Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Druck auf „Guardian“ Britische Zeitung musste Geheimdokumente löschen

Der britische Geheimdienst soll den „Guardian“ wegen des Snowden-Materials massiv unter Druck gesetzt haben. Nach Angaben des Herausgebers sei die Zerstörung von Festplatten in der Redaktion überwacht worden.
Update: 20.08.2013 - 04:36 Uhr 58 Kommentare
Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger: Massiver Druck der britischen Regierung auf die Zeitung. Quelle: Reuters

Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger: Massiver Druck der britischen Regierung auf die Zeitung.

(Foto: Reuters)

Washington Britische Geheimdienstagenten haben nach Angaben von „Guardian"-Chefredakteur Alan Rusbridger die Zerstörung von Computerfestplatten aus seiner Redaktion überwacht. Damit habe offenbar verhindert werden sollen, dass Einzelheiten aus den Geheimdokumenten in die Hände chinesischer Spione fallen, schrieb Rusbridger in einem Kommentar der Online-Ausgabe seiner Zeitung.

Den Vorgang bezeichnete er als „einen der eher bizarren Momente in der langen Geschichte des Guardians“. Die Dokumente waren der Zeitung vom ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden zugeleitet worden.

Rusbridger zufolge folgte die Zerstörung der Festplatten wochenlangem Druck britischer Behörden, die die Herausgabe oder die Zerstörung von Snowdens Material verlangt hätten. Kurz nach den ersten vom Journalisten Glenn Greenwald im „Guardian“ veröffentlichten Berichten über das Ausmaß der amerikanischen und britischen Spähprogramme sei er von einem ranghohen britischen Regierungsvertreter kontaktiert worden.

Der habe angegeben, „die Ansicht des Premierministers“ David Cameron zu vertreten. Er habe die Herausgabe oder Zerstörung des Materials verlangt. In mehreren zunehmend schwierigen Treffen sei diese Forderung wiederholt worden, und schließlich seien rechtliche Schritte angedroht worden. Danach habe man der Zerstörung der Festplatten zugestimmt.

„Ihr hattet euren Spaß. Nun wollen wir das Zeug zurückhaben“, hätten sie erklärt. Nach der Zerstörung von Computern in der Londoner Redaktion habe ein Geheimdienstmitarbeiter gewitzelt: „Wir können unsere schwarzen Helikopter auch zurückrufen." Die Berichterstattung seiner Zeitung über die Spähprogramme werde das aber nicht beeinträchtigen.

Der „Guardian“-Journalist Glenn Greenwald hat in den vergangenen Wochen wiederholt Dokumente Snowdens veröffentlicht, wodurch umfangreiche Ausspähungen des US-Geheimdienstes NSA bekannt wurden. Die Veröffentlichungen haben die US-Regierung im In- und Ausland stark unter Druck gesetzt.

„Ihr habt Eure Debatte gehabt."
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Druck auf „Guardian“ - Britische Zeitung musste Geheimdokumente löschen

58 Kommentare zu "Druck auf „Guardian“: Britische Zeitung musste Geheimdokumente löschen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • 'kuac' fragt
    -----------------
    Rechner sagt:
    "Wählt NPD - DIE nationaldemokratische Partei Deutschlands."
    --- Die NPD ist so demokratisch wie die islamisch Fundamentalisten.
    -----------------

    Würde mich 'mal interessieren ob Sie diese Behauptung auch begründen können.

    Ich behaupte jedenfalls bis zum Beweis des Gegenteils, daß Ihre Behauptung auf Unkenntnis der demokratischen Praxis der NPD beruht.

    +++

    'kuac' fragt
    -----------------
    Was ist denn überhaupt eine Nationaldemokratie? So wie heutige UK/USA?
    -----------------

    Mit scheint, Sie mißverstehen daß Wort "nationaldemokratisch". Es ist ein Eigenschaftswort, daß seinerseits aus zwei Eigenschaftswörtern zusammengesetzt ist, nämlich "national" und "demokratisch".

    Wenn eine Partei sich nationaldemokratisch nennt, dann dann bedeutet das, daß sie sowohl national als auch demokratisch ist.

    Und zwar ohne daß es eine "Nationaldemokratie" gäbe.

