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Emmanuel Macron Frankreichs Präsident und Sanofi gehen im Impfstoff-Streit aufeinander zu

Der französische Präsident trifft in Lyon mit Paul Hudson auf den Chef des Pharmakonzerns Sanofi. Die Interessen beider Parteien galten eigentlich als unvereinbar.
16.06.2020 - 19:14 Uhr Kommentieren
Der französische Präsident besuchte mit Sanofi einen der größten Pharmakonzerne weltweit. Quelle: Reuters
Emmanuel Macron

Der französische Präsident besuchte mit Sanofi einen der größten Pharmakonzerne weltweit.

(Foto: Reuters)

Paris Sein letztes Treffen mit dem Chef des französischen Pharmakonzerns Sanofi ist gerade einmal vier Wochen her. Damals endete die Begegnung von Präsident Emmanuel Macron mit Paul Hudson im Eklat – weil das Unternehmen deutlich machte, dass die USA wegen längerer Unterstützung der Forschung bei einem möglichen Corona-Impfstoff Vorrang hätten.

Jetzt erkundigte sich Macron in einem Sanofi-Werk bei Lyon erneut nach den Entwicklungen. Es handelt sich dabei um einen wichtigen Standort für die Produktion von verschiedenen Impfstoffen. Auch diesmal traf der Präsident auf Hudson.

So viel vorweg: Es wurde eine durchaus freundlich-gestimmte Begegnung. Und eine, bei der Macron seinen Standpunkt durchsetzte: Er erwartet, dass Sanofi bald bei der Corona-Impfallianz wichtiger EU-Länder mitziehen wird, sagte er am Dienstag.

Eine entsprechende Vereinbarung soll in den kommenden Tagen oder Wochen unterzeichnet werden. Der Staatschef setzt sich bereits seit Längerem dafür ein, dass ein künftiger Corona-Impfstoff allen Ländern zur Verfügung gestellt wird – und eben nicht einzelne davon profitieren.

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    Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande hatten bereits mit dem Hersteller Astra-Zeneca einen Vertrag über mindestens 300 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus geschlossen. Die Entwicklung eines Impfstoffs könnte im günstigsten Fall schon Ende des Jahres abgeschlossen sein, hatte es am vergangenen Wochenende aus dem Berliner Bundesgesundheitsministerium geheißen.

    Leichterer Zugriff

    Profitieren sollen demnach alle EU-Staaten, die dabei sein wollen. „Dieses Europa der Gesundheit (...) konkretisiert sich“, sagte Macron. Bei seinem Besuch in Lyon betonte Macron zudem, er wolle die Produktion von bestimmten Medikamenten aus Asien zurück nach Frankreich holen, damit der Zugriff im Falle einer weiteren Epidemie leichter sei.

    Sanofi gab gleichzeitig bekannt, dass der Konzern mehr als 600 Millionen Euro investiert, um in Frankreich ein neues Produktions- und ein Forschungszentrum für Impfstoffe zu schaffen. Die Investition sei ein Zeichen der „Exzellenz von Sanofi“, ließ sich Macron zitieren. Die Coronakrise habe gezeigt, dass man auf dem eigenen Kontinent produzieren müsse, um auf mögliche künftige Krisen vorbereitet zu sein.

    Entspannteres Verhältnis

    Und Hudson? Der teilte die Vision des Präsidenten. Der Termin in Lyon war ein deutliches Zeichen dafür, dass sich das Verhältnis zwischen dem Politiker und dem Manager wieder entspannt hat. „Das Herz von Sanofi schlägt in Frankreich“, betonte Hudson. Und weiter: Er freue sich über das Engagement des französischen Staates.

    Das war in dieser Form so nicht absehbar. Noch Mitte Mai hatte der Sanofi-Chef in einem Interview mit der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ erklärt, dass die USA bei dem Impfstoff Vorrang hätten, weil diese früher die Entwicklung finanziell unterstützt hatten.

    Die USA hatten 30 Millionen Dollar für die Forschung zur Verfügung gestellt. Macron reagierte daraufhin entsetzt. Er ist der Meinung, dass ein Impfstoff ein globales öffentliches Gut sein müsse. Es solle der „Logik der Märkte“ entzogen werden.

    Macron stimmt auf Lockerungen und Wiederaufbau der Wirtschaft ein

    Doch das angespannte Verhältnis zwischen Macron und Sanofi hat sich beruhigt. Der Élysée-Palast in Paris erklärte schon vor dem erneuten Besuch in Lyon: „Das Thema liegt hinter uns.“ Macron hatte in der Zwischenzeit die Chefs der großen Pharmakonzerne des Landes zusammengerufen und sie davon überzeugt, dass kein Land bevorzugt behandelt werden dürfe.

    Auch Sanofi-Chef Hudson betonte daraufhin schnell, dass es bereits konstruktive Gespräche mit der EU, Paris und Berlin gäbe. Sanofi und der britische Konzern Glaxo-Smithkline arbeiten gemeinsam an dem Impfstoff.

    Wenn die Tests erfolgreich verlaufen, könnte dieser wohl in der zweiten Jahreshälfte 2021 verfügbar sein. „Die US-Produktion wird hauptsächlich für die USA selbst erfolgen, alle anderen Produktionskapazitäten decken Europa und den Rest der Welt ab“, heißt es.

    Mehr: Corona-Nachweis in fünf Minuten: Neue Generation von Schnelltests drängt auf den Markt.

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