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Emmanuel Macron Der Neue macht sich unbeliebt

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron tritt mit großem Selbstbewusstsein auf. Zuerst düpiert er Donald Trump vor laufenden Kameras, jetzt sagt er Wladimir Putin ins Gesicht, was er von dessen Propaganda hält.
30.05.2017 - 09:04 Uhr 15 Kommentare
Der französische Präsident empfing seinen russischen Kollegen in Versailles. Quelle: Reuters
Macron und Putin

Der französische Präsident empfing seinen russischen Kollegen in Versailles.

(Foto: Reuters)

Emmanuel Macron ist seit zwei Wochen Präsident Frankreichs und füllt sein Amt schon jetzt mit erstaunlichem Selbstbewusstsein aus. Derzeit erntet er für eine Äußerung auf seiner Pressekonferenz mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin reichlich Lob. Macron war darauf angesprochen worden, warum er die vom russischen Staat finanzierten Medien Russia Today und Sputink im Wahlkampf benachteiligt hatte.

Macron antwortete wenig diplomatisch: Diese Medien hätten „Lügenpropaganda“ über ihn verbreitet. „Wenn Presse-Unternehmen verleumderische Unwahrheiten verbreiten, dann sind sie keine Journalisten, sondern Mittel der Einflussnahme.“ Er werde in dieser Sache nicht nachgeben. Macron hatte Mitarbeiter jener Medien von seinen Veranstaltungen ausgeschlossen.

Beide Medien haben auch einen deutschen und einen englischen Dienst und berichten aus russischer Sicht über Politik in westlichen Staaten. Dass dabei viele Unwahrheiten verbreitet werden, ist schon häufig in anderen Medien thematisiert worden. Ein Staatschef hat Sputink und Russia Today aber wohl noch nie so deutlich kritisiert – zumindest nicht, während er neben dem russischen Präsidenten stand.

Macron setzt solche Machtposen bewusst ein. Als er seinen US-Kollegen Donald Trump im Rahmen des Nato-Gipfels in Brüssel traf und ihm vor den Kameras die Hand schüttelte, ließ er diese nicht los, obwohl Trump zwei Mal versuchte, sich zu befreien. Genau diese Dominanzgeste setzt Trump bei Bildterminen mit anderen Politikern gerne ein. Macron sagte später: „Man muss zeigen, dass man keine kleinen Zugeständnisse macht, auch keine symbolischen.“

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    Beim Treffen mit Putin blieb es aber nicht bei Symbolik. Macron äußerte sich auch zum Syrien-Krieg und zog eine „Rote Linie“: Sollte Giftgas eingesetzt werden, hätte dies einen französischen Vergeltungsschlag zur Folge. Der letzte bekannt gewordene Giftgaseinsatz in Syrien fand am 4. April statt. Vieles deutet darauf hin, dass dieses Verbrechen von syrischen Regierungstruppen begangen wurde, die unter dem Schutz Russlands stehen. Die USA antworteten mit einem Vergeltungsschlag auf einen Flughafen.

    • chz
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    15 Kommentare zu "Emmanuel Macron: Der Neue macht sich unbeliebt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Schon das Foto ist gut gewählt. Macron sieht gut gelaunt aus, erholt und ein echter Gewinner. Die Wadenbeissereien von Putin haben wenig bewirkt - außer Abscheu vor diesem alt gewordenen Geheimdienst-Mann, der sich für einen großen "Strategen" hält.

      Putin hat diese Ulli Hoeness rote Birne und scheint ziemlich anzulaufen vor innerem Druck. Er guckt verlegen irgendwo nach oben, vielleicht zu einer Kirchturm-Uhr, die anzeigt, wie lange es noch dauert, bis er sich wieder in seinen sicheren Kreml hinter die Tapetentür verkriechen darf. Scheußlich.

    • Gut, dass Macron sich als erste Amtshandlung eines der gravierendsten Probleme der Gegenwart vorknöpft: Russland.

      Russlands Agieren ist nicht weiter hinnehmbar. Desinformation, Unterstützung von Rechtsradikalen, Propaganda, Zusammenarbeit mit der Mafia ... Die Liste ist endlos.

      Das alles muss einen Dämpfer bekommen. Bravo, dass Macron als Erstes Putin hat antanzen lassen um ihm dies mitzuteilen. Die Big-Bullshit-Show von Putin-Trump gehört beendet. Macron wird der starke Mann der freien Welt werden.

    • Macron besitzt einiges, wovon Trump nur träumen kann: Er ist jung, sieht gut aus, er ist intelligent, kann ervorragend reden, kann auch Menschen überzeugen, die nicht unbedingt aus der gleichen politischen Ecke kommen - und er hat sich seinen gesamten Erfolg SELBST ERARBEITET. Er hat sein Studium mit Bravour abgeschlossen und brauchte nicht von Papa ein Vermögen zu erben, und Niedriglohn-Sklaven auf seinen Baustellen zu bescheißen, um aus seinem Leben etwas zu machen. Auch musste er sich niemals von der russischen Mafia vor dem geschäftlichen Total-Kollaps retten lassen. Es lebe unser Präsident! Auf dass er noch lange oberster Teil unseres Glanzes sein möge!

