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Ebola-Hilfe „Die Belastung ist extrem hoch“

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„Jetzt gilt es, die Menschen vor Ort nicht schlagartig alleine zu lassen“
Die „Robert Koch“ startet ihre Rettungsmission
Evakuierungsflugzeug «Robert Koch»
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Deutschland verfügt ab sofort über ein Rettungsflugzeug zum Transport von Ebola-Patienten. Ein entsprechend umgebauter Lufthansa-Airbus wurde am heutigen Donnerstag in Dienst gestellt.

(Foto: dpa)
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Nach Angaben der Lufthansa handelt es sich um das weltweit bislang erste Evakuierungs-Flugzeug, in dem schwerkranke Ebola-Patienten während des Flugs umfassend intensivmedizinisch betreut werden können. Die bisher im Einsatz befindlichen Flugzeuge sind kleiner und bieten deshalb keine vergleichbaren Behandlungsmöglichkeiten

(Foto: AFP)
Evakuierungsflugzeug «Robert Koch»
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„Wir müssen zugeben, dass wir als internationale Staatengemeinschaft ein wenig zu spät gekommen sind. Umso mehr sind wir gefordert, jetzt das uns Mögliche zu tun“, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (l.), hier mit Gesundheitsminister Hermann Gröhe bei der Besichtigung der Maschine.

(Foto: dpa)
Evakuierungsflugzeug «Robert Koch»
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Der Airbus A340-300 „Robert Koch“ ist ein knapp 64 Meter langes Langstreckenflugzeug, das vorher im normalen Flugbetrieb unterwegs war und von den Technikern der Lufthansa für seinen neuen Einsatzzweck umgebaut wurde. An der Entwicklung war neben der Bundesregierung und der Lufthansa auch das Robert-Koch-Institut beteiligt.

(Foto: dpa)
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Die Passagiersitze und die übrige Kabineneinrichtung wurden entfernt und durch eine „Patient Transport Isolation Unit“ ersetzt. Dabei handelt es sich um eine Art fest im Innenraum verbautes luftdichtes Spezialzelt mit vorgelagerten Schleusenzelten für Mediziner und Pflegepersonal. Diese arbeiten im Inneren der Isoliereinheit in Schutzanzügen.

(Foto: AFP)
huGO-BildID: 40477610 View into a special tent in the medevac plane "Robert Koch" for Ebola patients which was unveiled by the German gover
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Innerhalb des Zeltes kann ein Ebola-Patient wie in einer Spezialklinik durchgehend intensivmedizinisch betreut werden, ohne dass die übrige Besatzung gefährdet wird oder Erreger entweichen können. Daneben bietet das Flugzeug Platz für bis zu 19 Begleiter, etwa Techniker für die Spezialausrüstung, Behördenvertreter und Ärzte.

(Foto: ap)
Frank-Walter Steinmeier, Hermann Groehe
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Die Bundesregierung hat das Evakuierungsflugzeug bei der Lufthansa zunächst für sechs Monate geleast mit der Option auf drei Monate Verlängerung. Das Flugpersonal stellt die Lufthansa. Mehr als 700 Piloten und Flugbegleiter hätten sich freiwillig für den Einsatz gemeldet, teilte das Unternehmen mit.

(Foto: ap)

Wie nahe werden Sie mit Ebola-Kranken in Kontakt kommen?
Aktuell sind die Ebola-Infektionen in Liberia erfreulicherweise gesunken. Im Behandlungszentrum des DRK in Monrovia werden derzeit keine Ebola-Kranken aufgenommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit Ebola-Patienten in Kontakt komme, ist also gering. Ganz ausschließen kann man das aber nicht. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass das DRK-Zentrum mit anderen schweren Krankheiten konfrontiert wird.

Was sind das für Krankheiten?
Das sind Infektionskrankheiten, die genauso gefährlich sind wie das Ebola-Virus, etwa Cholera, Malaria, Lassa- und Dengue-Fieber. Oder nehmen Sie zum Beispiel das Lassafieber. Das ist ein Virus, das hier in Deutschland in Hochsicherheitslaboren behandelt werden muss.

Das heißt, Sie kommen wahrscheinlich gar nicht mit Ebola-Patienten in Kontakt?
Jein, denn es kommen verschiedene Patienten zur Behandlung in das DRK-Zentrum in Monrovia. Um welche Erkrankung es sich dabei genau handelt, kann man vor der Behandlung nicht genau sagen. Das heißt: Es besteht schon die Möglichkeit, dass ich in Kontakt mit einem Ebola-Patienten komme.

Wieso ist es wichtig, dass das DRK ein Behandlungszentrum eingerichtet hat, obwohl dort derzeit keine Ebola-Kranken aufgenommen werden?
Es ist wichtig, selbst wenn derzeit keine Ebola-Kranken dort behandelt werden. Die Behandlung von schweren Nicht-Ebola-Infektionskrankheiten wie Cholera, Malaria, Lassa- und Dengue-Fieber ist mindestens genauso wichtig. Jetzt gilt es, das angeschlagene Gesundheitssystem Liberias wieder zu stärken und die Menschen vor Ort nicht schlagartig alleine zu lassen.

Zuletzt stiegen die Ebola-Neuinfektionen in ganz Afrika wieder. Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko bei Ihnen?
Gering. Erstens bin ich geschult, zweitens arbeiten wir mit Schutzkleidung und drittens stehen die Abläufe, zum Beispiel beim An- und Ausziehen, unter genauer Kontrolle. Ich darf mich nicht allein ausziehen. Es steht immer jemand daneben, um sicherzustellen, dass ich nicht unbeabsichtigt Fehler begehe, die eine Infektion ermöglichen könnten.

Wie ist es, in den Tropen täglich mit einem Schutzanzug aus dickem Kunststoff arbeiten zu müssen? Haben Sie dafür ein besonderes Training bekommen?
Ja, ich habe eine spezielle Vorbereitung durchlaufen. Zum einen eine tropenmedizinische Untersuchung und zum anderen die sogenannte G26. Das ist eine Untersuchung, die zum Beispiel für Taucher und Feuerwehrleute vorgesehen ist und die Arbeit mit Schutzgeräten simuliert. Außerdem wird der Umgang mit dem Schutzanzug im dreitägigen Ebola-Training noch einmal intensiv geübt. Dann werden auch die Hitzebedingungen für den Ernstfall simuliert.

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