    Genauso wie bei dem Eigenschaftswort freidemokratisch, zu dem es auch kein Hauptwort "Freidemokratie" gibt.

    ...

    Lernen Sie mehr über zusammengesetzte Eigenschaftswörter hier:

    http://vs-material.wegerer.at/deutsch/d_wort_adj.htm

    ...

    Und machen Sie sich nicht draus!

    Für einen Ausländer ist Ihr Deutsch schon sehr ordentlich.

    Immer schön weiter üben - dann wird das auch was mit den zusammengesetzten Eigenschftswörtern und anderen Sprachkonstruktionen für Fortgeschrittene.

  • Ich denke die Menschen wissen ganz genau das die demo auf der straße nichts bringt, also sabotieren Sie in aller stille. Die Widerstand formiert sich im verborgenen..

  • Nachdem in Deutschland ca. 15 Prozent der Menschen von 16 bis 74 Jahren, also ca. nur jeder siebte ins Netz geht, wundert mich hier in diesem Land gar nichts mehr!
    Diese Statistik ist von heute also nicht von vor 10 oder gar 20 Jahren!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Kein Wunder, dass hier nichts los ist, wenn man sich vor die Glotze setzt und alles verspeist was einem so an Serienmüll vorgesetzt wird. Ja ja Mutti Merkel wirds schon richten!

    Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass es hier fast keinen Aufstand über Datenspionage gibt. Wahrscheinlich wissen die Menschen nicht was das tatsächlich bedeutet. Wenn Menschen festgenommen und verhört werden nur weil sie mit einem Journalisten befreundet sind, wenn Medien, die über diesen unglaublichen Skandal berichten ihre Festplatten zerstört bekommen, wenn Unternehmer ihr Unternehmen aufgeben um nicht mit diesem miesen Spitzeltum in einen Topf geworfen zu werden, ja wennn, mir bleibt die Spucke weg!
    Hört man was im Deutschen Regierungsviertel dazu????
    Natürlich nicht, es sind ja immer die anderen!!!!!!!!!!!

    Wie sagte Profalla, wir haben es schriftlich, wir werden nicht mehr ausspioniert, ha ha ha ha ...mir wird übel

  • http://duckhome.de/tb/archives/10046-Sei-wachsam-Sie-machen-dich-arm.html

    Ein Glanzstück von Reinhard Mey!!!

    Bitte weitergeben!

  • @Mintkatze

    Das Problem ist halt, die heutige EUdSSR-Junta interessiert sich nicht nicht mehr für höchstrichterliche Urteile. Deshalb plädiere ich ja auch für den Umsturz und die Reinstallierung von Rechtsstaat, Marktwirschaft und Demokratie und "Brüsseler Prozessen". Nach dem Zusammensturz müssen die Übergangsregierungen unverzüglich dafür sorgen, dass die politischen Täter und ihre Günstlinge die neuen Staaten nicht mehr verlassen können um ihrer Verurteilung zu entgehen.

  • Ohh man...die GCHQ mal wieder...die sind so doof...*totlach*

    Die sollten wissen, dass es von diesen vernichteten Files weltweit Kopien gibt und Wikileaks ist bereits dran, eine weitere Datenbombe gegen die Geheimdienste zu zünden. Nicht umsonst wurde gestern eine 349 GB große und verschlüsselte Datei rausgeschickt auf tausende weltweite Spiegelserver!!

    Und darüber hinaus hat die GCHQ doch sowieso schon gegen uns User und gegen die Presse verloren. Warum?? Weil zwei höchstrichterliche Urteile gegen diesen Überwachungsstaat ausstehend sind:

    1. er EuGH wegen der Klage von Österreich und Irland gegen diese EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung

    siehe dieser Bericht von der taz:

    http://www.taz.de/!119601/

    Da war am 09. Juli bereits mündliche Verhandlung und am 07.11.2013 wird der nächste Termin sein!!

    Als nächster Schritt wird am 7. November der unabhängige EuGH-Generalanwalt Cruz Villalón seinen Schlussantrag – eine Art Gutachten – veröffentlichen. Das Urteil des EuGH wird dann einige weitere Monate später folgen.


