Dumping-Streit Chinas Ministerpräsident Li kritisiert EU

Die EU will Solar-Billigimporte aus China mit Strafzöllen eindämmen. Dies kritisiert Chinas Ministerpräsident Li Keqiang vor seinem Deutschland-Besuch – und bekommt Rückendeckung von deutscher Seite.
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Chinas Ministerpräsident Li kritisiert EU im Solar-Streit

Peking/ShanghaiUnmittelbar vor seinem Deutschland-Besuch hat Chinas neuer Ministerpräsident Li Keqiang die EU im Milliardenstreit über Billigimporte von Solarmodulen kritisiert. Strafzölle und Anti-Dumping-Ermittlungen würden anderen schaden, ohne dass sie einem selbst nutzten, zitierte ihn die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am späten Freitag. Die Bundesregierung hatte vor dem Treffen von Kanzlerin Angela Merkel mit Li am Sonntag in Berlin signalisiert, anders als die EU-Kommission strebe sie kein Anti-Dumping-Verfahren gegen die chinesische Solarindustrie an: Sie will einen Handelskrieg mit China vermeiden.

Der deutsche Botschafter Michael Schaefer sprach sich in einem Interview mit der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua gegen Protektionismus aus. Als große Exportnationen hätten Deutschland und China ein gemeinsames Interesse daran, den globalen Freihandel zu sichern, Protektionismus zu bekämpfen und faire Handelsregeln zu entwickeln.

Vertrauen sei die Basis der Partnerschaft beider Länder, zitierte Xinhua den Botschafter weiter. Die EU will den Solar-Billigimporten aus China einen Riegel vorschieben und die Einfuhr von Solarpaneelen dem Vernehmen nach mit einem durchschnittlichen Zollsatz von 47 Prozent belegen. China hatte seinerseits kürzlich eine Anti-Dumping-Untersuchung zu Importen von Stahlrohren aus Europa eröffnet.

Die EU-Staaten führen jährlich aus der Volksrepublik Module im Wert von rund 21 Milliarden Euro ein - die Hälfte der chinesischen Exporte. China ist für die EU nach den USA der zweitwichtigste Handelspartner.

Li sagte Xinhua zufolge vor Unternehmern in der Schweiz, China hoffe, dass die EU die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit der Volksrepublik als Ganzes bedenke und das Prinzip des freien Handels aufrechterhalte. Li ist der ranghöchste chinesische Politiker, der sich bislang zu dem Streit geäußert hat. Ein weiterer Streitpunkt sind geplante Anti-Dumping-Ermittlungen der EU gegen Chinas Telekommunikations-Ausrüster wie Huawei.

Li wird am Wochenende zu einem Antrittsbesuch in Berlin erwartet. Die Bundesrepublik ist das erste EU-Land, das der seit März amtierende Ministerpräsident besucht. Merkels Regierungssprecher Steffen Seibert hatte am Freitag gesagt, Europa und China müssten im Solarstreit eine gütliche und faire Einigung finden, mit der beide Seiten leben könnten.

  • dpa
  • rtr
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  • @Oliver42:
    "Nord-/Südamerika, Europa und Ozeanien können auch ohne China, aber China nicht ohne den Rest der Welt."

    -> Sie irren sich !

  • @margrit117888:

    Ja, aber was glauben Sie, wo Deutschland ohne China stehen würde ?

    -> Viele Dinge des täglichen Lebens wäre für einen Großteil der Bürger inzwischen unbezahlbar. Das muß man auch mal sehen !

  • netshadow
    So ist es
    Die Deutschen sind das blödeste Volk der gesamten Welt.
    Unsre Politiker verscherbeln unser Land

  • Micha
    Sie hben Recht. Wir waren es doch, die China haben so hochkommen lassen. Die ganze Technik stammt von uns.
    Wie blöde muß man eigentlich sein?
    Und beklagen unsere Firmen das.

  • Nichts gegen freien Handel, aber mit China und anderen staatlich geleiteten Staaten gibt es keinen freien Handel sondern Dumping wegen ungleicher Waffen/Produktionsmittel.

    Auf chinesische Waren, die massiv von der chinesischen Staatsleitung protegiert und subventionert werden, müssen Strafzölle.

    China arbeitet mit unfairen Mitteln und versucht sehr gezielt, bestimmte Branchen in westlichen Staaten zu zerstören, indem dort staatliche Dumpingpreise von chinesischen Waren bestehen.

