Einigung in letzter Minute Griechenland-Deal perfekt

Über zwölf Stunden wurde parallel an zwei Marathonsitzungen verhandelt. Nun ist das Rettungspaket für Griechenland verabschiedet. Auch dank stärkerer Zugeständnisse von privaten Gläubigern.
Update: 21.02.2012 - 05:34 Uhr 13 Kommentare
Europäische Finanzminister beraten am Montagabend in Brüssel. Quelle: Reuters

Europäische Finanzminister beraten am Montagabend in Brüssel.

(Foto: Reuters)

Brüssel/DüsseldorfGriechenland kann der Staatspleite ein zweites Mal dank internationaler Hilfe entkommen. Die Euro-Länder haben sich im Grundsatz auf einen Rettungsplan für das hochverschuldete Griechenland geeinigt.

Das verlautete aus Diplomatenkreisen. Die Euro-Finanzminister hatten zuvor mehr als zwölf Stunden über weitere Milliardenhilfen und einen Schuldenschnitt beraten.

Die öffentlichen Hilfen blieben wie schon im Oktober vereinbart bei 130 Milliarden Euro. Das Ziel, Athens Gesamtschuldenlast bis 2020 auf 120 Prozent der Wirtschaftskraft zu reduzieren, wurde der Quelle knapp verfehlt und auf 120,5 Prozent nach oben korrigiert.


Mit den Maßnahmen aus dem ursprünglichen Rettungspaket hätten die Schulden nur bis 129 Prozent gesenkt werden können. Das ergab eine Analyse der Troika - Experten von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (IWF).

Dass die Gesamtschuldenlast in der Nacht um diese weiteren Prozente gedrückt werden konnte, ist auch privaten Gläubigern zu verdanken. Um diese weiteren Zugeständnisse wurde in der Marathonsitzung besonders heftig gestritten.

Statt nur auf die Hälfte der Forderungen zu verzichten, haben sich die privaten Gläubiger und die Euro-Finanzminister nun auf einen Verzicht von 53,5 Prozent geeinigt. Auch eine geringere Verzinsung der neuen Staatspapiere, die zuletzt noch einen Kupon von 3,0 Prozent bekommen sollten, gehörte zur Verhandlungsmasse.

Als öffentlicher Gläubiger soll auch die Europäische Zentralbank (EZB) einen Beitrag zur Entschuldung Griechenlands leisten und künftige Gewinne aus ihren Beständen griechischer Staatsanleihen an die Mitgliedstaaten ausschütten, wie es weiter hieß. Diese können das Geld an Griechenland weitergeben - wie genau, blieb zunächst offen.


Griechenlands Regierungschef Lucas Papademos sowie Finanzminister Evangelos Venizelos trafen sich dafür parallel zu dem Treffen der Eurogruppe mit dem Vertreter des Internationalen Bankenverbandes IIF, Charles Dallara, Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sowie Jean Lemierre von der französischen Großbank BNP Paribas in Brüssel, wie Diplomaten sagten.

Die letzten Einzelheiten müssten noch festgelegt werden, hieß es aus einer zweiten Quelle. Der Euro legte nach den ersten Meldungen schlagartig um 0,7 Prozent auf 1,328 Dollar zu.

Pleite nur verschoben?
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13 Kommentare zu "Einigung in letzter Minute: Griechenland-Deal perfekt, Weg für neue Milliarden frei"

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  • Wir sitzen in der Falle, so zumindest Hans Werner Sinn heute FAZ. Offenbar kommen wir aus der Nummer nicht wieder heraus. Der Euro als Gesamtkonstukt ist eine einzige Katastrophe und ohne Transferunion auch nicht grundlegend zu reformieren. Ein eiziger Schlamassel. Fürchterlich und widerlich.... schöne Aussichten.

  • Woher das Geld für Griechenland kommt
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    Ist in einem Artikel der SZ sehr gut beschrieben.

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/finanzminister-beraten-ueber-schuldenkrise-woher-das-geld-fuer-griechenland-kommt-1.1288596

  • Merken denn die Superdeppen, denn das sind die "Finanzminister" offen überhaupt nicht wie die von den Ganoven in Athen vorgeführt werden?

    Tja, und dann stellt dieser A..sch von "Staatspräsident die Frage, "Wer ist Deutschland, wer ist Holland, wer ist Finnland. Ich kann es nicht hinnehmen dass die mein Land beleidigen".

    Wer so runter und verkommen ist die die, die kann man weiss Gott doch nicht mehr beleidigen.

    Es ist wohl wahr, dass sich viele Hedgefond mit Versicherungen eingedeckt haben. Hedgefonds überlegen aber auch, und das mit vollem Recht, gegen den Haircut zu klagen. Nach der Europäischen Menschenrechtskonversion sieht in einem Eingriff auf das Eigentum eine Menschenrechtsverletzung. Hoffentlich klagen die, damit die Bande endlich verschwindet.

    Übrigens soll der ehemalige MP Giorgos Andrea Papandreou und sein Clan mit diesen Versicherungen einen Gewinn von 23 Milliarden Euro gemacht haben. Hoffentlich wurden die dann auch versteuert was aber kaum anzunehmen ist.

  • Super idea. I don`t undestand, ..a little. Evebody must see, that this weg goes into the hell - and that they will be need next money in next year, maybe earlier.

  • KONKURSVERSCHLEPPUNG!!!
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    Wir machen den Weg frei! - Eure Eurokraten.
    Und wiederum sollen hunderte von Milliarden Steuergeldern schlechtem Geld hinterhergeworfen werden.
    Und auch dieses sogenannte "Hilfspaket" wird nichts an der Lage Griechenlands ändern. Griechenland ist schon seit Jahern pleite.
    Und der Steuerzahler wird noch weiter zur Kasse gebeten, da der IWF nicht 40Mrd sondern nur 13Mrd bereitstellen will.

    Zitat:
    So will der Internationale Währungsfonds (IWF) weniger als die erhofften 40 Milliarden Euro zum zweiten Paket zuschießen, weil er an Athens Kurs zweifelt. Von lediglich 13 Milliarden Euro war zuletzt die Rede. Entsprechend stark müssten die Euro-Länder ihre Hilfe aufstocken. Offen ist auch, was geschieht, wenn nicht genug Gläubiger zum Verzicht bereit sind und die 100 Milliarden Euro Schuldenerlass nicht zustande kommen. Viele Hedgefonds haben sich mit Versicherungen eingedeckt und gar kein Interesse an einer Rettung des Landes.
    Zitat Ende:

  • Den 21.2.2012 sollte man sich im Kalender anstreichen: der Tag an dem Europa verramscht wurde.
    Das griechische Modell der mafiagelenkten Rüpeldemokratie kann für den Kontinent jetzt allgemeines Vorbild werden.
    Nun weiß jeder, wieviel Geld Betrug und Pöbeleien einbringen.
    Aus dem Europa von Kant und Montesquieu ist das Europa von Lug und Trug geworden.

  • Ein Armutszeugnis diese "Wag-the-Dog Story" um Griechenland. Ex-Goldman Sachs Draghi hat Europa als Einsatz auf die Spieltische der Zocker gebracht. Mit diesem Pakt wird der Untergang Europas nun endgültig besiegelt.

  • Wie es aussieht, sind nicht nur ein Großteil der Schulden Griechenlands nun "weg", sondern auch ein Großteil meiner Altersvorsorge, die aus korrekt versteuerten Einnamen jahrelang angespart worden ist.
    Soviel zum zynischen Ausdruck "freiwillig".
    Die Griechen haben ihre 200 Mrd € Schwarzgeld in der Schweiz. Ich bedanke mich für die Vertretung meiner Interessen, die der griecheschen Banken sind bestens umgesetzt worden. Vielleicht sollten Schäuble und Co. mal an ihren Amtseid erinnert werden, Schaden vom deutschen Volk (und seinen Bürgern) abzuwenden??

  • siehe:

    http://www.scribd.com/fullscreen/82247382

    "Greece: Preliminary Debt Sustainability Analysis
    February 15, 2012
    Since the fifth review, a number of developments have pointed to a need to revise the DSA. The 2011 outturn was worse than expected, both in terms of growth and the fiscaldeficit; the macroeconomic outlook has deteriorated significantly...."

  • jetzt sind sie einen Schritt näher an der komplett unkontrollierten absolut katastrophalen Zahlungsunfähigkeit. Der weitere Kredit rettet gar nichts, da Griechenland nicht in der Lage sein wird, die Schulden jemals zurückzuzahlen. Mal sehen, ob der Haircut (PSI) wie geplant stattfindet ...

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