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Duma Vorwürfe sexueller Belästigung im russischen Parlament

Mehrere Journalistinnen beschuldigen einen hochrangigen russischen Politiker der sexuellen Belästigung. Der Parlamentspräsident will davon nichts wissen.
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Die russische Parlamentskammer wird direkt vom Volk gewählt und zählt 450 Abgeordnete. Quelle: dpa
Duma

Die russische Parlamentskammer wird direkt vom Volk gewählt und zählt 450 Abgeordnete.

(Foto: dpa)

Moskau Der russische Parlamentspräsident Wjatscheslaw Wolodin hat Vorwürfe über sexuelle Belästigung im Unterhaus beiseite gewischt. „Fühlen Sie sich bei ihrer Arbeit in der Duma gefährdet? Falls ja, suchen Sie sich einen anderen Job“, sagte Wolodin am Mittwoch. Er reagierte damit auf Vorwürfe von drei Journalistinnen gegen Leonid Sluzki, den Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses der Duma.

Die ausführlichsten Vorwürfe kamen von Farida Rustamowa vom russischen Dienst der BBC. In einem am Dienstag veröffentlichten Artikel erklärte sie, bei einem Besuch in Sluzkis Büro im vergangenen März habe dieser sie aufgefordert, sie solle ihren Verlobten verlassen. Dann habe er „seine Hand, seine Handfläche über meine untere Region“ geführt.

Rustamowa erklärte, sie habe seine Äußerungen aufgenommen. Die BBC hat die Aufnahme nicht veröffentlicht, druckte aber eine Abschrift davon. In einem Facebook-Posting erklärte die Journalistin, sie fürchte um ihre Sicherheit, da Sluzki ein einflussreicher Politiker sei und er mächtige Freunde habe.

Eine weitere Journalistin, Daria Schuk, beschuldigte Sluzki, 2014 in einem Studio des Fernsehsenders Doschd versucht zu haben, sie zu küssen. Einen ähnlichen Vorwurf erhob die Vizechefredakteurin des Fernsehsenders RTVI, Jekaterina Kotrikadse. Demnach soll Sluzki sie 2011 in seinem Büro gegen eine Wand gedrückt und versucht haben, sie zu küssen.

Sluzki hat sich über die Anschuldigungen lustig gemacht und erklärt, „nichts ist passiert, und Frauen haben sich nie beschwert“. Die Vorsitzende des Duma-Familienausschusses, Tamara Pletnjowa, sprang Sluzki bei. Dem Sender Echo Moskwi sagte sie, Journalistinnen „täten besser daran, sich anständig zu kleiden und nicht mit nacktem Bauch herumzulaufen“.

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