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Elmar Brok Der ewige EU-Abgeordnete muss wohl die Zwangsrente antreten

Nach 38 Jahren im Europaparlament entzieht die CDU dem Außenpolitiker den sicheren Platz auf der Europawahl-Liste – obwohl das anders ausgemacht war.
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Der EU-Abgeordnete Elmar Brok: muss wohl die Zwangsrente antreten Quelle: dpa
Elmar Brok

Der dreifache Vater ist einer der letzten aktiven Politiker der Ära Helmut Kohl.

(Foto: dpa)

Brüssel Es ist wohl das demütigende Ende einer langen Zeit. Der CDU-Politiker Elmar Brok bewarb sich schon bei der ersten Direktwahl des Europaparlaments 1979, ein Jahr später rückte der Ostwestfale für einen verstorbenen Abgeordneten nach.

Seitdem sitzt der nunmehr dienstälteste Abgeordnete ununterbrochen im Brüsseler und Straßburger Wanderparlament. 2019 endet diese Ära voraussichtlich: Der Landesvorstand der nordrhein-westfälischen CDU hat den 72-Jährigen überraschenderweise nicht wieder für die Europawahl aufgestellt.

Der Landesvorsitzende Armin Laschet hatte für Brok ursprünglich den aussichtsreichen vierten Platz der Landesliste vorgeschlagen, Bezirksvorsitzende wollten ihn nur auf Platz sechs wählen, was auch noch aussichtsreich gewesen wäre. Aktuell stellt die NRW-CDU acht Parlamentarier, muss aber mit Verlusten rechnen. Doch in der Kampfabstimmung um diesen Platz unterlag Brok schließlich mit 17 zu 20 Stimmen dem Landtagsabgeordneten Stefan Berger vom Niederrhein.

Eine Kandidatur auf Platz acht lehnte Brok ab – und steht nun gar nicht auf der Liste. Letztlich entscheidet zwar die Landesvertreterversammlung über die Plätze, der Vorschlag gilt aber als maßgebend. Für Brok ist eine zweite Revolte nun die letzte Hoffnung: Er behalte sich vor, auf der Versammlung zu kandidieren, um sein Europakapitel weiterzuschreiben.

Der dreifache Vater ist einer der letzten aktiven Politiker der Ära Helmut Kohl. Heute zählt er zum Merkel-Lager – auch wenn er dort ebenfalls bereits den ein und anderen Fehlschlag einstecken musste: Mit einer Unterbrechung führte er fast 13 Jahre lang den Auswärtigen Ausschuss des Europaparlaments, einen der mächtigsten Posten des Hauses. Doch seine Macht erodierte schon länger: 2017 verlor er den Ausschussvorsitz an David McAllister, den ehemaligen Ministerpräsidenten Niedersachsens.

Obwohl eigentlich so ausgemacht, kam er auch nicht als stellvertretender Chef der Europäischen Volkspartei zum Zuge, sondern ebenfalls: McAllister. Es war Merkels Wille, heißt es. Dass Brok nun wohl ungewollt in Rente geschickt wird, ist auch eine Klatsche für NRW-Ministerpräsident Laschet, ebenfalls ein Merkel-Mann.

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