,
    Libanon zu liegen bis sie voll sind mit Flüchtlingen und sie dann nach Bremerhafen, Hamburg zu bringen ist absurd.

    Die Türkei schickt schon über 100 000Tausend Flüchtlinge nach Griechenland um das Land zu destabilisieren.

    Wenn 27 Staaten ein Abkommen über die Aufnahme von Asylantren treffen, dann gibt es Ruhe. Die Polen mit 3 Moscheen und kaum Asylanten müssen sich auch endlich bewegen. Aber die haben keine Grünen im Land die ihr Land so lieben wie die Deutschen Grünen.

  • Und? Ist Frontex eine Unterabteilung der DLRG? Was bedeutet "Grenzschutz"? für welche Aufgabe ist diese EU-Behörde aus Steuergeldern geschaffen?

  • Eine Alternative ist das 48h Asylverfahren wie man es in der Schweiz gegenüber den "Flüchtlingen" einiger Staaten einsetzt.

    Vandale

  • "Das Magazin „Monitor“ hat nun berichtet, dass EU-Grenzschützer Schiffe mit Migranten abdrängen..."
    "Flüchtlingsboote werden zudem abgefangen und in die Gewässer afrikanischer Staaten eskortiert."
    ---
    Völlig richtig gehandelt! M.W. handelt die amerikanische und australische Küstenwache (bewaffnete Schnellboote!) gegenüber Booten/Schiffen mit illegalen Einwanderern nicht anders, bis hin zur Stop-Salve vor den Bug.
    Die Alternative wäre aufbringen, Schlepperkahn als Werkzeug einer kriminellen Handlung konfiszieren und versenken oder verschrotten und die Passagiere postwendend im afrikanischen Ausgangshafen absetzen (schwierig, da Küstenwachboote nicht auf große Personenzahlen, die obendrein bewacht werden müßten, eingerichtet sind).
    Es sind und bleiben illegale *Eindringlinge*, denen der Zugang zu Europa zu verwehren ist. Punkt!
    Wer jetzt mit dem Argument "Menschenrechte" kommt: Es gibt keines, das ein Recht der illegalen Einwanderung in ein Land verbrieft, auch nicht nach Europa, schon gar nicht nach Deutschland in die Sozialsysteme! Man versuche als Europäer mal, sich illegal nach Australien zwecks Geldverdienen einzuschleichen, dreisterweise auch noch Sozialhilfe zu verlangen und man versteht, was ich meine.
    So oder so, speziell die Südflanke Europas ist so zu sichern, daß diese Wirtschaftsflüchtigsströme endlich abgewürgt werden und das geht nur mit harter, unerbittlich konsequenter Haltung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%