Ehemaliger russischer Doppelagent Vergifteter Ex-Spion Skripal aus Krankenhaus entlassen

Skripal kämpfte wochenlang um sein Leben. Die britische Regierung zeigte sich über die Entlassung erfreut – auch Putin meldete sich zu Wort.
Update: 18.05.2018 - 19:40 Uhr 1 Kommentar
Vergifteter Ex-Spion Skripal aus Krankenhaus entlassen Quelle: dpa
Fall Skripal

Soldaten tragen Schutzanzüge während der Ermittlungen zur Vergiftung des Ex-Doppelagent Skripal und dessen Tochter. Beide haben den Anschlag überlebt.

(Foto: dpa)

SalisburyDer vergiftete ehemalige Doppelagent Sergej Skripal ist aus dem Krankenhaus in Salisbury entlassen worden. Das teilten die Klinik am Freitag mit. „Es ist fantastisch, dass Sergej Skripal fit genug ist, um das Salisbury District Hospital zu verlassen“, sagte die Geschäftsführerin des Krankenhauses, Cara Charles-Barks.

Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März in der südenglischen Kleinstadt bewusstlos auf einer Parkbank entdeckt worden. Sie wurden Untersuchungen zufolge mit einer geringen Menge des Nervengifts Nowitschok in flüssiger Form vergiftet. Spuren davon wurden an Orten entdeckt, die sie besucht hatten. Die höchste Konzentration stellten Experten an einer Türklinke am Wohnhaus des Ex-Spions fest.

Julia Skripal wurde schon am 10. April aus dem Krankenhaus entlassen und befindet sich nach Angaben der britischen Behörden an einem sicheren Ort. Den Kontakt zu einer Cousine in Russland und zur russischen Botschaft in London lehnte sie ab, wie aus einer von Scotland Yard verbreiteten Mitteilung hervorging. Die diplomatische Vertretung zweifelt die Echtheit des Schreibens an.

Die britische Regierung zeigte sich erfreut über die Entlassung Skripals aus dem Krankenhaus. Russlands Präsident Wladimir Putin nannte bei einer Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Sotschi die Entlassung Skripals ebenfalls eine gute Nachricht. Er wünsche ihm sehr viel Gesundheit. Wäre er Opfer eines waffenfähigen Nervengifts geworden, wäre Skripal vor Ort gestorben. In der Regel kämen Menschen daran innerhalb von Sekunden oder Minuten ums Leben, sagte Putin. Er betonte zugleich, Russland habe Großbritannien mehrfach Unterstützung bei den Ermittlungen angeboten. Dies gelte weiter.

Nowitschok war einst in der Sowjetunion produziert worden. Der Stoff war aber auch im Westen bekannt. London bezichtigt Moskau, hinter der Tat zu stecken. Der Kreml weist das zurück. Das Attentat löste eine schwere diplomatische Krise aus. Zahlreiche Diplomaten wurden auf beiden Seiten ausgewiesen. Großbritannien lässt nun mehr als ein Dutzend Todesfälle von Kreml-Kritikern und Ex-Spionen im Land erneut untersuchen.

Mit der Aufklärung des Mordversuchs an den Skripals beschäftigte sich auch die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) in Den Haag. Sie ließ Blutproben der Opfer und das verwendete Gift in unabhängigen Labors analysieren und bestätigte in einem Report die Ergebnisse britischer Experten. Die OPCW äußerte sich aber nicht dazu, woher das Gift kam und wer für den Anschlag verantwortlich ist.

Nowitschok ist ein extrem gefährliches Nervengift. Toxikologen halten chronische Folgen und erst später auftretende Schäden für möglich.

Skripal hatte früher für den russischen Militärgeheimdienst GRU gearbeitet und dem britischen MI6 Informationen weitergeleitet. 2004 flog er auf. Er wurde in Russland zu 13 Jahren Lagerhaft verurteilt. Bei einem Gefangenenaustausch kam er 2010 nach Großbritannien.

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1 Kommentar zu "Ehemaliger russischer Doppelagent: Vergifteter Ex-Spion Skripal aus Krankenhaus entlassen"

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  • Am Besten nach Russland dort ist er sicher, hier gibt es zu viele Spione und Giftmischer, das ist zu gefährlich für friedliche Ex-Spione.

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