EIB-Präsident Hoyer „Griechenland braucht einen Marshall-Plan“

Nur mit Wachstum kommt Griechenland wieder auf die Beine, meint EIB-Präsident Hoyer. Neben einem harten Sparkurs brauche das Land darum auch ein Wiederaufbauprogramm und neue Kredite.
11 Kommentare
EIB-Chef Werner Hoyer. Quelle: dpa

EIB-Chef Werner Hoyer.

(Foto: dpa)

BrüsselDer neue Präsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) Werner Hoyer hat einen Marshall-Plan für Griechenland gefordert, um das Land wieder auf Wachstumskurs zu bringen. „Griechenland braucht neben dem unvermeidlichen Sparprogramm nun auch einen Marshallplan. Nur so kann es gelingen, die Strukturen des Landes von Grund auf zu erneuern“, sagte Hoyer dem Handelsblatt. Die EIB könne sich maßgeblich an einem solchen Wiederaufbauprogramm beteiligen. „Wir haben letztes Jahr zwei Milliarden Euro an Krediten für die Realwirtschaft eingebracht und wollen das dieses Jahr wieder tun“, sagte Hoyer.

Die Hausbank der EU werde ein neues Sonderprogramm starten, um es den griechischen Banken zu erleichtern, Kredite an Unternehmen zu vergeben.  Außerdem werde die EIB in Zusammenarbeit mit der EU-Kommission jetzt sehr schnell neue Infrastrukturprojekte in Griechenland starten, etwa beim Autobahn-Bau.

Hoyer appellierte an die Brüsseler Behörde, qualifizierte griechische EU-Beamte zu beurlauben, damit sie beim Wiederaufbau in Griechenland vor Ort mithelfen könnten. „In der EU-Kommission und anderen EU-Organen gibt es hochqualifizierte Griechen. Ich frage mich, warum man diese Leute nicht motiviert, nach Griechenland zu gehen, um dort zu helfen“, sagte Hoyer.

Die EIB spielt als Hausbank der EU eine immer wichtigere Rolle im Kampf gegen die Schuldenkrise. Erst Ende Januar hatten die EU-Regierungschefs die EIB beauftragt, Möglichkeiten für die Wachstumsförderung in den hochverschuldeten Euro-Staaten auszuloten. „Das Potenzial dafür gibt es. Allerdings müssten wir unsere Kapitalbasis um fünf bis zehn Milliarden Euro aufstocken. Sonst verlieren wir unser exzellentes Standing am Markt und unsere Topnote Triple A geriete in Gefahr“, warnte Hoyer.

Eine zusätzliche Kapitalspritze der Euro-Staaten erwarte er angesichts der bereits jetzt großen Belastungen durch die Schuldenkrise zwar nicht. Die EU-Kommission könne allerdings ihre nicht ausgegebenen Haushaltsmittel der EIB zur Verfügung stellen. „Die EU-Kommission könnte aus ihrem Haushalt die Mittel zur Verfügung stellen, die sie bislang nicht verbraucht und an die Mitgliedstaaten zurückgegeben müsste. Dafür müssten wir allerdings viel enger als bisher sowohl mit der Kommission als auch mit dem Europaparlament zusammenarbeiten, denn beide haben ein Wörtchen mitzureden bei der Verwendung des EU-Budgets.“

Private Anleger: Mitziehen oder zocken?

Startseite

11 Kommentare zu "EIB-Präsident Hoyer: „Griechenland braucht einen Marshall-Plan“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Buerge-r:
    Sehr guter Kommentar, stimme ich voll zu.
    Die Politik gibt das Geld der Steuerzahler mit vollen Händen aus, um ihre konstruktivistischen Utopien durchsetzen zu wollen. Und da wird halt aus dem Agrarland Griechenland per fiktiven Marshallplan ruck zuck ein Industrieland. Wie man aus einem Industrieland ein Agrarland macht, konnte man ja in der ex DDR macht begutachten.

    Dazu kommt noch, daß die EIB vermutlich bald downgegraded wird. Viel Spaß bei der Kapitalerhöhung.

  • "Bei diesem ganzen gutmenschlich-naiven Marshallplan-Geseiere (anders kann man das nicht nennen) merkt man sofort, dass es von Menschen kommt, die außerhalb der Wirtschaft stehen und keine Ahnung von dieser haben."

