Düstere Wirtschaftslage Geht Griechenland bald die Luft aus?

Griechenlands Aussichten auf einen Euro-Verbleib schwinden. Das Land versucht, noch das Schlimmste zu verhindern. Doch ein aktuelles Ratingurteil macht wenig Hoffnung. Die Politik wappnet sich für den Ernstfall.
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Griechenland in Richtung Pleite

Berlin/DüsseldorfFür Griechenland wird die Luft immer dünner. Darauf deutet die jüngste Analyse der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hin. Die Experten senkten den Ausblick für die Kreditwürdigkeit Griechenlands auf "negativ". Das Land werde vermutlich weitere Hilfen benötigen, teilte die US-Agentur am Dienstagabend mit. "Nach der verzögerten Umsetzung von Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung und einer Verschlimmerung der griechischen Wirtschaftslage gehen wir davon aus, dass Griechenland 2012 zusätzliche Finanzhilfen aus dem EU/IWF-Programm benötigen wird", hieß es in einer Erklärung. Für den Zeitraum 2012 bis 2013 geht S&P nun von einem Schrumpfen der griechischen Wirtschaft von zehn bis elf Prozent aus, verglichen mit den EU/IWF-Schätzungen von vier bis fünf Prozent.

S&P bestätigte das Rating "CCC/C" für Griechenland. Damit gelten die Anleihen des Landes als hoch spekulativ. Anfang Mai hatte S&P die Kreditwürdigkeit Griechenlands auf "CCC" hochgestuft von "vorübergehenden Zahlungsausfall". Dabei war der Ausblick mit "stabil" benotet worden.

Am Sonntag hatten die internationalen Geldgeber Griechenland Fortschritte bei den Sparbemühungen bescheinigt. In einer gemeinsamen Erklärung von EZB, EU-Kommission und IWF hieß es, die Gespräche über eine Umsetzung des Sparprogramms seien produktiv verlaufen. Es bedürfe jedoch einer stärkeren Anstrengung, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Von dem für September erwarteten Bericht der sogenannten Troika ist die nächste Auszahlung von Hilfen aus dem Rettungsprogramm abhängig.

Wie brenzlig die Lage ist, zeigt auch ein Bericht des "Wall Street Journal". Der Internationale Währungsfonds (IWF) drängt demnach die Euro-Staaten, auf Schuldansprüche gegenüber Athen zu verzichten. Wie das Blatt unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise berichtet, droht der Fonds, sonst seine Milliardenhilfen an Athen vorerst einzustellen. Bisher haben sich Regierungen und Notenbanker des Euro-Raums einem Schuldenschnitt verweigert. Ohne Verzicht könne Griechenland aus eigener Kraft seine Budgetziele kaum einhalten, so die Begründung der IWF-Experten.

Die Politik wappnet sich derweil für den Ernstfall. Ein Euro-Austritt Griechenlands wird für beherrschbar gehalten. Selbst Eurogruppen-Chef Jean Claude Juncker vertritt inzwischen diese Position, wenngleich er aber auch betont, dass dieser Weg nicht beschritten werden solle. Andere sehen sich durch die Äußerungen des luxemburgischen Premiers indes in ihrer Haltung bestätigt, dass die Griechen kaum noch im Währungsraum zu halten seien.

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  • "Der Wormser Wirtschaftsprofessor Max Otte hält indes einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone für verkraftbar" Wirklich? Hat schon mal jemand daran gedacht, was der weitere Verbleib Griechenlands, Italiens, Spaniens, Frankreichs etc kosten wird? Das möchte Herr Otte und die offzielle Politik wahrscheinlich gar nicht wissen, weil man das den Menschen in Europa nicht mehr erklären kann. Ich will es dennoch sagen: den Kollaps der gesamten EU- Währungsunion mit einer Inflation, hinter der sich die der 20er Jahre des 19. Jhd. hierzulande gut verstecken kann. Aber so etwas muß man den Leuten auch gar nicht erklären, denn das merken die dann schon selbst.

