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Einfluss auf Vorwahlen Microsoft deckt russische Hackerangriffe auf Thinktanks der US-Republikaner auf

Der Technologie-Konzern geht gegen die Hackergruppe „Strontium“ vor. Die greift Russland-kritische Republikaner an – und die US-Zwischenwahlen.
21.08.2018 - 09:19 Uhr Kommentieren

„Microsofts Hacker-Vorwürfe sind Teil einer Hexenjagd“

Düsseldorf Der IT-Riese Microsoft hat eigenen Angaben zufolge aus Russland stammende Hacker bei Cyber-Angriffen auf Webseiten von US-Politikern erwischt. Brad Smith, Präsident und Rechtsvorstand des Konzerns, erklärte am Dienstag in einem Blog-Beitrag, der unter dem Namen „Strontium“ und „FancyBear“ bekannten Gruppe konnte die Kontrolle über sechs gefälschte Webseiten entzogen werden.

Die übernommen Fake-Seiten haben Microsoft zufolge offizielle Webseiten imitiert, offenbar um Daten abzugreifen. Das Ziel der Gruppe: Attacken auf Thinktanks der US-Republikaner. Damit sei klar, so Smith in seinem Beitrag, dass „Strontium“ das Spektrum der Angriffe verbreitere. Sonderermittler Robert Mueller, der mögliche russische Einflussnahme auf die US-Präsidentschaftswahl untersucht, hat die Gruppe mit dem russischen Geheimdienst GRU in Verbindung gebracht.

Microsoft sieht im aktuellen Fall die identischen Muster wie bei Desinformations- und Manipulationskampagnen während der vergangenen Präsidentschaftswahlkämpfe in den USA und Frankreich. Der klare Schluss: Angriffe erfolgen auch auf die „Midterms“, die Zwischenwahlen, die über die Zusammensetzung des Repräsentantenhauses entscheiden. Die USA fürchten seit Monaten eine Einmischung in die wichtigen Vorwahlen im November.

In den Vereinigten Staaten wird die Einmischung ausländischer Hacker in den Präsidentschaftswahlkampf 2016 juristisch mit allen Mitteln verfolgt. Von einem Bundesrichter wurde 2016 ein Sonderbeauftragter eingesetzt, der dem Sicherheitspartner Microsoft die Kontrolle über verdächtige Webseiten übertragen kann. Bisher wurden nur Angriffe auf die demokratische Partei und die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton bekannt.

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    Vergangene Woche habe Microsofts „Digital Crimes Unit (DCU)“ die richterliche Erlaubnis erhalten, verschiedene mit den Hackern assoziierte Seiten zu stören, umgesetzt. Da es die gefälschten Seiten unter anderem auf das Office-Paket des Konzern zielten, konnte das Unternehmen sich auf Urheberrechtsverletzungen berufen. Insgesamt seien vor allem Russland-kritische Institutionen der Regierungspartei betroffen. So hatten die gehackten Webseiten offenbar das Ziel, unter anderem das International Republican Institute anzugreifen. Auch gefälschte Seiten des US-Senats waren im Umlauf. Microsoft zufolge gebe es jedoch keine Hinweise darauf, dass ein solcher Angriff geglückt sei.

    Der Vorstand des Instituts ist mit prominenten republikanischen Politikern besetzt, darunter Senator John McCain und H. R. McMaster, bis vor wenigen Monaten Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump. Offenbar richtet sich der Angriff nun auch gegen republikanische Kräfte, die eine schärfere Gangart und strengere Sanktionen gegen Russland fordern.

    McMaster hatte noch auf der Münchener Sicherheitskonferenz Mitte Februar als Regierungsoffizieller bestätigt, dass es russische Manipulationen des US-Wahlkampfes gegeben hatte. Präsident Trump zeigte sich über dieses klare Bekenntnis verärgert, letztlich wurde der hochrangige Militäroffizier wegen inhaltlicher Differenzen aus dem Amt entlassen. Der unheilbar kranke John McCain wiederum ist innerhalb der Partei Trumps ärgster Widersacher.

    Neben dem International Republican Instiute war auch der republikanische Thinktank Hudson Institute betroffen, der sich unter anderem auf Cyber-Sicherheit spezialisiert hat.

    Smith zufolge ist kein Schaden entstanden, und Microsoft möchte dafür sorgen, dass das so bleibt. Die Kandidaten für die amerikanischen Midterm Elections sind finanziell und logistisch auf sich allein gestellt und können sich nicht auf die Sicherheitsvorkehrungen ihrer Parteien verlassen. Microsoft werde den Kandidaten und allen Mitarbeitern daher kostenfrei einen Service namens „AccountGuard“ anbieten. Es handele sich dabei um neueste Sicherheitssysteme – allerdings implementiert in Microsofts Office-Anwendungen.

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