    Da fehlt noch: Diese Menschen sitzen alle auf warmen, bestbezahlen Stühlen mit bester Alterssicherung die vom kleinen Steuerzahler finanziert wird. Aber klar, "Wes Brot ich ess des Lied sing ich". Gilt natürlich auch für die Medien.

  • @Yoski: Diese Praktiken fuer die Foerderung der deutschen Exporte wurden bereits 1934 im Rahmen des ersten Jahresteuergesetzes des NS-Regimes legalisiert und auch nach Ende des zweiten Weltkrieges auf breiter Basis fortgefuehrt. So trug dieses legalisierte Verhalten auch seinen wichtigen Teil zum deutschen Wirtschaftswunder bei.
    Ein wichtiger Grund fuer die Abschaffung dieses Gesetzes ab 1.1.1999 war der Beitritt Deutschlands in die Eurozone, aber auch der Wunsch grosser deutscher multinationaler Unternehmen fuer einen Zutritt z.B. an die New Yorker Boerse.
    In den USA wurde z.B. bereits 1977 durch den “Foreign Corrupt Practices Act” verboten, auslaendische Geschaeftspartner zu bestechen.
    Allein schon die Entscheidung des deutschen Gesetzgebers und natuerlich der deutschen Regierungen, dem oben erwaehnten Gedanken oder der Vermutung der Urheber dieser Regelung per Gesetz eine Legitimation zu erteilen ist schon eine kriminelle Handlung, die ueber so viele Jahre von allen deutschen Regierungen bis einschliesslich 1998 fortgefuehrt wurde.

  • @yoski: Allerdings muss dazu noch erwaehnt werden, dass z.B. in Griechenland wie auch in vielen anderen Laendern in der Regel der Anstoss fuer solche “nuetzliche Aufwendungen “ oder “nuetzliche Abschmierungen” gegenueber den gr. Politikern oder hochrangigen Beamten von Seiten der in Griechenland taetigen hochrangigen Manager der Deutschen Unternehmen kam, die sowohl Deutsche als auch Griechen waren, zumal in der Regel ein grosser Teil der jeweils fuer solche “ nuetzliche Aufwendungen “ in Deutschland genehmigten und ueber diverse Offshore-Firmen ausgezahlten Betraege in die Tasche dieser hochrangigen Manager ging, natuerlich immer mit Genehmigung oder zumindest mit der Duldung der deutschen Zentrale, zumal dies dem Unternehmen nicht eine muede Mark kostete, da der Kunde, also der auslaendische Steuerzahler durch die entsprechenden Aufpreise zur Kasse gebeten wurde.

  • @yoski: Allerdings muss dazu noch erwaehnt werden, dass z.B. in Griechenland wie auch in vielen anderen Laendern in der Regel der Anstoss fuer solche “nuetzliche Aufwendungen “ oder “nuetzliche Abschmierungen” gegenueber den gr. Politikern oder hochrangigen Beamten von Seiten der in Griechenland taetigen hochrangigen Manager der Deutschen Unternehmen kam, die sowohl Deutsche als auch Griechen waren, zumal in der Regel ein grosser Teil der jeweils fuer solche “ nuetzliche Aufwendungen “ in Deutschland genehmigten und ueber diverse Offshore-Firmen.

  • @ Yoski: Diesen Quatsch, den Sie in der Bildzeitung oder einem sonstigen Mistblatt gelesen haben, uebernehmen Sie anstandslos und uebertragen es auf die gesamte gr. Bevoelkerung. Sie, wie leider auch viele Ihrer Landsleute, scheinen mal wieder einen Stereotypen entdeckt zu haben, der fuer alle Qualen der Deutschen verantwortlich ist. Erinnert Sie das nicht an die juengere Geschichte Deutschlands, so gegen Ende der Waimarer Republik und Anfang der Machtuebernahme durch Ihr Vorbild Adolf ? Da Sie u.a. auch Fakelaki erwaehnen, erklaeren Sie mir bitte wo die Selbsterkenntnis und die Selbstkritik der Deutschen fuer folgendes kriminelles Verhalten der deutschen Exportindustrie bleibt, zumindest auf Regierungsebene und von Seiten der deutschen politischen Elite, zumal dieses Verhalten seit 1934 volle gesetzliche Legitimation hatte: Ist es ein Zufall, dass in den letzten Jahren immer wieder deutsche Unternehmen in Korruptionsskandale verwickelt waren, wie Siemens, MAN, Ferrostaal oder Daimler-Benz um nur die bekanntesten Faelle zu erwaehnen ? Bis Ende 1998 waren fuer alle deutsche Unternehmen "nützliche Aufwendungen" im Ausland legal, es gab im Industriekontenrahmen ein Aufwandskonto, über das derartige Zahlungen verbucht wurden. Diese “nuetzlichen Aufwendungen” waren sogar steuerlich absetzbar. Die Urheber dieser ursprünglichen Regelung “wußten” angeblich, daß in vielen Ländern Geschäfte nur möglich sind, wenn man etwas "nachhilft". Ich weis nicht wie dies in Deutschland gesetzlich gehandhabt wird, in Gr. ist jedenfalls dieses Verhalten eine kriminelle Handlung.

