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Drohender Staatsbankrot Gläubiger lehnen Argentiniens neues Umschuldungsangebot wieder ab

Der Streit um einen Schuldenschnitt geht weiter: Die Gläubiger haben der argentinischen Regierung ein neues Gegenangebot unterbreitet. Die will jedoch nicht mehr verhandeln.
21.07.2020 - 03:53 Uhr Kommentieren
Argentinien fordert von seinen privaten Gläubigern, auf einen Teil ihrer Forderungen von rund 66 Milliarden US-Dollar zu verzichten. Quelle: dpa
Alberto Fernandez, Präsident von Argentinien

Argentinien fordert von seinen privaten Gläubigern, auf einen Teil ihrer Forderungen von rund 66 Milliarden US-Dollar zu verzichten.

(Foto: dpa)

Buenos Aires, New York Im seit Monaten andauernden Streit über einen Schuldenschnitt haben mehrere wichtige Gläubiger das Angebot der argentinischen Regierung abgelehnt und eine Gegenofferte unterbreitet. „Unser gemeinsames Angebot enthält große wirtschaftliche und rechtliche Zugeständnisse“, hieß es am Montag (Ortszeit) in einer gemeinsamen Erklärung von drei großen Gläubigergruppen. „Die verbesserte Offerte entlastet Argentinien kurzfristig und sichert Argentinien langfristig Zugang zum internationale Kapitalmarkt.“

Medienberichten zufolge fordern die Kreditgeber höhere Zinsen auf die Staatsanleihen und Änderungen an einigen Vertragsklauseln. Die drei Gläubigergruppen halten rund ein Drittel der für die Umschuldung vorgesehenen Titel. Zu den Gläubigern gehören unter anderem die Investmentkonzerne Blackrock, Fidelity, Greylock Capital und Ashmore.

Die Schulden der zweitgrößten Volkswirtschaft in Südamerika sind zu den aktuellen Bedingungen nicht mehr tragfähig. Deshalb fordert Argentinien von seinen privaten Gläubigern, auf einen Teil ihrer Forderungen von rund 66 Milliarden US-Dollar (rund 59 Milliarden Euro) zu verzichten. Kommt es zu keiner Einigung, droht dem Land erneut die Staatspleite. Es wäre der neunte Zahlungsausfall in der argentinischen Geschichte.

Die argentinische Regierung zeigte sich am Montag nicht verhandlungsbereit. „Wir können uns nicht mehr bewegen“, sagte Präsident Alberto Fernández im Fernsehen. Auch Wirtschaftsminister Martín Guzmán machte deutlich, dass das aktuelle Angebot das letzte Wort aus Buenos Aires ist. „Wir sehen, dass es in dieser Gruppe von Gläubigern an Verständnis für die beschränkten Möglichkeiten Argentiniens fehlt“, sagte der Ressortchef.

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    Argentinien steckt in einer schweren Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Inflationsrate betrug zuletzt mehr als 50 Prozent. Für das laufende Jahr rechnen Experten mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft um rund zehn Prozent. Ende Mai hatte Argentinien Zinsforderungen in Höhe von 503 Millionen US-Dollar nicht beglichen und war dadurch in einen begrenzten Zahlungsausfall gerutscht.

    Mehr: Argentinien bekennt sich zu Freihandelsabkommen Mercosur.

    • dpa
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