  • @Europäer

    01.09.2012 Europaweiter Ausschreibung zur Suche nach den besten Köpfen für ein europäisches Netzwerk der Kammerberufe
    02.09.2012 Es gibt gar nicht überall Kammerberufe
    01.02.2015 Ausschreitungen in Kairo wegen der Verantwortlichkeiten im europäischen Berufsnetzwerk ;-)
    01.07.2025 Die Wirtschaft fasst weltweit Fuß und das gesamteuropäische Brottusozialprodukt bewegt sich inflationsbereinigt auf dem Niveau von 2007

  • Selbst Eurogruppen-Chef Jean Claude Juncker vertritt inzwischen diese Position, wenngleich er aber auch betont, dass dieser Weg nicht beschritten werden solle.

    Nun scheinbar auch hier ein Effekt von Weidmann's Nein. Mit der nötigen Standhaftigkeit wird man sich so eine fairere Unterhandelposition aufbauen können. Und jemand, der nur agiert in Funktion seines Rufes, wird nicht ernstgenommen. Genau das ist mit D passiert.

  • Es ist ja in Ordnung, wenn ein Großes Land einem kleinen Land innerhalb der EU hilft. Aber wenn man dem Land immer nur Geld gibt und die wollen sich keine Vorschriften machen lassen, dann sollte man das Land aus der EU solange verbannen bis die Schulden beglichen sind.
    Desweiteren sollten die EU Länder alle die selben Richtlinien haben und nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen, das bringt nur Ärger.
    Auch kann es nicht sein das immer nur ein Land allen anderen Ländern die Schulden bezahlt und sie nicht wieder bekommt, daran aber selbst fast Pleite geht.
    Man sollte erst mal all seine Schulden abzahlen und dann einen bestimmten Betrag auf die EZB einzahlen um danach den anderen Ländern helfen zu können, mit der Verpflichtung das Geld zurückzahlen zu müssen.
    Das aber auch nur wenn man diese Eventualität nicht vorraus sehen konnte.

  • Entscheidend wird nicht sein, wie gewählt wird, entscheidend wird sein, wie gezählt wird!

  • @Carsten_Ax,
    bisher hat die Troika immer relativ schnell nach der Abreise aus Griechenland die Fakten auf den Tisch gelegt, dieses mal jedoch brauchen sie für die Auswertung noch Zeit bis mitte September warum wohl?
    Nich würde mal interessieren was die Troika macht wenn das Bundesverfssungsgericht die Urteilsverkündung zum ESM auf auf mitte Oktober vertagt.Warscheinlich würde dann der Bundespräsident Gauck auf Grund der Dringlichkeit den ESM schnell unterschreiben und somit das Urteil ins leere laufen lassen. Vieleicht wird Herr Gauck auch vorab durch das BVfG informiert, dass der ESM abgelehnt wird.

  • @Marietta,
    na ja wenn ich einer von den Politikern wäre würde ich auch nicht unterzeichnen, denn der größte Korruptionsverein sind die Politiker selbst. Vieleicht sollte die UNO alle Politiker explizit aus diesem Abkommen herrauslassen, dann klappt es auch mit der Ratifizierung.

  • @pensionskonto,
    genau die Türkei ist ein blühendes Land, deshalb sollen die bestimmt auch in die EU damit der derzeitige Durchschnittsverdienst von 450,00 €uro aufgebessert wird. Die Türkei hätte heute die gleichen Probleme wie Griechenland wenn sie im Euro wären.

  • Hallo Herr Sobottka,
    ich glaube gestern gelesen zu haben, dass Sie im HB Forum nicht mehr schreiben wollten, was ist daraus geworden?
    Nichts gegen Sie persönlich aber man sollte eben nur das schreiben an was man sich auch hält.

  • Haben sie vorgestern die Kommentare der Linken zu Gabriels Schuldenunion gehört? Ich glaube es war die Kipping die der SPD und den Grünen gleich ein Koalitionsangebot machte. Den Linken ist lediglich der Fiskalpakt ein Dorn im Auge, weil dieser Fiskalpakt soll nicht mehr veränderbar sein, es können also keine Ausufernden Schulden mehr gemacht werden. Ginge es alleine um den ESM hätte die Linke genauso dafür gestimmt wie der Rest.

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