Einlagesatz der EZB Italiener bringt Strafzins ins Spiel

Europas Zinsen sind auf sehr niedrigem Niveau, aber Italien würde noch einen draufsetzen: Der Notenbankchef des klammen Südlandes schlägt einen negativen Einlagesatz vor - was für Banken auf einen Strafzins hinausläuft.
Update: 13.05.2013 - 15:53 Uhr 16 Kommentare
Ignazio Visco ist überzeugter Befürworter eines Strafzinses. Quelle: Reuters

Ignazio Visco ist überzeugter Befürworter eines Strafzinses.

(Foto: Reuters)

FrankfurtItaliens Notenbankchef Ignazio Visco hat sich für einen negativen Einlagezins der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgesprochen. Sollte sich die Wirtschaftslage in der Euro-Zone weiter verschlechtern, sei die EZB bereit, willens und in der Lage, den Zins auf Einlagen der Banken bei der Notenbank unter null Prozent zu senken, sagte er am Montag dem Sender CNBC. Damit würde den Kreditinstituten de facto ein Strafzins auferlegt, wenn sie ihr Geld bei der Notenbank parken.

Am Devisenmarkt sorgten die Äußerungen für Druck auf den Euro, dessen Kurs bis auf 1,2950 Dollar abbröckelte.

"Wir sind uns im EZB-Rat alle einig, dass wir uns das genau anschauen müssen und gegebenenfalls den (Einlage)satz weiter reduzieren werden", sagte der Nachfolger von EZB-Präsident Mario Draghi auf dem Chefsessel der Banca d'Italia. Er selbst denke, dass ein solcher Schritt "effektiv" sei.

Die EZB sei technisch bereit, mit möglichen ungewollten Nebenwirkungen umzugehen. "Wir wissen, dass wir damit umgehen müssen und wir wissen, wie wir damit umgehen müssen," sagte Visco

In Berlin lösten die Überlegungen teilweise heftige Reaktionen aus. Der FDP-Politiker Frank Schäffler sprach von einer gescheiterten Niedrigzinspolitik, weil die EZB es nicht schaffe, dass die Banken die jüngst gesenkten Niedrigzinsen in Form günstiger Unternehmenskredite weitergeben. „Lieber parken die Banken das Geld aus Angst bei der EZB“, sagte Schäffler Handelsblatt Online.

„Mit Negativzinsen auf die geparkten Einlagen werden die Geschäftsbanken zur Vergabe von Risikokrediten geprügelt“, warnte Schäffler zudem. Natürlich würden dadurch die Bankrisiken aus dem Firmengeschäft steigen. „Das ist für die fragilen europäischen Banken so, als ob ein Fünfjähriger einen weiteren Bauklotz auf einen schon wackligen Turm stapelt.“

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16 Kommentare zu "Einlagesatz der EZB: Italiener bringt Strafzins ins Spiel"

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  • Travaillez, prenez de la peine :
    C'est le fonds qui manque le moins.

  • Ich sah letztens einen Film über Hitler, als Berlin bereits eingekesselt war vom Russen.
    Auf der Landkarte schob Hitler ständig irgendwelche Truppenverbände hin und her, die sollen den unterstützen und die sollen da unterstützen. Völlig hysterisch führte er sich auf.
    Nur die ganzen Truppenverbände gab es schon gar nicht mehr. Vor lauter Hysterie hat er das gar nicht begriffen und die Generäle waren zu feige, das ganz klipp und klar zu bennen
    Der Film hieß übrigens "der Untergang"
    Geau so führen sich heute einige EU-"Führer" auf. Völlig hysterisch und fern der Wirklichkeit. Sie begreifen offenbar nicht, dass sie alle die Euro-Länder in den totalen Niedergang führen
    So ist das, wenn nur noch Dilettanten am Werk sind, selbst die Taschen gut gefüllt ahben und völlig lebensfern agieren

  • Sparquote bei uns ca. 10 %
    Es sollt genügend Unternehmen geben, die bei guter Konjunktur investieren

  • Negative Zinsen wären ja für die Target2-Salden wirklich der Hammer. Dann müsste die Bundesbank noch Zinsen an die PFIIGS-Zentralbanken zahlen.

    Dieses Eurosystem ist einfach nur verbrecherischer Raub am Volksvermögen der Nordländer. Dafür werden noch Köpfe rollen!

  • Wer stellt sicher dsa mit diesem Geld auch das gemacht wird, was damit gemacht werden soll. Schon jetzt gehen viele Unternehmen, denen es finanziell durchaus gut geht, unnötige und vor allem sehr hohe Risiken ein., weil das Geld momentan historisch billig zu bekommen ist.

  • Weil Inflation nur das ist, was Statistiker darunter verstehen, die Berechnungsmethode ist geschönt, vor allem aber werden nur bestimmte Konsumgüter betrachtet, Anlagegüter überhautp nicht, Finanzprodukte überhaupt nicht, also all das, wo das ganze Giralgeld hingeht.

    Wenn ich nur Elektronikartikel aus Fernost betrachte haben wir seit vielen Jahren eine sensationelle Deflation

  • Man könnte sich das ganze Theater sparen. Es gibt völlig ernstgemeinte Vorschläge, Geld, das die EZB aus dem nichts erschafft (in dem Fall Bargeld) an die Bevölkerung und Unternehmen zu verteilen.

    Man würde sich bei so einem Vorgehen alle Nachteile der gegenwärtigen Situation sparen (Banken geben das Giralgeld nicht an die Realwirtschaft weiter, spekulieren damit lieber, verkürzen ihre Bilanzen, schulden um usw.) - im Gegenteil : Der Vorteil wäre, dass die Gefahr von Assetpreisblasen viel kleiner würde (sehr viel dezentralerer Anlageentscheidungsprozess, Millionen statt einige tausend) - und Konsumgüterinflation wird ja ohnehin billigend in Kauf genommen.

    Das ganze Geld wäre endlich da wo es ja hinsoll: Bei den Investitionen, beim Konsum und es würde die Schulden von absolut niemanden erhöhen, noch nicht mal verzinst müsste es werden da die Geschäftsbanken umgangen werden.

  • vielleicht kann mir mal jemand erklären, warum wir im letzten Monat nur eine unglaublich geringfügige Inflation in Dtl. gehabt haben, und das, obwohl sich die Geldmenge im Gegensatz zum letzten jahr weltweit fast verdoppelt hat.

    - ist die Inflation in die anderen Länder "gewichen", wir bekommen es einfach nicht so stark zu spüren?

    - ist die Geld menge nicht maßgeblich für den Inflationswert?
    Danke für alle Erläuterungen =)

    MV

  • Gerade die niedrigen Zinsen sind doch Schuld an der Derzeitigen Konjunkturflaute! Denn der Mensch wirtschaftet nur, wenn seine Gier befriedigt wird,und wenn das Gegenteil droht, verfällt der Mensch in Winterschlaf! Niemand gibt Geld in ein Wirtschaftsraum, wo ihm die Enteignung Droht!!!

  • Warum werden staatliche Institute wie die KFW nicht dazu genutzt um die Gelder der Wirtschaft und da vor allem den kleinen Unternehmen bis zu 100 MA zu leihen?
    Die bekommen ja gerade kein oder kaum Geld bei den Banken.



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