EFSF-Pläne „Koalition der Sparwilligen“ soll Euro retten

Plan gescheitert: Die von den Euro-Staaten erhoffte Hebelwirkung wird laut Medienberichten wohl ausbleiben - denn es finden sich nur wenige Investoren. Stattdessen sollen politische Reformen die Eurozone stabilisieren.
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Die Hebelung wird nicht wie erhofft funktionieren. Nun müssen dringend neue Lösungen her. Quelle: dpa

Die Hebelung wird nicht wie erhofft funktionieren. Nun müssen dringend neue Lösungen her.

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BerlinDer Versuch, die verbliebenen Mittel des Euro-Rettungsfonds EFSF auf rund eine Billion Euro zu hebeln, steht nach „Spiegel“-Informationen vor dem Scheitern. Grund dafür sei die Zurückhaltung potenzieller Geldgeber, berichtete das Magazin vorab aus seiner neuen Ausgabe. Nach Informationen von „Bild“ und „Welt am Sonntag“ wollen Berlin und Paris unterdessen im Eiltempo einen neuen Euro-Stabilitätsvertrag erzwingen.

Beim Treffen der Euro-Gruppe Anfang kommender Woche wolle EFSF-Chef Klaus Regling den Finanzministern Varianten vorlegen, die nur noch auf eine Verdoppelung und allenfalls auf eine Verdreifachung der EFSF-Restmittel von 250 Milliarden Euro hinauslaufen, berichtete der „Spiegel“ ohne Angabe von Quellen.

Der Euro-Rettungsfonds ist das wichtigste Werkzeug der Eurozone gegen eine Ausbreitung des Schuldenproblems. Daher soll die Schlagkraft des Fonds erhöht werden - allerdings ohne weiteres Geld bereitzustellen. Ursprünglich wollten die Euro-Retter die noch nicht verplanten 250 Milliarden Euro mit Beteiligung privater Investoren vor allem aus Asien, etwa über ein Versicherungsmodell, auf das Vier- bis Fünffache steigern.

Um seine Finanzkonstrukte für Anleger attraktiver zu machen, müsse sich der Rettungsschirm nun mit mehr Eigenmitteln engagieren, was den Hebel kleiner ausfallen lasse, hieß es in dem „Spiegel“-Bericht weiter.

Zur Eindämmung der Eurokrise planen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy offenbar einen Extra-Stabilitätsvertrag, der strenge Defizitauflagen und Kontrollrechte für nationale Haushalte vorsieht. Damit das Abkommen möglichst schon Anfang 2012 steht, seien sie bereit, mit einigen Ländern der Euro-Zone voranzugehen, berichteten „Bild“ und „WamS“ unter Berufung auf Diplomaten- und Regierungskreise. Im Gegenzug soll die Europäische Zentralbank (EZB) laut „WamS“ künftig verstärkt als Krisenbekämpfer in der Euro-Zone auftreten, was Merkel bislang ablehnt.

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Neue Euro-Verträge sollen die EU vor dem Scheitern bewahren
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9 Kommentare zu "EFSF-Pläne: „Koalition der Sparwilligen“ soll Euro retten"

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  • Es wacht keiner auf, weil die Menschen die ganzen Zusammenhänge nicht verstehen.

  • Potentielle Geldgeber haben viele gute Gründe, kein Kapital in die EFSF zu stecken. Dahinter steht ein Kernproblem: Die unverantwortliche Verschwendungssucht der Politiker.

  • Die "Koalition der Sparwillingen" erinnert an die "Koalition der Willigen" für den Irak Krieg von Bush, Cheney und Rumsfeld. So ähnlich glaubwürdig und erfolglos wird dieser neuer Versuch sein den Euro zu retten. Vor einem Monat sollte mit dem Rettungsschirm - mit oder ohne Hebel - alles gelöst sein. Jetzt stellt sich heraus, daß diese Lösung nicht einmal funktionsfähig ist, geschweige denn in der Lage Probleme von größeren Ländern wie Italien oder Spanien zu lösen.
    Vor diesem Hintergrund scheint die Auktion für 10 Jährige deutsche Staatsanleihen diese Woche (nur zu 35% unterzeichnet) ein klares Signal der internationalen Finanzterroristen (Goldman Sachs und Konsorten) an die Bundesregierung zu sein was lautet:
    a. lasst Euro Bonds zu
    b. lasst die EZB Geld drucken
    c. Unsere Mitglieder können/wollen kein Verkuste auf ihre Anleihen also erhöht weiter den fiskalischen Druck auf die Bevölkerung. Eine willkommene Maßnahme ist das Privatisieren von nationalen Ressourcen (Flughafen, Inseln, Staatslotterie, etc) zum Spottpreis an uns
    d. Unsere Mittelsmänner (Draghi bei der EZB, Monti in Italien, Papademos in Griechenland) arbeiten bereits an der "Bankiers" Lösung: Verluste sozialisieren, Gewinne privatisieren. Stichwort TARP

    Wann wachen die Menschen auf? Es ist ein Überfall auf Staatshoheit und Staatsfinanzen am helllichten Tag was stattfindet!!!

