Eine Frage der Zeit Spanien könnte bald neue Milliarden brauchen

Spanien steckt bis zum Hals in Geldsorgen. Bis Oktober muss die Regierung 20 Milliarden Euro refinanzieren. Es ist eine Frage der Zeit, bis Madrid um Hilfe bittet. Unklar ist, welcher Rettungsschirm dann greift.
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Dass Spanien ohne neue Finanzhilfen nicht über den Herbst kommt, gilt als sicher. Quelle: dapd

Dass Spanien ohne neue Finanzhilfen nicht über den Herbst kommt, gilt als sicher.

(Foto: dapd)

MadridSpaniens krisengeplagte Regierung gönnt sich ein paar Tage Ruhe. Premier Mariano Rajoy urlaubt mit Frau und Söhnen in der galizischen Heimat, Vizeregierungschefin Soraya Saenz de Santamaria in Portugal, Wirtschaftsminister Luis de Guindos erholt sich in seinem Ferienhaus in Marbella.

Sie sammeln Kräfte, die sie schon bald brauchen werden. Bereits im September, davon gehen Analysten, Anleger, Ökonomen und Politiker übereinstimmend aus, wird Spanien wohl einen neuen Antrag an den EU-Rettungsfonds stellen müssen. Der erste, für ein bis zu 100 Milliarden Euro schweres Kreditpaket für die spanischen Banken, verpuffte am Kapitalmarkt praktisch wirkungslos. Anleger verlangen weiterhin horrende Renditen für die Staatsanleihen Madrids. Für Schuldscheine mit zehnjähriger Laufzeit forderten sie gestern 6,7 Prozent.

Bislang konnte das Schatzamt kleine Beträge von zwei bis drei Milliarden Euro noch gut an den Markt bringen, wenn auch zu steigenden Zinsen. Im Oktober aber muss Spanien Anleihen über mehr als 20 Milliarden Euro refinanzieren. Ohne eine Intervention des EU-Rettungsfonds am Markt, möglicherweise in Zusammenspiel mit der Europäischen Zentralbank (EZB), wird das nicht möglich sein.

Das gibt mittlerweile auch die Regierung zu, die Spekulationen über einen bevorstehenden Bittgang nach Brüssel lange rigoros abgestritten hatte. Auf die Frage, ob er den EU-Rettungsfonds anzuzapfen gedenke, antwortete Rajoy unmittelbar vor seinem Urlaub am Freitag: „Ich habe keine Entscheidung getroffen, ich werde tun, was im allgemeinen und im spanischen Interesse ist." Er wolle zunächst alle Bedingungen kennen, so der Premierminister.

Bisher ist nicht einmal klar, an welchen Rettungsfonds sich Spanien richten würde. Der vorläufige Fonds EFSF hat nicht mehr genügend Mittel, um Spanien und möglicherweise auch Italien über längere Zeit zu stützen. Ein entscheidender Tag wird daher der 12. September, wenn das Bundesverfassungsgericht über den permanenten Krisenmechanismus ESM entscheidet. Die Euro-Zone kann Spanien nach Einschätzung von Experten aber erst dann wirklich stabilisieren, wenn der ESM seine Arbeit aufnimmt.

Sollte Spanien schon vorher Hilfe benötigen, müsste aber doch noch der EFSF einspringen. Der Fonds steht dafür bereit: Sollte Spanien einen entsprechenden Hilfsantrag stellen, könnte der EFSF schnell Staatsanleihen kaufen, verlautete aus Kreisen des Fonds. Vorher müssten aber in einigen Euro-Ländern, darunter Deutschland, die Parlamente den Stützungskäufen zustimmen.

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21 Kommentare zu "Eine Frage der Zeit: Spanien könnte bald neue Milliarden brauchen"

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  • @ "Rechner":

    Abgesehen davon, dass Sie mir Dinge unterstellen, die absoluter Unsinn sind, mich schlussendlich dann in kindischer Weise beleidigen, das aber vermutlich noch für geistreich halten:

    Warum haben Sie in Ihrer sonst vollständigen, wenn auch nicht überzeugenden Antwort das hier ab dem "wenn":

    "Aber mit Ihrem Einkommen können Sie scheinbar rechnen - Beamter! Und ganz so phantasielos wie ein Beamter kommen Sie auch herüber, wenn Sie z.B. das griechische Staatsdefizit nach einer Milchmädchenrechnung beseitigen wollen, unter anderem durch Kürzung von 25% der Zahlungen an Arbeitslosengeld, ohne auch nur einen Gedanken darüber zu verschwenden, welche Auswirkungen das auf die Arbeitslosen und die Binnennachfrage hätte."

    unterschlagen? Scham?

