Drohender Schuldenkollaps Allianz-Chefökonom warnt vor US-Dauerkrise

In den USA ist weiter keine Einigung im Haushaltsstreit in Sicht. Ökonomen in Deutschland hoffen auf eine rasche Lösung. Kommt die nicht, könnten etwaige Turbulenzen auch die deutsche Wirtschaft hart treffen.
Update: 03.10.2013 - 18:46 Uhr 13 Kommentare
US-Dollar-Geldschein: Die Angst vor einer Dauerkrise der Vereinigten Staaten wächst. Quelle: dpa

US-Dollar-Geldschein: Die Angst vor einer Dauerkrise der Vereinigten Staaten wächst.

(Foto: dpa)

BerlinDie Haushaltkrise in den USA sorgt weltweit für Besorgnis. Die Weltwirtschaft könnte nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) durch den Streit um die US-Schuldengrenze Schaden nehmen. Sollte sich die Politik in Washington nicht auf eine Anhebung des Limits einigen, brächte das Probleme sowohl für die Wirtschaft in den USA als auch weltweit mit sich, mahnte IWF-Chefin Christine Lagarde. Es sei daher absolut notwendig, diese Frage schnellstmöglich zu klären. Der Chefvolkswirt der Allianz SE, Michael Heise, bestätigt die Angst. Schon jetzt sei der Haushaltsstreit „einer kontinuierlichen Erholung der US-Wirtschaft sicherlich nicht zuträglich“, sagte Heise Handelsblatt Online. Ein nur kurzer „Shutdown“ von beispielsweise einer Woche werde die Konjunktur wahrscheinlich nicht nachhaltig dämpfen. „Die Risiken steigen jedoch mit einem längeren politischen Stillstand und der noch kommenden Debatte um die Erhöhung der Verschuldungsgrenze“, warnt der Ökonom.

Auch ein Spitzentreffen zwischen Präsident Barack Obama und ranghohen Kongressabgeordneten brachte am Donnerstag keine Annäherung. Die Republikaner seien besessen von der Idee, die Einführung der Gesundheitsreform zu behindern, kritisierte Obama am Donnerstag. Dies scheine der einzige Punkt zu sein, der die Partei noch eine. Das Präsidialamt erklärte, die Abgeordneten müssten dafür sorgen, dass die Verwaltung wieder arbeiten könne. Vorher werde Obama mit den Republikanern weder über den Haushaltsnotstand noch über die Schuldengrenze verhandeln.

Der Ausgang des ersten Gesprächs dieser Art sorgte am Donnerstag für Nervosität an der Wall Street und erneut sinkende Kurse. Dabei rückt zunehmend der zweite, schwerwiegendere Streit über die Schuldengrenze in den Vordergrund. Sollten hier Demokraten und Republikaner keine Einigung erzielen, droht den USA Mitte Oktober die Zahlungsunfähigkeit.

Der Chefvolkswirt der DZ Bank, Stefan Bielmeier, fürchtet vor diesem Hintergrund Nachteile für die deutsche Wirtschaft. Wenn der US-Budgetstreit innerhalb von wenigen Tagen gelöst werde, würden für die deutschen Exporteure kaum negative Auswirkungen spürbar sein. „Wenn sich die Angelegenheit jedoch über mehrere Wochen hinziehen sollte, so werden auch die Geschäfte deutscher Unternehmen in den USA Schaden nehmen“, sagte Bielmeier Handelsblatt Online.

Für die deutsche Exportwirtschaft sei der US-Markt nach wie vor „von sehr großer Bedeutung“. In den letzten Jahren hätten die Ausfuhren in die USA sogar wieder überdurchschnittlich zugelegt und damit zur wirtschaftlichen Stabilität in Deutschland beigetragen.

Der Stillstand des Staatsbetriebs in den USA wirkt sich indessen zunehmend auf die Wirtschaft aus. Nachdem wegen des Etatstreits fast 800.000 Regierungsangestellte in den Zwangsurlaub geschickt worden waren, droht jetzt tausenden Industriearbeitern und externen Auftragnehmern ein ähnliches Schicksal. US-Präsident Barack Obama und amerikanische Top-Manager warnten vor schlimmen Folgen des politischen Konflikts. Eine Lösung deutete sich auch am Donnerstag, dem dritten Tag des „Government Shutdown“, nicht an.

Ein erstes Spitzengespräch des Präsidenten mit Führern der Republikaner und Demokraten im Kongress am Mittwochabend (Ortszeit) im Weißen Haus blieb ohne Ergebnis. Stattdessen hat sich der Streit noch ausgeweitet. Obama forderte die Opposition nach einem Bericht „New York Times“ auf, nicht nur einem Übergangsbudget zur Öffnung der Regierung zuzustimmen, sondern auch die Schuldengrenze der USA zu erhöhen. Erst dann sei er bereit, über andere Dinge zu verhandeln.

