Drohende „Stunde Null“ Kapstadt eröffnet wegen Dürre Krisenzentrum

Den Bewohnern der südafrikanischen Millionenmetropole Kapstadt droht eine Abschaltung der Wasserversorgung. Eine mehrjährige Dürre hat die Wasserreservoire schrumpfen lassen. Im April droht nun die „Stunde Null“.
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Südafrika: Kapstadt eröffnet wegen Dürre Krisenzentrum Quelle: dpa
Verknappung des Trinkwassers

Die Bürger Kapstadts müssen sich weiter an einen Wasserverbrauch von nicht mehr als 50 Litern pro Tag halten.

(Foto: dpa)

Kapstadt Südafrikas von der Dürre geplagte Millionenmetropole Kapstadt bereitet sich auf das Abschalten seiner Wasserversorgung vor. Dafür wurde jetzt ein Krisenzentrum eingerichtet.

Die knapp 90 Mitarbeiter müssten Logistik und Planung für die Mitte April drohende „Stunde Null“ vorantreiben, erklärte am Montag Priya Reddy, eine Sprecherin der Stadtverwaltung. Den Behörden zufolge muss bei anhaltend hohem Verbrauch am 12. April die Wasserversorgung eingestellt werden. Wasser würde dann nur noch an 200 Verteilzentren unter Aufsicht von Militär und Polizei an Bürger ausgegeben werden.

Das Krisenzentrum soll die Vorbereitungen für die Wasserausgabestellen vorantreiben. Dort würden Bürger nur noch 25 Liter Trinkwasser pro Tag und Person bekommen, was international als Mindestmaß für Hygiene und Gesundheit gilt. Das Krisenzentrum soll zudem festlegen, welche für die Wirtschaft wichtigen Stadtteile auch nach der „Stunde Null“ weiterhin mit Wasser versorgt werden sollten.

Das erste Opfer des Klimawandels
Der pazifische Inselstaat heute
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Am Strand von Tabiteuea im Norden der Hauptinsel Tarawa auf Kiribati schwimmen Kinder im Licht der untergehenden Sonne. Quelle: Urs Wälterin

Trügerische Idylle
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Stimmen die Prognosen der Wissenschaftler, dürfte Kiribati als erste Nation der Welt dem Klimawandel zum Opfer fallen. Quelle: Urs Wälterin

Kiribati
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Diese Brücke wurde vom Meer einfach weggespült, erzählt der junge Mann. Beton und Stahl gegen die steigende Flut, die hämmernden Wellen haben sie keine Chance. Dabei sei das erst der Anfang, warnen Fachleute. Quelle: Urs Wälterlin

Gefährliches Meer
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Das Meer frisst sich wie ein Krebsgeschwür ins Land, es sickert in Gärten, Baumplantagen. Salz und Pflanzen, das geht nicht zusammen. Palmen Lieferanten von Kokosnüssen sterben ab. In getrockneter Form werden sie zu Kopra verarbeitet, dem wichtigsten Exportprodukt von Kiribati. Quelle: Urs Wälterlin

Abfall als Schutzwall
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Die Menschen schützen sich mit dem, was sie haben. Sie bauen Seedämme, Schutzwände, um das eindringende Wasser abzuhalten, so gut es eben geht. Sie verwenden Korallenschutt, auch Beton. Und Abfall. Müllsäcke, Konservendosen, Babywindeln, Tierkadaver, Autowracks. Quelle: Urs Wälterlin

Anote Tong
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Anote Tong vor seinem Haus, im Hintergrund das Meer. Es wird alles viel schlimmer, als meine Leute hier glauben, sagt er. Klimaskeptiker, die es besser wissen müssten, vergleicht er mit Kriminellen. Quelle: Urs Wälterlin

Das Trinkwasser
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Amon Timan fischt Müll aus Wasser vor seinem Strand. Hinter den Bäumen, nur gerade etwa zwei Meter unter dem Meeresspiegel, liegt die Trinkwasserlinse. Er sei dankbar, sagt der 68jährige: das Wasser noch nicht so brackig ist wie an anderen Orten in Kiribati. „Ich hoffe, das bleibt weiter so“. Quelle: Urs Wälterlin

Kapstadts rund 4,5 Millionen Einwohner sind aufgefordert, ab Februar pro Tag nur maximal 50 Liter Wasser pro Kopf zu verwenden - für Kochen, Putzen, Waschen, Trinken, Duschen, Klospülen. In Deutschland werden pro Person mehr als 120 Liter Wasser pro Tag verbraucht.

Die Stadt verbraucht derzeit rund 600 Millionen Liter pro Tag. Nur bei einer Reduzierung auf 450 Millionen Liter pro Tag ließe sich demnach die „Stunde Null“ noch vermeiden, so die Behörden. Die Wasserreservoire, die Kapstadt normalerweise versorgen, sind wegen einer mehrjährigen Dürre fast leer.

Kapstadt und die Provinz Westkap werden von der Demokratischen Allianz (DA) regiert. Die Opposition, der Südafrika regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC), wirft der DA Panikmache vor. Die „Stunde Null“ sei eine Erfindung, um den Leuten Angst zu machen.

  • dpa
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