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

    http://die-volkszeitung.de

  • O-Ton 'WinfriedSobottka'
    ------------------------
    => Ich fasse es nicht! Über 12 Jahreszeiträume meint der Mann budgetieren zu können! AUA!
    ------------------------

    Es gibt so manches, das Sie nicht fassen.

    Und von der Mittelfristigen Finanzplanung haben Sie wohl auch noch nichts gehört.

    ++++

    O-Ton 'WinfriedSobottka'
    ------------------------
    Mensch, Sie haben von kommenden Inflationsraten keine Ahnung, wissen nicht einmal, welches in 2 Jahren die Währung in Deutschland sein wird usw.
    ------------------------

    Weshalb ich ja erwähnte, daß das Budget laufend angepaßt wird.

    ++++

    O-Ton 'WinfriedSobottka'
    ------------------------
    Aber mit Ihrem Einkommen können Sie scheinbar rechnen - Beamter!
    ------------------------

    Ich erwähnte ein Portfolio mit einem Fälligkeitsprofil von 6 Monaten bis 9 Jahren.

    Lesen scheint nicht Ihre Stärke zu sein.

    ++++

    O-Ton 'WinfriedSobottka'
    ------------------------
    Und ganz so phantasielos wie ein Beamter kommen Sie auch herüber,
    ------------------------

    Wohingegen Sie wie ein Spinner herüberkommen, der sich auch noch gelegentlich ziemlich schlecht benimmt.

    ++++

    O-Ton 'WinfriedSobottka'
    ------------------------
    Ich würde jetzt eigentlich sagen: "Zeugen Sie bloß keine Kinder, denn die könnten einem nur leid tun!" Aber das wird wohl überflüssig sein - welche Frau sollte es in Ihrer Nähe so lange aushalten, dass es auch nur für einen Zeugungsakt reichen könnte??? Sie müssten ja erst budgetieren...

    Machen Sie mal schon weiter mit Ihrer Budgetierung, die Sie vermutlich in einem Schnellverfahren an einer VHS gelernt haben.
    ------------------------

    Ich finde, Sie werden 'mal wieder unverschämt.

    Und ich bereue allmählich, daß ich die Anstaltsleitung darum gebeten hatte Ihnen den PC zurückzugeben.

  • Rechner schreibt:

    "Also, ich habe für 12 Jahre (rollend) im voraus budgetiert.

    Natürlich muß das Budget laufend veränderten Zinssätzen, Aktienkursen, Ausgaben etc. angepaßt werden.

    Aber, es ist doch schön zu wissen daß man auch in zwölf Jahren ceteris paribus noch die Miete und ein paar Bier bezahlen kann, und daß in den nächsten 12 Jahren kein Liquiditätsengpaß zu erwarten ist."

    => Ich fasse es nicht! Über 12 Jahreszeiträume meint der Mann budgetieren zu können! AUA!

    Mensch, Sie haben von kommenden Inflationsraten keine Ahnung, wissen nicht einmal, welches in 2 Jahren die Währung in Deutschland sein wird usw.

    Aber mit Ihrem Einkommen können Sie scheinbar rechnen - Beamter! Und ganz so phantasielos wie ein Beamter kommen Sie auch herüber, wenn Sie z.B. das griechische Staatsdefizit nach einer Milchmädchenrechnung beseitigen wollen, unter anderem durch Kürzung von 25% der Zahlungen an Arbeitslosengeld, ohne auch nur einen Gedanken darüber zu verschwenden, welche Auswirkungen das auf die Arbeitslosen und die Binnennachfrage hätte.

    Ich würde jetzt eigentlich sagen: "Zeugen Sie bloß keine Kinder, denn die könnten einem nur leid tun!" Aber das wird wohl überflüssig sein - welche Frau sollte es in Ihrer Nähe so lange aushalten, dass es auch nur für einen Zeugungsakt reichen könnte??? Sie müssten ja erst budgetieren...

    Machen Sie mal schon weiter mit Ihrer Budgetierung, die Sie vermutlich in einem Schnellverfahren an einer VHS gelernt haben.

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

    http://die-volkszeitung.de

  • 'netshadow' sagt
    ----------------------
    Unwichtig für die Aktien, das stimmt.
    Aber als gänzlich unrichtig sehe ich das nicht an.
    Zeigt einfach nur wie spekulativ, und wenig berechenbar, diese Vorgänge sind.
    Ich treffe meine Entscheidungen nach tatsächlichen Einlagen und Kontoständen.
    ----------------------

    Ohne die morgigen Zahlungseingänge und Rechnungsfälligkeiten zu berücksichtigen?