DZ Bank erwägt Abwärtsrevision ihrer US-Konjunkturprognose
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13 Kommentare zu "Drohender Schuldenkollaps: Allianz-Chefökonom warnt vor US-Dauerkrise"

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  • Ich dachte immer,das solche politische Kapriolen, eigentlich den Italiener vorenthalten ist.
    Wie kann man eine Partei wählen, die gegen eine Krankenkasse für alle ist. Haben wohl mit Berlusconi telefoniert um zu erfahren, wie man das Volk verarscht.

  • @Ludwig500

    -Government-Shutdown-

    Also so ein Government-Abschuss ist doch eigentlich eine prima Sache. Sollten wir auch bei uns einführen.
    Stellen sie sich einen solchen Abschuss in Brüssel vor.
    Sämtliche korrupten Politbanditen und ihre Helfer würden ohne Bezahlung nach Hause geschickt. Die Korruption in der EUdSSR würde schlagartig zusammenbrechen. Dass das den Finanzoligarchen Sorgen macht kann ich natürlich verstehen.

    Ein Government-Abschuss in Deutschland wäre noch vorteilhafter.
    Man könnte sämtliche unnützen Beamtenhorden ohne Bezahlung nach Hause schicken. Die Staatsverschuldung würde rasch sinken.

    Government-Abschüsse als Dauereinrichtung könnten viele Probleme lösen.

  • Nanu, weltweit machen sich Ökonomen und Finanzoligarchen Sorgen. Sollten wir den Anfang vom Ende des Geldsystems gerade erleben? Hatte ich mir etwas spektakulärer vorgestellt. Nene, keine Panik, die magische Geldvermehrung stösst an ihre Grenzen, also wird nicht die Geldvermehrung infrage gestellt, sondern die Grenze verschoben. Ein paar mal geht das noch, die Sackgasse lässt noch ein paar Hundert Meter Vollgas zu. Aber dann wird´s knallen.

  • Wenn Sie schon zitieren ,dann richtig.
    Das Zitat war von Virchow dem Pathologen.
    Das z.K.

  • Freunde also auch mal die Kommentare in der Post oder der Times lesen.
    Die Teapartisten haben dieses Problem vom Zaun grbrochen um Obamacare vom Tisch zu wischen.
    Eine Loesung fuer die Probleme haben sie aber nicht und spielen nur den starken Maxen oder halten 21 stuendige Reden im Kongress ,um ihr Image zu schaerfen.
    Von Erpressungsversuche will ich gar nicht reden.
    Es fehlen einfach die politischen Fuehrungskraefte bei uns.
    Wir brauchen diese notwendiger denn je.
    Leider z.Zt. Fehlanzeige hier in der USofA.
    Weter so von Krise zu Krise in DC.

  • Einen Tag vor dem letzten FED-Meeting am 18.9.13 hat die Bank of Japan „völlig unerwartet“ 10 jährige US-Staatsanleihen im Umfang von 52 Mrd. Dollar gekauft, nachdem der Zinssatz der T-Bonds einen Tag vorher über die kritische 3,01%-Schwelle gestiegen war.
    Ein weiterer Zinsanstieg hätte den Hausmarkt in den USA zum Erliegen gebracht; wahrlich eine Freundschaftsleistung der Japaner, die selbst jeden Dollar brauchen, um ihre Wirtschaft zu stützen.
    Durch die japanische Hilfe sank der Zinssatz auf 2,6%,- Operation geglückt!
    Ich fürchte, daß wir jetzt in die kritische Phase für die FED kommen, in der niemand mehr bereit ist, toxische US-Staatsanleihen zu kaufen,

    Kann es sein, dass die die Kriegsverlierer Kolonien der USA wie Japan oder Deutschland herangezogen werden um weiterhin mit solchen „Reparationszahlungen“ eine völlig verfaulte Währung mit Namen Dollar mit Steuermittel zu stützen – mit der Folge eines globalen Kolappses??

  • "...dann gibt es keinen Streit.." - Und Nob macht mit, dann gibt es keinen Streit mit der Kinderpflegerin/Erzieherin.

  • "Der US-Geheimdienstdirektor James Clapper sieht die nationale Sicherheit in Gefahr, da 70 Prozent ziviler Geheimdienstmitarbeiter im Zwangsurlaub seien. „Aus meiner Sicht beschädigt dies ernsthaft unsere Fähigkeit, die Sicherheit dieser Nation und seiner Bürger zu schützen“, sagte Clapper in einer Kongressanhörung." - Clapper-Plapper.... da zeigt sich erst wahre Stärke, auch ohne zweite oder dritte Personen, ohne militärische Waffen. Die USA sind eine militärische Weichspülernation. Neues Phänomen: statt Germanangst nun usAngst.

  • Stimmt !!!
    Meine Frau sagt auch immer:" Du mußt nur das tun, was ich will, dann gibt's auch keinen Streit ..."

  • Sauerbruch soll mal sinngemäß gemeint haben: "Wissense, ich hab jetzt ein paar Jahre Operationsionspraxis hinter mir. Glaubense ich hätte je eine Seele in einer OP gefunden?"

    Oder gesucht? würde man heute anfügen wollen können.

    Nunja, das soll früher mal gewesen sein.

    Um wieviel feiner sich QVC mit Lock&Lock doch gibt: die haben Konzeptdosen grad im Angebot.

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