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Emissionen EU-Unterhändler einigen sich auf strenge Klimaschutzvorgaben für Lkw

Der Kohlendioxid-Ausstoß neuer Fahrzeuge soll von 2030 an 30 Prozent niedriger als derzeit liegen. Die Lkw-Hersteller hatten sich bis zuletzt dagegen gewehrt.
Update: 19.02.2019 - 10:22 Uhr Kommentieren
Lkw: EU-Unterhändler einigen sich auf strenge Klimaschutzvorgaben Quelle: dpa
Lkw-Parkplatz an einer Autobahn

Neben den CO2-Vorgaben sollen neue Anreize für den Einsatz emissionsfreier und emissionsarmer Fahrzeuge geschaffen werden.

(Foto: dpa)

BrüsselDie Hersteller von Lastwagen und Bussen bekommen von der EU erstmals strenge Klimaschutzvorgaben. Unterhändler der Mitgliedstaaten und des Europaparlaments vereinbarten in der Nacht zu Dienstag, dass die Unternehmen den durchschnittlichen Kohlendioxid-Ausstoß neuer Fahrzeuge bis 2030 um 30 Prozent im Vergleich zu 2019 reduzieren müssen.

Für 2025 ist ein Zwischenziel von 15 Prozent vorgesehen. Damit wächst der Druck auf Hersteller wie Daimler, Volkswagen und Volvo zügig emissionsfreie Trucks auf die Straße zu bringen.

Der europäische Branchenverband Acea nannte die nun vereinbarten Ziele „sehr herausfordernd“, zumal die Erreichung nicht allein in der Hand der Hersteller liege.

Generalsekretär Erik Jonnaert forderte die EU-Staaten auf, nun schnell die Lade-Infrastruktur für elektrisch und mit Wasserstoff betriebene Lastwagen zu schaffen. Die Hersteller müssten diese in großen Mengen verkaufen, um die Klimaziele erreichen zu können.

Die Fahrzeughersteller hatten bis zuletzt versucht, strenge Vorgaben zu verhindern. Sie argumentieren unter anderem, dass sich im Fernverkehr alternative Antriebe wie Elektromotoren nur schwer durchsetzen ließen.

In einem Brief an Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte der Chef von Mercedes-Benz Lkw, Stefan Buchner, im Januar um Beistand in den laufenden Verhandlungen gebeten. Auch das Finanz-, das Verkehrs- und das Umweltministerium erhielten Post aus Stuttgart, hatte das Handelsblatt Ende Januar berichtet.

Darin warnte Mercedes-Benz Lkw eindringlich vor den betriebswirtschaftlichen Folgen der diskutierten Vorgaben: „Gewinne könnten damit schon bei einer kleinen Zielverfehlung entfallen oder sogar in Verluste umschlagen.“

Der Grünen-Europaabgeordnete und zuständige Berichterstatter des Europäischen Parlaments, Bas Eickhout, bezeichnete die Einigung auf die Klimavorgaben für Lkw als einen großen Erfolg. „Die Verordnung geht über den ursprünglichen Vorschlag der Europäischen Kommission hinaus und wird dazu beitragen, die Verschmutzung auf unseren Straßen zu verringern und die Luftqualität zu verbessern“, sagte der Niederländer.

Anreize für die Produktion von Niedrig- und Nullemissionsfahrzeugen sollten „die Autobauer aus ihrem Dornröschenschlaf wecken und Investitionen in Zukunftstechnologien ankurbeln“.

EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete sagte, von den neuen Klimazielen profitierten sowohl die Transportunternehmen, die künftig Sprit sparten, als auch die Bürger durch saubere Luft. Dies sei der letzte fehlende Baustein in der EU-Gesetzgebung, um das selbst gesteckte Ziel einer Senkung der Treibhausgasemissionen bis 2030 um 40 Prozent zu erreichen.

EU-Parlament hatte ehrgeizigere Ziele gefordert

Bereits im vergangenen Dezember hatten sich die EU-Staaten und das Europaparlament auf neue Klimavorgaben für Autos verständigt. Bei Neuwagen soll der Kohlendioxid-Ausstoß demnach bis 2030 um 37,5 Prozent im Vergleich zu 2021 sinken.

Dass die neuen Vorgaben für die Hersteller von Lastwagen und Bussen weniger streng sind als die für Autos liegt daran, dass Käufer von Lastwagen und Bussen zur Gewinnmaximierung grundsätzlich wesentlich stärker auf einen niedrigen Verbrauch achten als die von Autos. Dies wiederum hat zur Folge, dass Nutzfahrzeughersteller eher verbrauchsoptimierte Fahrzeuge herstellen und deswegen weniger Einsparpotenzial haben.

Das EU-Parlament hatte nichtsdestotrotz ehrgeizigere Ziele auch für schwere Nutzfahrzeuge gefordert. Es wollte bis 2030 eine Senkung der CO2-Werte um 35 Prozent und bis 2025 ein Zwischenziel von 20 Prozent.

Der Grüne Eickhout kritisierte daher die Mitgliedstaaten. „Insbesondere Deutschland, Italien und einige zentraleuropäische Länder haben stärkere Klimaziele blockiert“, sagte er. Dies schade langfristig nicht nur dem Klima, sondern auch der europäischen Industrie.

Zudem forderten die Abgeordneten, den Herstellern ein Verkaufsziel für emissionsfreie Trucks in Höhe von fünf Prozent ab 2025 des Gesamtabsatzes vorzugeben. In der jetzt erzielten Einigung verständigten sich Rat und Parlament auf eine Vorgabe von zwei Prozent. Verfehlen die Unternehmen diese Marke, müssen sie noch mehr CO2 einsparen. Der nun gefundene Kompromiss muss noch final von Mitgliedsstaaten und Europaparlament abgesegnet werden.
Klimavorgaben für Trucks sollen verschärft werden – lesen Sie hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Mit Agenturmaterial

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