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Ende für den Staatsrundfunk Griechenland schaut in die Röhre

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324.000 Euro für Moderator im Frühstücksfernsehen

Umso stolzer waren die Gehälter, die viele Journalisten kassierten. Zwei Moderatoren bekamen für ihre Auftritte beim griechischen Frühstücksfernsehen 324.000 Euro im Jahr. Eine Nachrichtensprecherin wurde mit 218.976 Euro pro Jahr entlohnt. Der Cousin eines früheren Regierungssprechers erhielt für seine einmal in der Woche ausgestrahlte Sendung 84.000 Euro im Jahr.

Die absurdeste Stellungnahme zur Schließung des Staatsfunks kam vom griechischen Gewerkschaftsbund GSEE: ERT gehöre der griechischen Bevölkerung, sei das einzige unabhängige Massenmedium und müsse deshalb öffentlich bleiben.

Unabhängig war ERT allerdings nie, sondern stets ein Instrument der jeweiligen Regierung. Nach jedem Regierungswechsel wurden nicht nur die Chefposten neu besetzt. Auch über einen Job als Moderator, Redakteur oder Korrespondent entschied das Parteibuch. Die journalistische Glaubwürdigkeit der Staatskanäle war deshalb nicht besonders groß.

Wirklich unabhängig sind allerdings auch die griechischen Privatsender nicht. Sie befinden sich überwiegend in der Hand von Unternehmern, die sich über ihre Medien politischen Einfluss zu sichern versuchen. Vor allem Bauunternehmer und Reeder halten sich deshalb Radio- und Fernsehsender.

Der ERT-Nachfolger soll Ende August nach einer Sanierung wieder den Sendebetrieb aufnehmen. Dies erklärte am Mittwoch der griechische Regierungssprecher Simos Kedikoglou in Athen. „Die ERT schließt nicht. Was schließt, ist ein in Schieflage und auf faule Fundamente gebautes 'Bauwerk'“, sagte er. Die neue griechische Hörfunk- und Fernsehanstalt solle nur noch etwa 1200 Angestellte haben und NERIT heißen. Die neue Institution werde unabhängig sein. „In Europa gibt es keine Journalisten als Staatsbedienstete“, sagte der Regierungssprecher.

Nicht absehbar sind die politischen Folgen der Schließung. Sie wurde zunächst mit einem Erlass der Regierung angeordnet. Er hat zwar sofortige Wirkung, muss aber nach der Sommerpause noch vom Parlament gebilligt werden. Wenn die beiden linken Koalitionsparteien ihre Zustimmung verweigern, könnte der Streit um den Staatsfunk zu einer Regierungskrise werden.

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Mehr zu: Ende für den Staatsrundfunk - Griechenland schaut in die Röhre

33 Kommentare zu "Ende für den Staatsrundfunk: Griechenland schaut in die Röhre"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ist schön zu sehen wie alles langsam aber sicher in der EU kaputt geht. Das kommt sicher früher oder später auch noch in Deutschland. Alle gesellschaftlichen Werte werden abgebaut um Banken und deren Führung zu retten. Auf kosten der Arbeiter ja und ab und an verlieren auch ein paar ihren Shop der als krisenfest galt. Finde es einfach köstlich zu sehen das es auch mal diese trifft. Es zeigt auch, nichts ist sicher vor diesem EU Albtraum.

  • Da kann ich auch nur zustimmen.
    Schön geschrieben.

  • Du bist selbst schuld, wenn du die 400 Euro zahlst. Ich bin Totalverweigerer für Rundfunksteuern - und das bisher mit Erfolg. Nur wenn alle die Zahlungen konsequent einstellen, wird das System zu zerstören sein. Vor mir bekommen die Geld nur über meine Leiche. Lieber lasse ich mich von der Polizei erschießen, als das ich Geld für den Rundfunk zahle, das zum Teil in die Taschen von Fußballspielern fließt!

  • Die Schließung des Staatsrundfunkes ist auch in der BRD längst überfällig! Weder wir noch die Griechen brauchen von der Allgemeinheit finanzierte Gehirnwäsche!

  • Den öffentlichen Medienbereich einfach abzuschalten als wäre er pleite ist erstmal richtig.
    Daraus kann ein neuer unabhängiger Rundfunk entstehen.
    Jedoch will jede Partei dann auch ihre Posten. Jeder natürlich unabhängig.

    Bei uns in D sollten wir das selbe machen.
    Dann von oben her mit unabhängigen Menschen eine neue Organisatzion aufbauen. Weniger Sender, weniger Geld für die Sendungen und konzentrieren auf freie Journalisten.
    Damit meine ich Journalisten bekommen ein Entgeld und können dann selber das Thema bestimmen.

  • Warum will man eigentlich keine Decoder statt Zwangsfernsehen. Durch Zwang schafft man sich keine Freunde. Fast 400 Euro Netto gehen mir im Jahr für diesem Müll verloren. Oder ich muss 400 Euro Brutto verdienen um Netto diesen Mist zu finanzieren. Freunde wird man sich damit nicht schaffen. Dieses Geld fehlt mir an anderer Stelle. Ich werde meine Spenden um diesen Betrag reduzieren. Sollte Herr Pilawa oder Typen wie Jauch und Gottschalk mit einem Platten am Strassenrand stehen werde ich kräftig Gas geben und hoffen dass sie lange auf Hilfe warten müssen.

  • Die aktuellen Vorgänge sind sinnbildlich für die folgenden Szenarien in der nahen Zukunft im Rest Europas. Die Staatspropaganda hält die Masse bis zum Ende dumm und am Ende, wenn alles bankrott und offensichtlich ist, sind die "Journalisten" dran.

  • 100% Zustimmung!!!

  • Durch Raub finanzierte staatliche Propagandamaschine abgestellt. Das ist die beste Meldung seit Jahren für die Griechen.
    Ach wäre das schön, wenn man es auf Deutschland anwenden könnte.

  • Aber was wenn Samaras die Sache nicht durchs Parlament bringt? Was dann? Dann geht der Sender wieder auf Sendung,das war´s.

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