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Effekt wie bei Lehman-Pleite Athen schürt Angst vor globalem Schock

Das Lehman-Gespenst hat einen neuen Namen: Griechenland. Der Finanzminister des Pleitestaats zieht selbst den Vergleich und zeichnet ein düsteres Szenario, sollten die EU-Partner jetzt nicht helfen.
19.07.2011 - 09:44 Uhr 32 Kommentare
Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos. Quelle: dapd

Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos.

(Foto: dapd)

Athen Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos hat vor einem Dominoeffekt in der Schuldenkrise gewarnt. „Unsere Schwäche ist unsere Stärke. Jeder erinnert sich gut an die Fehler, die die Bush-Regierung bei Lehman Brothers gemacht hat“, sagte Venizelos am Montag im griechischen Fernsehen. „Keiner sollte den Dominoeffekt unterschätzen.“ Griechenland habe noch keine Lösung akzeptiert, die einen teilweisen Zahlungsausfall einschließe. Es seien zahllose Optionen geprüft worden.

Venizelos plädierte dafür, dass ein zweites Hilfspaket den Euro-Rettungsfonds EFSF sowie den EU-Rettungstopf EFSM stärker einbinden könnte. „Es kann ein Modell gefunden werden, das alle zufriedenstellt - die Mitgliedsstaaten, Deutschland eingeschlossen und die EZB.“

Derzeit suchen die Euro-Länder mit Hochdruck nach Wegen für ein zweites Hilfsprogramm für Griechenland, an dem auch der Privatsektor im Gegensatz zu dem ersten Programm beteiligt werden soll. Am Donnerstag wollen die Staats- und Regierungschefs dazu auf einem Sondergipfel Beschlüsse treffen.

Nicht nur in der Politik, sondern auch innerhalb der Europäischen Zentralbank (EZB) ist umstritten, ob eine Pleite Griechenlands in Kauf genommen werden sollte. Ein teilweiser Zahlungsausfall Griechenlands muss nach Ansicht von EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny nicht zwingend schwere negative Folgen haben. „Es gibt einige Vorschläge, die einen sehr kurzlebigen teilweisen Zahlungsausfall beinhalten, die nicht wirklich erhebliche negative Konsequenzen hätten“, sagte Nowotny am Dienstag dem Fernsehsender CNBC. Es gebe viele Möglichkeiten, von einem klaren Zahlungsausfall bis zu einem teilweisen Zahlungsausfall. Dies müsse sehr ernsthaft diskutiert werden.

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    Die Regierungen der Euro-Staaten müssen nach dagegen Auffassung von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet einen Zahlungsausfall Griechenlands verhindern. Die Regierungen müssten einen Weg finden, um dies zu unterbinden, sagte Trichet in einem Interview mit der estnischen Zeitung „Postimees“, der slowakischen „Hospordarsky Novine“ und der slowenischen „Delo“. Ein „Kreditereignis, ein begrenzter Zahlungsausfall oder ein Zahlungsausfall“ sollten vermieden werden. Die EZB ermutige die Regierungen, so schnell wie möglich angemessene Lösungen zu finden. Zugleich betonte Trichet, dass die Regierungen in erster Linie für ihre eigenen Finanzen verantwortlich seien.

    • rtr
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    32 Kommentare zu "Effekt wie bei Lehman-Pleite: Athen schürt Angst vor globalem Schock"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Gebe Ihnen recht, Hanschen. Ich tippe auch darauf, dass uns sowohl von den Griechen als auch und noch mehr von den Banken und allen voran Herrn Ackermann mit seiner "Kernschmelze" eine ganze Menge vorgemacht wird. Die bauen eine Drohkulisse auf, und dummerweise haben sich die Regierungen mehrer Euro-Länder, allen voran die unsrige, davon überaus beeindrucken lassen. Hier ist es dringend erforderlich, dass die marktliberalisierenden Spinnereien aus der Schröder-Fischer-Ära wieder rückgängig gemacht werden. Die Banker lassen es sonst solange darauf ankommen, bis wirklich nichts mehr geht. Sie testen einfach aus, wie weit sie uns Steuerzahler in die Haftung nehmen können.
      Vielleicht kommt demnächst alles ganz anders. Die große "Kernschmelze" wird zum reinigenden Gewitter und fegt ein paar der ganz schlimmen Übeltäter von der Bühne, die den ganzen Zirkus ja nur als eine riesige und überaus effektive Provisionsmaschine benutzen. Der Euro wird daran nicht zugrunde gehen. Vielleicht kann man dann auch wieder zu halbwegs vernüftigen Preisen ein paar Goldmünzen kaufen.