  • Also, sorry! Diese Schwätzerei. Griechenland lebt seit 40 Jahren von einem Marshall-Plan!!!!!!!!!!
    Langsam aber sicher gehen mir diese inhaltslose Rederei wirklich auf den S...

  • Bei diesem ganzen gutmenschlich-naiven Marshallplan-Geseiere (anders kann man das nicht nennen) merkt man sofort, dass es von Menschen kommt, die außerhalb der Wirtschaft stehen und keine Ahnung von dieser haben.

    Wirtschaft ist die Kunst des Umgangs mit knappen Gütern. Das gedruckte Lügengeld, mit dem die Vollhorste hantieren, ist aber nicht knapp und allenfalls für Strohfeuer gut, bei denen man, nachdem sie abgebrannt sind, nur mehr friert als vorher. Selbst der griechische Wirtschaftminister hat zugegeben, dass die lieb- und phantasielose über GR ausgekippten EU-Strukturhilfen vor allem korrupte Strukturen und erlernte Hilflosigkeit gefördert haben.

    Die EU ist auf einem fatalen Gleis in Richtung Abgrund und wird, wenn verantwortungsbewusste Passagiere in Nähe der Notbremse nicht beherzt eingreifen, enden wie Jugoslawien oder die Sowjetunion: Mit Mord und Totschlag. Ich weiß, unsere Super-Europäer und Wall Street Sprechpuppen in Personalunion lieben uns doch alle (bankrott und zu Tode).

    GR braucht Unternehmer aber diese kann man nicht kaufen. Und wenn es diese nicht in ausreichender Menge und Qualität gibt, müssen die Griechen eben zu einem einfacheren Lebensstil zurückfinden. Mir geht nicht in die Birne, warum es unbedingt ein Porsche sein muss, wo es Jahrhunderte mit dem Eselskarren gut funktioniert hat. Manche lecken sich alle zehn Finger nach einem solchen einfachen aber glücklichen Leben ohne den ganzen hohlen Konsumscheiß.

  • Ich wusste gar nicht, dass die merkbefreite Generation PISA es in die Bankvorstände geschafft hat, aber es ist ja eine Öffentlich-Rechtliche, da waren wohl wieder Versorgungsposten zu verteilen.
    Zum Thema: Griechenland hat seit 17 Jahren einen Marschallplan, seit 10 Jahren (Euro-Einführung) einen Marshallplan-XXL. Dieser hat zur heutigen Situation geführt, man will also die Krise mit den Ursachen der Krise bekämpfen. Leider ist nicht nur Herr Hoyer so merkbefreit. Es werden Strukturfondsgelder nicht abgerufen, weil die notwendige Eigenbeteiligung fehlt, d.h. die reichen Griechen, die das Kapital nach wie vor hätten, haben kein Vertrauen in ihr eigenes Land, aber der dumme deutsche Michel soll es haben

  • Der Kommentarkollege zieht leider eine ernste Überlegung ins Lächerliche. Ein gut strukturierter Marshallplan für Griechenland kann die derzeitige Situation im Interesse aller europäischen Staaten doch tatsächlich auflösen - wenn man dies grundsätzlich für möglich erachtet (ich tue es) muss man ernsthafte zielgerichtete Konzepte erarbeiten. Dann iat die Zeit für sachliche Kritik und Alternativvorschläge - aber bitte nicht von vornherein alles für aussichtlos erklären ....

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%