    Mit den USA/Kanada, Mittel- und Südamerika und Ozeanien aber auch Japan oder Indien ist einigermassen ein freier Handel möglich, aber Chnias Staatsführung kämpft mit unfairen Mitteln und davor sollten sich die westlichen Marktwirtschaften schützen.

    Nord-/Südamerika, Europa und Ozeanien können auch ohne China, aber China nicht ohne den Rest der Welt.

  • "Es gibt nur noch eine Alternative!
    Im September richtig wählen!"

    Aber mit Sicherheit nicht die Brut, die das von Anfang an "makroökonomisch" mit eingefädelt hat. Wenn diese Clique was zu sagen hätte, würde sie es tun. Tut sie aber nicht, sie taktiert und schwafelt genauso rum wie die CDU. Schlimmer noch, die Clique wird von Leuten mit angeführt, die Transparenz darüber verweigern, wieviel Agrarsubventionen Deutschland denn nun so bekommen hat für die tollen Burger, die verseuchten Hühner, die jetzt nicht mehr in Legebatterien fruchten dürfen, dafür werden die Käfige aber nun in die Ukraine exportiert. Und in diesem Kreislauf ist man als deutscher Verbraucher wieder mit verseuchtem Fleisch drin. Denn das gibts von dort dann billiger.

    Bundestag komplett austauschen, und sämtliche Berater dazu (auch und gerade die Kaste um die angeblich Liberalen), Lobbyisten in die Wüste schicken.
    Mindestwahlquote einführen, wenn nicht mindestens 80% zur Wahl gehen, für ungültig erklären lassen.
    Was da sitzt, hat in Wirklichkeit keine Mehrheiten, sondern wird stillschweigend geduldet.

  • Da hat der deutsche Botschafter den chinesischen Sitten genügt um deren Gesicht zu wahren. Dazu ist er ja auch da.

    Die EU tut gut daran noch mehr zu prüfen, sich nicht in die Rolle des Buhmann drängen zu lassen, sondern über noch mehr Zölle zu verhandeln.
    Nichts gegen freien Handel, aber mit China und anderen Staaten gibt es keinen freien Handel, sondern Dumping wegen ungleicher Waffen/Produktionsmittel.
    Nicht nur der ständige Abfluß von Know-How mit Wiederkehr in Form von wegfallenden Arbeitsplätzen, auch die Millarden, die mit Markenkopien gemacht werden, sprechen eine andere Sprache als das was ich unter freiem Handel verstehe.
    China kann herkommen und wird nicht daran gehindert Firmen, Patente und funktionierende Strukturen zu kaufen.
    Ein europäischer Unternehmer kann das ohne "Joint-Ventures" nicht. Autos haben Importzölle nach China, und viele andere elektronische Geräte auch. Wer sich die Liste einmal anschaut, wird staunen und sich die Augen reiben. Während dessen darf man nach Europa wirklich jeden Schrott billig verkaufen.
    Alles ganz abgesehen davon, das einige Werte, die auch einen guten und fairen Handel ausmachen, ja schon garnicht mehr erwähnt werden. Geldrechte vor Menschenrechte? Aber klar doch, dient doch dem Export und schafft Arbeitsplätze. Diese unbewiesene Geschichte geht mir schon lange auf den Senkel.
    Ich habe im Handel jahrelangedas Gegenteil erleben müssen, alles im Namen der "Erschließung" neuer Märkte, immer billiger, immer höher, immer weiter.
    Der globale Kapitalismus hat mich zwar wohlhabend gemacht, nun macht die "Globalisierung" erstmal ein Land nach dem anderen arm, und läßt eine Jugend zurück, die keiner mehr im eigenen Land braucht. Und ein Land wie China beschwert sich über Protektionismus?
    Na, gehts noch?

  • Wer hat die Vertreter der chinesischen Firmen in unsere Forschungsinstitute geholt?
    Wer hat den die chinesischen Firmen dann mit billigen EU-Krediten subventioniert?
    Die EU liefert sich letztendlich selbst ans Messer!
    Es gibt nur noch eine Alternative!
    Im September richtig wählen!

  • Auch in dieser Angelegenheit zeigt sich die volle Dummheit der EU-Kommission. Beim Olivenoel ist es aehnlich.

  • Mal sehen, wer am Ende den kürzeren zieht!
    Es geht nur um Profit auf Kosten der Anderen.
    Wer die besseren Waffen hat, wird immer gewinnen!

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