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Ebola-Hilfe „Die Belastung ist extrem hoch“

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„Wer soll gehen, wenn nicht ich?“
Die Ebola-Helfer aus Deutschland
Ebola Training Würzburg
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Zwei Tage Training in Würzburg (Foto) oder im schleswig-holsteinischen Appen sollen die Helfer aus Deutschland fit machen für den Einsatz in Westafrika.

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Einer von ihnen ist der 47-Jährige ist schon lange beim Roten Kreuz aktiv. Der Auslandseinsatz in Westafrika, zu dem er am Samstag aufbricht, ist sein dritter.

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Ebola Training Würzburg M_Lennartz
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Kein Millimeter Haut bleibt unbedeckt: Diplom-Ingenieur Mario Lennartz beim Training für seinen Einsatz im Ebola-Gebiet.

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Haiti Krankenhaus nach Erdbeben Luftbild
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Mario Lennartz hatte bereits zwei Auslandseinsätze: In Pakistan – und Haiti, wo er nach dem Erdbeben 2010 beim Aufbau eines Krankenhauses half.

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In Pakistan stellte Lennartz gemeinsam mit zwei weiteren Deutschen und vielen einheimischen Kräften die Trinkwasserversorgung für eine ganze Stadt wieder her.

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Pakistan Aufklärungsarbeit 2 , Rajanpur , MLennartz
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In Rajanpur in Pakistan leistete Lennartz außerdem noch Aufklärungsarbeit. Der Ingenieur ist in Bonn beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) angestellt.

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Wie werden Sie vor Ort leben? Ist ein normales Leben eigentlich möglich oder sind Sie den ganzen Tag im Einsatz?
Die Helfer vor Ort werden in Schichten eingeteilt. Die Belastung ist extrem hoch – mental und körperlich. Zwölf Stunden durcharbeiten, das geht dort nicht. Außerdem werden die Einsätze im Schutzanzug genauestens beobachtet. Keiner bleibt länger als eine Stunde im Schutzanzug. Meine genauen Arbeitszeiten kenne ich aber noch nicht.

Sie sagen, die Belastung sei extrem hoch. Das schreckt viele Helfer ab. Warum haben Sie sich freiwillig gemeldet?
Ich habe die Ausbildung dafür über Monate hinweg erworben, ich habe keine Kinder und mein Lebenspartner ist auch als Helfer vor Ort gewesen. Das heißt: Ich weiß aus erster Hand, was mich erwartet. Außerdem habe ich bereits im Ausland in der Entwicklungszusammenarbeit gearbeitet. Insofern stelle ich mir die Frage: Wer soll gehen, wenn nicht ich?

Jetzt sind Sie meiner Frage ausgewichen und haben eher Ihre Voraussetzungen beschrieben. Mich würde aber interessieren, wie Ihre Familie dazu steht. Was passiert da emotional bei Ihnen, bevor Sie in das Ebola-Gebiet fliegen?
Eigentlich war mir schnell klar, dass ich vor Ort helfen will. Insofern war es von Beginn an eine rationale Entscheidung, die ich mit meiner Familie und meinem Partner besprochen habe. Ich schaue nicht nur zu und will was tun. Es ist sehr befriedigend für mich, sagen zu können: Ich schaue nicht weg, ich tue wirklich was. Deswegen fahre ich dorthin.

Was ist, wenn Sie sich selbst infizieren?
Sowohl bei einer Infektion als auch bei dem schlichten Verdacht wird man sofort aus dem Dienst genommen. Dann wird man sofort getestet, um schnell Gewissheit zu haben. Außerdem gibt es eine medizinische Evakuierung. Wenn sich also ein Verdacht bewahrheitet, werden wir ausgeflogen.

Trotzdem könnte es dann schon zu spät sein. Haben Sie sich mit dem Gedanken auseinandergesetzt, zum letzten Mal ihre Liebsten zu sehen?
Natürlich. Vor einer halben Stunde habe ich mein Testament geschrieben und Vorsorgevollmachten erteilt. Das muss man in petto haben. Andererseits ist das Risiko, auf der Straße überfahren zu werden, größer als das Risiko, was ich vor Ort haben werde. Die Straßen in der Eifel sind gefährlicher.

Ebola ist also eine diffuse Angst in Europa und in Liberia mittlerweile unter Kontrolle?
Wenn man alle Vorsichtsmaßnahmen befolgt, dann ist Ebola auf jeden Fall kontrollierbar und die sinkenden Neuinfektionszahlen zeigen das. In Europa herrscht bei Ebola-Panik und ein deutliches Nicht-Wissen.

Spenden an das Deutsche Rote Kreuz für die Ebola-Hilfe an das Konto: IBAN DE63370205000005023307; BFSWDE33XXX (Bank für Sozialwirtschaft) oder alternativ an das Konto 41 41 41, Bankleitzahl 37020500 mit dem Stichwort Ebola.

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