    • Können wir Griechenland nicht einfach zwangsversteigern?

    • Nein, eure Schwäche ist eure Schwäche.
      Lehman war ein anderes Kaliber und traf die Finanzwelt unverhofft.
      Ihr könnt keinen erpressen, höchstens die EZB, die eure Schrottanleihen im Depot hat.

    • Nun, es war zu erwarten, dass es nur eine Frage der Zeit ist, wann die Geberländer von den Griechen erpresst werden. Die Belohnung für diese dreißte Erpressung sollte auf dem Fuß folgen, nämlich die sofortige Einstellung aller Zahlungen an Griechenland. Mir der Drachme können die Griechen nicht mehr erpressen.

    • Mit einem Wort: "Erpressung". Und immer wenn man erpreßt werden soll, empfiehlt es sich, schnell ein Ende zu setzen, da man sonst zum ewigen Zahlmeister der Griechen wird. Griechenland soll aus dem Euro-Raum austreten! Jede andere Option kommt uns auch nicht "billiger".

    • Die Lehmann-Pleite wird immer als großer Fehler bezeichnet. Dabei ignoriert man den reinigenden Effekt der sich daraus ergeben hat. Klar es hat die Politik in Atem gehalten und viel Geld gekostet. Aber stellt euch vor man hätte Lehmann gerettet: dann wäre AIG heute noch mit dem alten CDS Geschäftsmodell unterwegs und wüsste zudem dass man einen 'too-big-to-fail' Status genießt. AIG hätte dann doch erst richtig Gas gegeben. Und mit Griechenland ist es das gleiche. Es zirkulieren Unsummen an CDS die keiner genau kennt und die Risiken wachsen ständig. Ein offizieller Zahlungsausfall Griechenlands würde das ganze CDS Geschäft offenlegen und uns enorm weiterhelfen. Man darf aber annehmen dass die CDS Verkäufer zur Zeit starken Druck ausüben, dass genau das nicht passiert. Wer genau hinsieht kann vermutlich den einen oder anderen AIG Nachfolger schon ausmachen.

    • ...und wieder eine Erpressung, sind wir mittlererweile gewohnt. Das verstehen die Griechen unter europäischen Solidarität !

    • EUROBANDS und feste Zusagen sind der einzige Weg fuer diejenigen in Deutschland, die Steuern zahlen und gleichzeitig in Lebensversicherungen investiert haben!
      all diese Gelder sind "Kapital" fuer diese Staatsschuldverschreibungen! ohne Eurobonds zahlen wir mit Steurgeldern die Griechen-Schulden und unsere renditen der LV's sinkt drastisch!
      Nur smit Eurobonds koennen wir ueber hoehere Zinsen z.B. auf Deutschland Bonds die erwartete Rendite erwirtschaften und indirekt von den Zahlungsverpflichtungen = Steuerausgaben profitieren. PUNKT!
      Hier sitzen wir nolens volens im gleichen Boot mit der MAFIA und dem EURo-Wahnsinnigen Juncker & Luxembourg, wo die massiven bis "schwarzen" Geldmengen, die ueber Deutsche dependancen in Luxembourg liegen ebenfalls zu diskussion stehen. Alle anderen Wege sind mit grossen Verlusten der in LV's angelegten Gelder der "kleinen" aber fleissigen Leute verbunden! So ist es nun mal!

    • Ah, Herr Venizelos. Sein Name sagt alles. Einer der Familienclans, die GR seit je ausplündern. Die anderen sind Karamanlis, Papadopoulos, Papandreou, alles Namen, die jeder Grieche kennt und verflucht. Und die jetzt bei dem Drama in vorderster Linie stehen und drohen.

      Hat eigentlich schon jemand von einem Beitrag dieser Sippen gehört?

    • Man sollte mit dem nächsten Hilfspaket zuerst einen Mini-Haircut von 5% verbinden. Die Summe wäre so klein, dass man mögliche Kettenreaktionen auch bei Kreditausfallversicherungen gut im Griff behalten könnte. Und man hätte endlich mal die notwendige Medizin verabreicht. Wenn das im ersten Schritt gut geht kann man ja stufenweise weitere kleine Haircuts durchführen.

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