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Ehemalige US-Außenministerin Albright sieht Nordkoreas Machthaber Kim als Sieger des Gipfels

Die frühere US-Außenministerin kritisiert die mangelnde Vorbereitung des Singapurer Gipfels und warnt vor verfrühtem Optimismus.
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Albright sieht Nordkoreas Machthaber Kim als Sieger des Gipfels  Quelle: AP
Albright

„Wir haben Kim Jong Il zuvor für einen Verrückten und einen Perversen gehalten. Zumindest war er nicht verrückt.“

(Foto: AP)

SingapurDie frühere US-Außenministerin Madeleine Albright hat vor zu viel Optimismus nach dem Treffen zwischen Nordkoreas Diktator Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump gewarnt. „Wir stehen weit näher am Anfang eines Prozesses als am Ende“, sagte sie am Freitag in Singapur beim Jahrestreffen des Konsumgüterforums CGF. Bislang sei das Treffen allein ein Sieg für Kim gewesen. „It’s a Kim-win, not a win-win“, sagte sie wörtlich. Das Treffen sei aber nur friedensstiftend, wenn beide Seiten siegten.

„Kim stand auf einer Bühne mit dem US-Präsidenten, egal wer das als Person war“, sagte Albright. Damit habe Kim eine ungemeine Aufwertung erfahren. „Was mich besorgt ist, dass völlig unklar ist, wie die US-Regierung das Treffen vorbereitet hat.“ In der Konsequenz müsse der aktuelle Außenminister nun nacharbeiten – zumal entscheidende Formulierungen nicht im Vertrag stünden. Albright kritisierte, das Papier sei sehr unkonkret.
Albright war Außenministerin unter dem Demokraten Bill Clinton. Sie erinnerte daran, dass sie im Spätherbst 2000 – zum Ende von Clintons Amtszeit – einen Besuch in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang war.

„Es ist bezeichnend, wie sich die Dinge wiederholen“, sagte sie. Der damalige Machthaber Kim Jong Il habe ursprünglich Clinton eingeladen, der lediglich seine Außenministerin geschickt habe, „wie es jeder vernünftige Präsident macht“.

„Wir haben Kim Jong Il zuvor für einen Verrückten und einen Perversen gehalten. Zumindest war er nicht verrückt“, sagte Albright. Der inzwischen verstorbene Kim sei trotz der Isolation seines Landes sehr gut informiert gewesen. Er sei bereit gewesen, im Gegenzug für eine Aufhebung von Isolation sein Atomprogramm aufzugeben. Der Administration von Clintons republikanischen Nachfolger George W. Bush habe den diplomatischen Weg jedoch nicht weiterverfolgt. Daraufhin habe Nordkorea sein Atomprogramm verschärft und provokative Tests durchgeführt.

Nun bleibe abzuwarten, ob das Regime tatsächlich bereit sei, sein über Jahrzehnte entwickeltes Atom-Programm aufzugeben. Klar sei, dass die USA nun eng mit ihren Verbündeten wie Südkorea zusammenarbeiten müssten. Trump hatte Seoul mit der Ankündigung überrascht, gemeinsame Militärmanöver auszusetzen.

„Ich hoffe, dass es diesmal gelingt“, sagte Albright.

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