    • Mit triumphaler Geste sich als "Europäer" zu bezeichnen dient leider oft dem puren Eigennutz. Man soll sich nicht täuschen, Macron ist ein Franzose für Frankreich, nicht für andere Länder. Das zeigt schon seine kurze Entschlossenheit militärisch in Syrien einzugreifen ohne Einfluss anderer Länder, sollte sich da wieder ein Giftgasproblem entwickeln.
      Macron hat genauso wie Merkel die EU als Mülldeponie für schwierige Verantwortungen im eigenen Land entdeckt. Wo man sich im eigenen Land die Finger verbrennen würde bzw. Wählerstimmen verlieren würde, da kann die Eu Gesetze erlassen.
      Die EU ist anonym, niemand hat sie gewählt und der europäische Bürger kann durch die extrem komplizierte Gesetzgebung der EU, die auch noch ständig durch die Mitgliegsstaaten verletzt wird, nicht durchblicken. Die EU, von vielen mit Europa verwehcselt, ist schon ein "tolles" Geschäftsmodell und sehr praktisch für Präsidenten der Nationalstaaten.

    • Soweit macht EM alles richtig. Ja, er überrascht mitunter sogar Feind und Freund - mit sehr klugen Schachzügen, sauber ausgeführt. Man kann dem Jungen Magistraten nur eine weiterhin glückliche Hand wünschen, insbesondere in den nächsten 3 Wochen bis zum 2. Gang der Parlamentswahlen.
      Wenn es weiter gut geht, werden in diesen Wahlen beide Anti-Europäer (MLP und JLM) gleichzeitig versenkt und EM bekommt eine überwältigende Mehrheit in der Assemblée Nationale. Dort wird er seine Franösiche Agenda (2020?) mit bedachten Schritten locker durchbringen und dann auf der Strasse (gegen UGT und andere Demokratie-Feinde) verteidigen können. So bekommt Frankreich wieder eine echte Chance und Europa in 5-10 Jahren eine zweite grosse Zugmaschine! De tout coeur - Bon Chance!

    • Chapeau !

      (Als Atommacht muss sich Frankreich auch nicht hinter dem Rücken eines großen Bruders verstecken !)

    • Super! Macron und weitere sozial-liberale Politiker werden Europa wieder großartig machen! Wir Europäer haben es satt, zum Prügelknaben von korrupten Populisten gemacht zu werden! Endlich zeigt mal einer den Mauschel- und Bullshit-Cracks aus der Familie Trump-Putin, dass sie nicht das gesamte Volk von Europa veralbern können! Höchste Zeit, dass Macron den Sumpf aus Desinformation, Hacker-Angriffen und Big-Bullshit AUSTROCKNET.

      Vielleicht landet Putin irgendwann in Den Haag. Ein paar Putin-Leaks müssten schon reichen, bevor das Volk skandiert: SPERRT IHN EIN!

    • "Der Neue macht sich unbeliebt"

      Hauptsache, er wahrt dabei die Form, sprich: Er hält sich an die international gültigen Regeln der Höflichkeit. Für den bekanntlich ein Leichtes.

      Ansonsten gilt:

      Bezogen auf die „Weltpolitik“ kommt es entscheidend darauf an, bei w e m er sich unbeliebt macht.

      Und da der Mensch bekanntlich ein Gewohnheitstier ist und daher auf neue (Heraus-)Forderungen i.d.R. grundsätzlich erstmal abwehrend reagiert (dies gilt offenbar für die Franzosen in besonderem Maße), kommt es „innenpolitisch“ darauf an, dass er sich bei der „Präsentation“ dieser Forderungen so geschickt anstellt, dass die große Mehrheit der Bevölkerung möglichst schnell selbst merkt, dass es sich bei diesen vermeintlichen „Zumutungen“ in Wahrheit um Chancen, von denen sie mittel- und langfristig selbst am meisten profitieren handelt.

    • ......jeden Tag was Neues.....jetzt mit dem neuen französischen Präsidenten?.....also eine neue eigenartige Marschroute von ihm.... zu hören und zu lesen......mit den anstehenden neuen Fragen dazu.....für Deutschland ....für unsere Regierung.....ein neues Zusatzfeld....was beackert werden muß?
      Genügen nicht schon die Probleme mit den USA.....und jetzt noch mit unserem nächsten Nachbarn....Frankreich....oder sind die Befürchtungen zu hoch gehängt?

      ....so bleibt abzuwarten....was die nächste Zeit bringen wird.....
      nur so viel..

      ...dieses Europa....ist keinesfalls ein Hort der Stabilität.....und der Festigkeit....und so müssen wir uns endlich von der Matratze erheben...und uns neu erfinden....wirtschaftlich stark....politisch ein Zwerg....und nicht von zu viel Partnerschaft unter den Europäern sprechen......natürlich soll und muß sie Bestandteil sein.....aber im Grunde ist jeder in seiner eigenen Küche.....und versucht dort sein Süppchen zu kochen.....
      ...und so würde es mich nicht wundern....wenn wir auch noch bittere Enttäuschungen auf diesem Sektor erleben würden.....


    • @ Herr jürgen Beck30.05.2017, 10:41 Uhr

      "Obwohl ich kein Freund neoliberaler Politik bin, für die Macron steht,...."

      Was bitte ist an Macron "neoliberal" ? Nur weil er etwas weniger sozialistisch ist als sein Vorgänger? Wenn man in D Herrn Lindner als "neoliberal" bezeichnen würde, könnte ich das ja verstehen, aber bei Macron? Ich hoffe, dass es ihm gelingt in Frankreich die erforderlichen Reformen durchzusetzen. Was die EU und den Euro betrifft, habe ich aber große Vorbehalte. Da ist nicht mal ansatzweise etwas von "neoliberal" zu spüren. Da geht es um reinen Protekionismus z.L. Deutschlands.

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