    Das ist aber ganz schön mutig.

    +++++++++++

    Also, ich habe für 12 Jahre (rollend) im voraus budgetiert.

    Natürlich muß das Budget laufend veränderten Zinssätzen, Aktienkursen, Ausgaben etc. angepaßt werden.

    Aber, es ist doch schön zu wissen daß man auch in zwölf Jahren ceteris paribus noch die Miete und ein paar Bier bezahlen kann, und daß in den nächsten 12 Jahren kein Liquiditätsengpaß zu erwarten ist.

    +++++++++++

    Na gut - 12 Jahre sind vielleicht nicht jederman's Geschmack. Aber, wenn man Geld für 5 Jahre festlegt, dann sollte man doch besser sicherstellen daß man damit keinen Liquiditätsengpaß erzeugt.

    Und wenn man ein Portfolio mit einem Fälligkeitsprofil von 6 Monaten bis 9 Jahre hat, dann geht das gar nicht ohne Liquiditätsplanung.

    Sonst steht man irgendwann mit einem Haufen zukünftig fälliger Forderungen aber ohne Bargeld da.

    Oder, man hat zuviel liquide Mittel, und verzichtet dadurch auf Zinserträge.

  • Das Problem der EURO Zone wird völlig zu Unrecht von den Medien immer nur auf die Defizite und Schulden der Staaten gerichtet. Damit laufen die Medien dem Mainstream des politischen, unsinnigen Aktivismus mit Rettungsschirmen, die nachweislich bis heute nichts gerettet haben, sondern eher verschärft haben, hinterher. Das vermeintliche Problem "hohe Anleihezinsen" mit dem Lösungsansatz "Defizitreduzierung" mit Sparmassnahmen (die eigentlich hauptsächlich Steuererhöhungen sind) und Strukturreformen (die nur halbherzig gegen Lobbygruppen und Gewerkschaften durchgesetzt werden" ist ein Irrläufer wie ein Hamster im Rad. Dabei sind die eigentlichen Probleme der EURO Zone das stetige Auseinanderentwickeln der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der einzelnen Staaten, belegt an der hohen Arbeitslosigkeit, den hohen Leistungbilanzdefiziten und den rückläufigen Produktionszahlen in den Ländern, deren Leistungsfähigkeit (nicht der Länder, sondern der Unternehmen bei zu hohen Löhnen und zu hohen Preisen, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen national gegen Importe und international gegen billigere Anbieter stetig verlieren). Mit niedrigen Zinsen für die Anleihen der Länder ist der Problem nicht zu lösen eher zu perpetuieren.
    Die Leistungsfähigkeit ist auch eine Funktion der Disziplin und der Befolgung von Regeln. Davon halten erfahrungsgemäss gerade die Staaten, deren Unternhemn Marktanteile verlieren nun überhaupt nichts. So wird das nichts, auch wenn die Kredite zinsfrei werden.

  • Unwichtig für die Aktien, das stimmt.
    Aber als gänzlich unrichtig sehe ich das nicht an.
    Zeigt einfach nur wie spekulativ, und wenig berechenbar, diese Vorgänge sind.
    Ich treffe meine Entscheidungen nach tatsächlichen Einlagen und Kontoständen.

  • Also wenn Spanien Geld braucht, ist das doch kein Problem.
    Wir zahlen schon.
    Wir zahlen einfach alles.Jetzt zahlen wir auch Legebatterien in der Ukraine, wie ich gestern las.
    Bei uns sind die längst verboten, aber das Wirtschaftsministerium gibt Geld in die Ukraine für den Aufbau solcher Dinge.
    Wen beglücken wir demnächst?
    China bekommt ja auch Entwicklungshilfe.
    Also Deutschland ist das bekloppteste Land weltweit

  • jo! jut gesacht!

  • ist die Schlagzeile jetzt neu oder von letzter Woche?? Wer soll da noch durchsteigen :D

  • 'netshadow' sagt
    -----------------------
    "Der erste, für ein bis zu 100 Milliarden Euro schweres Kreditpaket für die spanischen Banken, verpuffte am Kapitalmarkt praktisch wirkungslos"

    Hä? Der ist doch noch garnicht wirklich wirklich geflossen?
    -----------------------

    Die Märkte pflegen zukünftige Ereignisse zu eskomptieren. Eine Aktie steigt, wenn eine Gewinn- und Dividendenerhöhung bekanntgegeben wird. Und nicht erst bei der Auszahlung der Dividende.

    Weshalb ihr Einwand unrichtig ist.

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