    Das ist der erste Streich und der zweite folgt sogleich:

    2. das Urteil vom Bundesverfassungsgericht in Bezug auf die Bestandsdatenauskunft!!

    Mal hier gucken:

    http://stopp-bda.de/

    (Sammel-Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz zur Bestandsdatenauskunft)

    Außerdem verstößt dieses Vorgehen der GCHQ gleich mal gegen zwei weitere höchstrichterliche Urteile:

    a) EuGH zur Illegalität von Präventiv-Filtern im Internet:

    http://lexetius.com/2011,5504

    Denn nichts anderes stellt diese Vernichtung dieser Festplatten dar und

    b) gegen das Urteil vom Bundesverfassungsgericht zum Computerschutz aus 2008:

    http://lexetius.com/2008,143

    Darüber hinaus verstößt diese Aktion sogar gegen so ziemlich jedes geltende Gesetz: Internationales Recht (UN-Charta: Grundrecht auf Privatsphäre), europäisches Recht (EU-Grundrechte-Charta) und gegen deutsches Recht (unser Grundgesetz)!!

  • "Überflussgesellschaft konnte sich Demokratie leisten" Von Demokratie sind wir aber doch heute weit entfernt. Und Mangelgesellschaft haben wir nicht.
    Haben wir wirklich Demokratie? Hat bei uns das Volk jemals etwas zu sagen gehabt? Oder war es nicht so, dass man früher die Zügel lockerer gelassen hat als heute?
    Muß man Demokrati enicht als Mitsprache des Volkes definieren? Und die haben wir mitnichten! Die Wahlen nimmt ja wohl keiner ernst. Vorher wird gelogen wie sonst nie auf der Welt.

  • Man stelle sich vor, daß dies in Russland geschehen wäre.

    Druck auf die Presse, Zerstörung von Datenträgern, Einschüchterung der Redaktion.
    Man würde eine Empörungswelle der "politisch Korrekten" erleben. Geschrei nach Menschenrechten und Boykott von Sportveranstaltung, etc..

    Die gleichen Leute inclusive Amnesty Int., EU-Kommission, Human Rights Watch blah, etc. sollten jetzt auch bitte ihre Stimme erheben....... Bitte !!!

  • Ich höre immer wieder, dass es deutschen Bürgern weniger an Ihren Persönlichkeitsrechten liegt, als vielmehr an der Sicherheit von Leib und Leben. Wenn nun die Informationen zu Ihrer (aller) Person erfasst wird, darunter politische, theistische, akademische, marktpolitischen Vorstellungen und Präferänzen, möchte ich folgende vereinfachte Wahl zur politischen Repräsentation Deutschlands vorschlagen. Bilden Sie die einzelnen Daten zu einer Person zur Variable, bestimmen Sie eine Ausgleichsfunktion und ermitteln Sie deren Median. So würde wenigstens das Konzept einer Demokratie vollendet und ein scheinheiliges Machtgeplänkel würde entfallen. PS Kabinett erbibt sich aus dem "Vertrauensband" um das Median.

  • Also ich meine, es kann kein Zweifel daran bestehen, das NSA und weitere Geheimdienste, den kompletten Datenverkehr mitschneiden und auswerten. Die Aussagen der USA beziehen sich auf den Fakt, dass nur Daten, die relevant genug sind, Anti-Terror-Recht walten zu lassen, an die Oberfläche geraten, während der Rest natürlich wieder gelöscht wird (Speicherkapazität). Dieser Umstand ändert nichts an dem Prinzip eines Überwachungsstaates. Eine Reaktion darauf wäre A) eine weitreichende Distanzierung und B) eine Legitimierung durch Nicht-A.. B) wurde schon als taktiles wirtschaftspolitisches Kalkül gewertet. Dabei folgt die Marktkapitalisierung von Bürger/-Persönlichkeitsrechten. Es ist demnach zZ Fakt (auch in D), dass ich jedes Bürgerrecht mit Geldwert unterminieren kann. Da die BR nicht in der Lage ist, Sicherheit und Bürgerrechte in Personalunion zu verteidigen, stellt sich die Frage, ob dem Deutschen Oberhaus nun ein satter Bauch seines "Volkes" ausreichende Bedingung für dessen Existenzberechtigung darstellt.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote