Einlagensicherung US-Hypothekenkrise bedroht Immobilienmarkt

Die Affäre um Unregelmäßigkeiten bei Zwangsversteigerungen in den USA bereitet dem US-Einlagensicherungsfonds FDIC Sorgen: Die US-Behörde fürchtet eine weitere Schädigung des bereits schwer gebeutelten US-Immobilienmarktes. Dei Bank of America räumte Fehler ein. Auch die US-Notenbank ist aufgeschreckt.
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Der Konflikt um Hypotheken spitzt sich immer mehr zu. Quelle: DAPD

Der Konflikt um Hypotheken spitzt sich immer mehr zu.

HB WASHINGTON. Die Gerichtsverfahren könnten die notwendigen Zwangsvollstreckungen in die Länge ziehen, sagte die Chefin des US-Einlagensicherungsfonds FDIC, Sheila Bair, am Montag auf einer Immobilienkonferenz in Arlington im Staat Virginia. Hintergrund sind Vorwürfe gegen US-Banken, die massenhaft Zwangsvollstreckungen ohne Einzelfallprüfung in die Wege geleitet haben sollen.

Der Chef des staatlichen Hypothekenfinanzierers Fannie Mae, Michael Williams, sprach sich unterdessen für eine schnelle Abarbeitung der Fälle durch Banken aus. Es sei richtig, dass die für die Verwertung der Immobilien zuständigen Institute ihre Praxis überprüften. Dies müsse aber schnell geschehen, um Kosten zu vermeiden.

Der Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke, kündigte am Montag an, im November einen Bericht über die umstrittenen Zwangsversteigerungen vorzulegen. Die Fed sei über mutmaßliche Unregelmäßigkeiten in den Verfahren großer Finanzinstitute besorgt, sagte Bernanke. Ein Expertenteam der Notenbank untersuche derzeit die Folgen für Immobilienmarkt und Bankenbranche. "Wir erwarten vorläufige Ergebnisse dieser Überprüfung im kommenden Monat."

In der Kritik stehen große Finanzinstitute wie die Bank of America (BofA). Sie sollen angesichts der Masse der Fälle die Verfahren abgekürzt haben. Die BofA räumte einem Zeitungsbericht zufolge Unregelmäßigkeiten ein. Inzwischen untersuchen alle 50 US-Staaten die Vorgehensweise der Banken. Viele Investoren befürchten deswegen, dass die Institute auf vielen Krediten sitzenbleiben könnten.

Experten fürchten, dass sich Investoren wegen der Hypothekenprobleme beim Kauf zwangsgeräumter Häuser zurückhalten, weil sie rechtliche Probleme erwarten könnten. Damit würden die Immobilienpreise weiter unter Druck geraten, was das US-Konsumklima negativ beeinflussen würde. Investoren sind besonders in Regionen mit vielen Zwangsvollstreckungen eine wichtige Käufergruppe.

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