Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Édouard Philippe Normannischer Sturkopf: Wie Frankreichs Premier die Demonstranten provoziert

Édouard Philippe facht mit seiner Sturheit die Proteste gegen die Rentenreform an. Dabei waren die Demonstrationen bereits am Abflauen.
12.12.2019 - 16:46 Uhr Kommentieren
Der Politiker bringt nicht zum ersten Mal die Bevölkerung gegen sich auf. Quelle: AFP/Getty Images
Édouard Philippe

Der Politiker bringt nicht zum ersten Mal die Bevölkerung gegen sich auf.

(Foto: AFP/Getty Images)

Paris Édouard Philippe ist ein kultivierter und geradliniger Politiker. Seine Körpersprache und die etwas steife Haltung des hochgewachsenen Normannen aus Rouen deuten aber eine persönliche Schwäche an: Der 49-Jährige neigt dazu, Geradlinigkeit mit Rechthaberei zu verwechseln.

Starrköpfig beharrt Frankreichs Premier darauf, dass die von Präsident Emmanuel Macron schon im Wahlkampf versprochene gemeinsame Rente für alle mit Sparmaßnahmen verbunden werden müsse. „Ich bin fest in meinen Ansichten“, sagt Philippe am Mittwoch bei der Vorstellung seiner detaillierten Vorschläge. Er will ein sogenanntes Gleichgewichtsalter einführen: Wer vor 64 in Rente geht, soll Abschläge erhalten – wer länger arbeitet, belohnt werden.

Zwar gibt es in Frankreich schon heute Abschläge, wenn man nicht so lange eingezahlt hat, dass es für eine volle Rente reicht – aber Philippe will durchsetzen, dass das Alter von 64 zum Angelpunkt wird. In Macrons Wahlprogramm stand davon nichts.

Philippe treibt damit die CFDT, die reformerische Mehrheitsgewerkschaft, die als einzige hinter Macrons Reform steht, in die Opposition. Bislang war sie gegen die Streiks, die das Land derzeit lahmlegen. Doch zornig über Philippes Ambitionen ruft die CFDT seit Mitte dieser Woche zu Protesten auf.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Frankreichs Premier hat schon einmal die Bevölkerung in Rage gebracht: Aus heiterem Himmel senkte er das Tempolimit auf Landstraßen von 90 auf 80 Kilometer pro Stunde. Erst nach dem Wutsturm der „Gelbwesten“ und der Zerstörung von 90 Prozent der Radarfallen lenkte er ein.

    Philippe kommt von den Konservativen und hat sich Macron erst spät angeschlossen. 2017 machte Macron ihn zum Premier, seitdem kam es immer wieder zu Konflikten mit dem linksliberalen Flügel der Macron-Partei „En Marche“. Philippes politischer Ziehvater ist der konservative Ex-Premier Alain Juppé. Der hat 1995 durch mangelnde Flexibilität einen der längsten Streiks in Frankreichs Geschichte ausgelöst – und anschließend seine Rentenreform abgeblasen. Offenbar das falsche Vorbild.

    Mehr: Die französische Regierung macht sinnvolle Zugeständnisse bei der Rentenreform, enttäuscht aber ausgerechnet die reformerischen Gewerkschaften.

    Startseite
    Mehr zu: Édouard Philippe - Normannischer Sturkopf: Wie Frankreichs Premier die Demonstranten provoziert
    0 Kommentare zu "Édouard Philippe: Normannischer Sturkopf: Wie Frankreichs Premier die Demonstranten provoziert"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%