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Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium Trumps Strafzölle provozieren einen Handelskrieg – EU kündigt Gegenmaßnahmen an

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China steht im Mittelpunkt des Handelskriegs

Ross hatte Trump Anfang des Jahres seine Vorschläge für neue Einfuhrbarrieren unterbreitet. Er empfahl dem US-Präsidenten Zölle von mindestens 24 Prozent auf Stahl, der in die USA importiert wird. Außerdem drängte er auf Zölle von 7,7 Prozent auf Aluminium-Importe.

Im Gespräch waren auch quotierte Metalleinfuhren. Trump gingen die Vorschläge offenbar nicht weit genug und verschärfte sie. „Die Ära der wirtschaftlichen Kapitulation ist vorbei“, hatte der US-Präsident in seiner Rede zur Lage der Nation betont.

China taucht in den Top Ten der amerikanischen Stahl-Importstatistik seit einigen Jahren gar nicht mehr auf, ein Großteil der chinesischen Stahleinfuhren ist schon jetzt mit Zöllen belegt. Trotzdem ist China der erklärte Hauptgegner der US-Handelspolitik. „In einem durchschnittlichen Monat produziert China fast so viel Stahl wie die USA in einem Jahr“, schrieb Ross in seinem Report.

Ein aktueller Bericht von Trumps Handelsbeauftragtem Robert Lighthizer beschäftigt sich ebenfalls seitenlang mit der „Bedrohung aus China“ und legt nahe, dass Trump als nächsten Schritt Chinas Umgang mit geistigem Unternehmenseigentum sanktionieren möge. „China wird zurückschlagen und den USA das Leben sehr schwer machen“, sagte der US-Handelsexperte Edward Alden im Handelsblatt-Interview. Eine Beschwerde vor der WTO sei sehr wahrscheinlich.

Im Januar hatten die USA bereits hohe Zölle auf den Import von Solarmodulen und Waschmaschinen aus China und Südkorea verhängt. Bei Solarmodulen betragen die Zölle bis zu 30 Prozent, bei Waschmaschinen bis zu 50 Prozent.

Trumps Hardliner gewinnen an Einfluss

Bis zuletzt war unklar, wie sich der Präsident entscheiden wird. Die Kommunikation rund um die Metall-Importzölle verlief maximal chaotisch. Führende Mitarbeiter aus dem Weißen Haus wurden laut Berichten von Trumps Ankündigung überrascht.

In der US-Regierung kämpfen unterschiedliche Strömungen gegeneinander. Wirtschaftsberater Gary Cohn und die Minister Steven Mnuchin, Rex Tillerson und James Mattis sind gegen radikale Zölle auf Stahl und Aluminium – mit der Begründung, sie würden der Weltwirtschaft schaden und die Beziehungen zu ihren Verbündeten schädigen. Ross, der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer und der gerade beförderte Trump-Ökonom Peter Navarro fahren hingegen einen stark protektionistischen Kurs.

Der Präsident hatte im vergangenen Jahr drei Untersuchungen in Auftrag gegeben, auf deren Grundlage er Handelsbeschränkungen verhängen kann. Die aktuelle Empfehlung zu Stahl und Aluminium bezieht sich auf Abschnitt 232 im US-Handelsrecht, nach dem die USA Einfuhren drosseln dürfen, wenn die „nationale Sicherheit gefährdet ist“. Die US-Regierung führt an, dass heimische Produzenten ohne ausländische Zulieferer nicht mehr in der Lage seien, ausreichend Metalle für Militärflugzeuge oder Panzer zu produzieren.

Protektionismus war ein Kernthema von Trumps Präsidentschaftskampagne. Nach seinem Amtsantritt zogen sich die USA aus der Transpazifischen Partnerschaft (TPP) zurück. Trump droht auch mit einem Aus für das Nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta.

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5 Kommentare zu "Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium: Trumps Strafzölle provozieren einen Handelskrieg – EU kündigt Gegenmaßnahmen an"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die EU und Handelskrieg. Diese Loser werden nicht einmal mit ein paar Gummibooten im Mittelmeer fertig und wollen gegen die USA antreten. Wie lachhaft solche Drohungen.
    Wenn der Rest der Welt kein Essen schickt, dann nagt dieser überbevölkerte Teil Europas am Hungertuch.

  • Junker sitzt im EU-Weinkeller u. bespricht mit Schulz die Gegenmaßnahmen, für den Deutschen Bürger ist von Vorteil, daß die energieintensiven Stahlkocher weniger produzieren u. dadurch die Energiesteuer die auf die Haushalte umgelegt werden, sinkt.

  • Ist doch prima. Wenn infolge also der qualitätsmäßig unterirdische US Stahl in den US Autos verbaut werden muss, wird wenigstens kaum noch ein US Auto verkauft.
    Genialer Schachzug der deutschen Autoindustrie !

  • Die USA produzieren nur 2.5% des weltweiten Stahls. Der Grund ist, dass die amerikanische Stahlqualitaet so schlecht war, dass selbst General Motors entschieden hatte, keinen Stahl in Nordamerika mehr zu kaufen. Strafzoelle werden die Stahlqualitaet in US Stahlwerken auch nicht verbessern. Interessante Entscheidung. Leider komplett an der Realitaet vorbei.

  • Herr Trump ist auf der Straße des Sieges, die Verarsche aus dem Ausland hat ein Ende.