  • wie damals die NSDAP wurde sie (Merkel) vom deutschen Volk gewählt.
    Wie damals die NSDAP handelt sie im Interesse des deutschen Volkes. ((Merkel glaubt es)
    Ich gehe davon aus dass es irgendwann heißen wird, wir waren es nicht, die Merkel ist es gewesen!
    Das wird aber in den Geschichtsbücher nicht stehen.
    Da wird zu lesen sein "Deutschland ist es gewesen"
    @ BaburderBiber,
    Der Ausdruck "Nazikeule" ist eine Erfindung der deutsch-nationalen und wird als Mundknebel bebutzt

  • Zu allen angebotene Lösungen sagt Merkels Deutschland "Nein"
    Aber welche Lösung schlägt Deutschland selbst vor?
    Bis jetzt sieht es so aus als wollte Deutschland die Eurozone auseinander fliegen lassen.
    Schon merkwürdig weil die Konsequenzen wären für Deutschland selbst unüberschaubar.
    Italien musste am Freitag für zweijährige Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 8 Milliarden Euros 7,81% Zinsen zahlen, trotz Super Mario Montis Supersparprogramm.
    Man hat Jahrzehnte lang riesigen Leistungsbilanzüberschüsse und -defizite zugelassen. Diese ihrer Seite haben zu enormen Haushaltsdefizite in den Ländern mit Leistungsbilanzdefizite geführt, was auch verständlich ist, aber auch Länder wie Deutschland, die einen permanenten Leistungsbilanzüberschuss aufweisen, haben durch wiederholte Haushaltsdefizite einen Schuldenberg angehäuft, was absolut unverständlich ist.
    Was jetzt gespielt wird und wohin Merkels Taktik uns führen soll, weißt sie selbst wahrscheinlich nicht. Es ist einfach Wahnsinn, wie vor 80 Jahren nähert sich Europa dem Abgrund und keiner wird bald es noch verhindern können, auch Merkel nicht. Wenn länger gewartet wird, werden die Eurobonds auch nicht mehr helfen, da die ganze Eurozone ihre Glaubwürdigkeit verloren hat.
    Dann bliebe nur Sarkozys Lösung, die EZB Geld drucken lassen.
    Es sieht so aus als sollten die Angelsachsen wieder gewonnen haben und der Verlierer immer der selbe ist, Deutschland und seine Verbündeten. Und das trotz deutsch-französische Achse, oder wahrscheinlich wegen dieser Achse die unrealistische Bedingungen durchsetzen konnte, die zu der heutigen Situation geführt haben.

  • Was soll ein neuer EU-Vertrag bringen? Hätte man sich an die Regeln des alten gehalten (auch Art. 125), wäre es nicht zu der immensen Verschuldung gekommen.
    Wer soll die bestehenden Schulden, resultierend aus dem Euro und der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit der PIIGS bezahlen?
    Lösung ist nur: die fatale Euro-Ideologie endlich aufgeben, und nicht immer in Denkschemen des letzten Jahrhunderts hängen. Der Euro kann nicht funktionieren zwischen den verschieden starken Volkswirtschaften, es sei denn unter Euro-Diktatur, was aber wie in Jugoslawien, CSSR, UDSSR scheitern wird.
    Der Euro und seine weisshaarigen Propagandisten gehören zur Geschichte ins letzte Jahrhundert.
    Europa wird durch den Euro geteilt, entzweit und verarmt.

  • Der IWF als Kreditgeber für Italien und andere in Not kommende Länder ist eine sehr gute Lösung. Auch der angedachte Kredit von der EZB scheint eine gute Idee zu sein. Die EZB soll über Vermögenswerte von 3 Billionen verfügen, außerdem kann sie Geld schöpfen. Und am IWF als Kreditgeber für die PIIGS hat Deutschland nur einen Anteil von ca 16%. Da der Zahlungsausfall einzelner Länder in Europa die Finanzmärkte weltweit betrifft, kann ich die Lösung nur unterstützen.

  • Der Euro gehört auf den Müllhaufen der Geschichte, er ist auf der ganzen Linie gescheitert. Die Verträge wurden gebrochen, der Normalo hat jeden Monat zu Kämpfen was immer schwerer wird. Genau so der Aufbau Ost gescheitert ist. as wurde reininvestiert und in der Zwischenzeit sind die Menschen verschwunden, warum wohl. Wenn wir ehrlich sind ist auch dieses System am Ende. Völker Europas schaut auf die Sowjetunion, wo is die hin.Eine EU-Diktatur ist entstanden und hat das Ende eingeleitet.

  • Alles was mit EFSF und Eurobonds zu tun hat ist "linke Tasche, rechte Tasche". Das wissen auch die Anleger. Dafür gibt es kein Bonus-Kredit.

    Unterm Strich gibt die Eurozone zuviel Geld aus und ist unproduktiv. Schuld sind die PIGS und Frankreich. Denn neben Faulheit zahlen Reiche in diesen Ländern keine oder zuwenig Steuern und diese Länder sind zu korrupt es zu verändern!

    Neue EU-Verträge werden nicht gelingen, denn nur die Geberländer werden zustimmen und sich auch daran halten (das zweite kann man bei den PIGS nicht hoffen)!

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