Einfuhren untersagt Russland will kein deutsches Kühlfleisch mehr

Die russischen Behörden haben Kühlfleisch-Importe aus Deutschland ab Februar verboten. Es gebe Gesundheitsbedenken, so ein Sprecher. Es ist nicht das erste Mal, dass Russland Einfuhren aus Deutschland beschränkt.
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Diesmal scheint deutsches Rindfleisch ins Visier der russischen Behörden gekommen zu sein. Quelle: Reuters

Diesmal scheint deutsches Rindfleisch ins Visier der russischen Behörden gekommen zu sein.

(Foto: Reuters)

MoskauKühlfleisch aus Deutschland darf amtlichen Angaben aus Moskau zufolge künftig nicht mehr in Russland verkauft werden. Solche Einfuhren würden ab dem 4. Februar untersagt, erklärte ein Sprecher der russischen Behörde für Tiergesundheit am Montag. Es gebe Gesundheitsbedenken, fügte Alexej Alexejenko zur Begründung hinzu.

Russland könne Garantien der deutschen Veterinärämter nicht akzeptieren, es gebe viele offene Fragen an die deutschen Behörden. "Ihr existierendes System der Veterinäraufsicht ist nicht perfekt." Hintergrund des Verbots sei keine konkrete Bedrohung der Gesundheit durch deutsches Kühlfleisch, sondern die Bürokratie in Deutschland.

Aus Furcht vor einer Dioxinbelastung hatten die Moskauer Behörden 2011 schon einmal die Einfuhren von Geflügel und Schweinefleisch beschränkt. Der Nachrichtenagentur Interfax zufolge ist dieses Mal deutsches Rindfleisch zusätzlich im Visier der russischen Behörden. Auf den Beziehungen zwischen den Regierungen in Berlin und Moskau lasten Forderungen Deutschlands nach mehr Demokratie und Achtung der Menschenrechte in Russland.

Derzeit trifft das öffentlich bekundete Misstrauen der Russen gegenüber Fleischimporten aber auch den Handel mit den USA: Amerikanische Lieferanten müssen nachweisen, dass ihre nach Russland exportierten Produkte frei von einem bestimmten Zusatzstoff sind. Die USA werfen Russland vor, mit den Auflagen gegen Bestimmungen der Welthandelsorganisation (WTO) zu verstoßen. Russland wurde nach 18 Jahren Verhandlungen erst unlängst in die WTO aufgenommen.

  • rtr
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14 Kommentare zu "Einfuhren untersagt: Russland will kein deutsches Kühlfleisch mehr"

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  • Für die Redaktion! Der editierte Teil: selbst als deutscher Zivilist in einer Kaserne der Sowjetarmee zu Zeiten der DDR zeitweise arbeitend, erlebt. Einzelheiten anderer Ereignisse erspar ich mir.

  • Für den Freund alles, für den Feind das Gesetz. Aber macht das unsere Regierung nicht ganz genauso? Schüssel/ÖVP/FPÖ-Österreich, Iran oder Sarrazin. Nein, jede Regierung spielt so foul wie es ihnen eben hilft.

  • ....mit denen in Russland nicht vergleichbar. Das ist ja auch das Problem. In Russland wird Fleisch sehr streng kontrolliert. Selbst wenn sie Fleisch auf dem Wochenmarkt verkaufen möchten, wird jedes Tier einzeln untersucht.

  • die veterinärbehördlichen Auflagen und deren Kontrolle sind von der Qualität her mit denen in Russland nicht vergleichbar. Russland benutzt die Einschränkung von Warengütern nur als Druckmittel um andere politische Ziele zu erreichen. Das hat nichts mit "schlechter Ware" oder so etwas zu tun

  • Das ist der Anfang vom weltweiten Wirtschaftskrieg.
    Kein deutsches Fleisch wegen irgend welche Bürokratie, lachhaft. Wer kontrolliert das selbst gezüchtete Schwein auf Schadstoffe oder Radioaktivität in Russland, das Futter kommt irgendwo aus der Umgebung, da herrschen nicht solche Umweltkontrollen wie in D.
    [...] Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Das kommt doch nicht von ungefähr, sondern hat seinen Ursprung in Brüssel. Um irgendwelche Subventionen abzugreifen, werden Kühltransporte quer durch die EU geschickt, notfalls monatelang! Davon wird die Ware ganz bestimmt nicht besser - und noch mehr Vorschriften verhindern das auch nicht, machen es nur noch schlimmer.

    Wie bei Verleihnix, der den Fisch auch erst nach Lutetia schicken muß, ehe er ihn im gallischen Dorf zum Verkauf anbieten kann - deswegen ist er auch immer schlecht!

    Die Eingriffe in die Landwirtschaft waren schon unter der EWG ein Fehler, die hätte sich rein auf Montanunion / Industrietätigkeit beschränken sollen - bei der EU, wo das Ganze in Krümmungsradiusnormen für Gurken gipfelte erst recht! Die Landwirtschaft gehört unter die Ägide der Nationalstaaten und die diesbezüglichen Vorschriften und Verordnungen entrümpelt! 1960 gab es keine Seuchen in Deutschland - also reichen die Bestimmungen von damals wohl aus! Allerdings auch mehr landwirtschaftliche Betriebe ohne Größenwahn. Größer ist nicht besser, sondern schlechter!

    Rußland geht den umgekehrten Weg - seit neuestem sind dort landwirtschaftliche Flächen - und ihre Erträge - unter einer gewissen Größe zur regionalen Versorgung völlig Steuer- und Abgabenfrei! Man will also zur Versorgung der Bevölkerung kleine Betriebe ohne - umweltunfreundliche - Transporte und Verpackungsmüll.

    Rußland kann das tun; denn es ist - zum Glück für Russland - nicht in der EU. Und daß sie unbedingt in so einen Haufen wie die WHO wollten, kann ich ehrlichgesagt nicht nachvollziehen! Rußland kann autark sein, wenn es will und der WHO ist Autarkie doch das roteste Tuch, das man sich vorstellen kann; denn an einem autarken Land mit bilateralen Handelsabkommen kann die internationale Finanzmafia, die hinter der WHO steckt, doch keinen roten Heller verdienen!

  • Russland verdient meinen Respekt!
    Die Bedenken kann man nachvollziehen - was hier die Fleischmafia jederzeit abzieht ist beispiellos. Anscheinend vergessen deutsche Deppen zu schnell, welche zig Skandale bereits an die Oberfläche kamen...die Dunkelziffer dürfte in keinem Verhältnis dazu stehen!

    Russland hat selber genug Fleisch, auf dem Lande wird traditionell auch bei vielen noch das eigene Schwein und Geflügel gezüchtet.
    Und - Devisenknappheit? Der Rubel ist heute stabiler als der Euro...

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • 21.01.2013, 23:44 Uhr @Brasil

    Sie haben LEIDER auch noch 100% RECHT!
    Leider ...

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