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Ende für den Staatsrundfunk Griechenland schaut in die Röhre

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Neuer Sender soll kleiner, moderner und unabhängig sein

Die Belegschaft wehrt sich gegen die Schließung: Hunderte Mitarbeiter halten seit Dienstagabend das ERT-Funkhaus im Athener Stadtteil Agia Paraskevi besetzt. Nachdem die Sender in der Nacht zu Mittwoch abgeschaltet wurden, senden die Redakteure aus einem besetzten Studio ein Live-Programm über das Internet.

Die Regierung forderte die Besetzer auf, das Gebäude zu verlassen. Andernfalls werde es von der Polizei geräumt. Die griechische Journalistengewerkschaft rief zu einem Solidaritätsstreik auf. Am Mittwoch gab es deshalb auch bei den Privatsendern keine Nachrichten- und Informationssendungen.

„Die Regierung hat entschieden, ERT zu schließen“ sagte Regierungssprecher Simos Kedikoglou am Dienstagnachmittag im TV-Sender NET, dem Informationskanal des Staatsfernsehens, „die Sendungen werden heute um Mitternacht eingestellt“. An die Stelle von ERT soll „ein moderner, öffentlicher, nicht vom Staat oder politischen Parteien kontrollierter Radio- und TV-Sender treten“, kündigte Kedikoglu an.

Die neue Anstalt wird nur rund 1000 Beschäftigte haben, die Rundfunkgebühren sollen um ein Drittel gesenkt werden. Zu einer Zeit, da überall gespart werden müsse und das griechische Volk große Opfer bringe, dürfe es „keine heiligen Kühe“ geben sagte der Regierungssprecher – zumal ERT „ein Beispiel einzigartiger Intransparenz und unglaublicher Verschwendung“ sei

290 Millionen Euro zahlen die Griechen im Jahr für den Staatfunk, die Zwangsgebühren werden mit der Stromrechnung eingezogen. Hinzu kommen Zuschüsse aus dem Staatshaushalt und Werbeeinnahmen. Der Sender verschlinge bis zu siebenmal so viel Geld wie andere öffentlich-rechtliche Anstalten in Europa.

Bis Ende der 1980er Jahre hatte der Staatsfunk ein Monopol in Griechenland. Das änderte sich erst, als der konservative Athener Bürgermeister Miltiades Evert 1988 ein Kommunalradio startete. Damit war der Bann gebrochen. Seit Anfang der 1990er Jahre gingen in Griechenland Hunderte private Radio- und TV-Stationen auf Sendung.

Heute gibt es fünf landesweite private TV-Sender. Die Staatsanstalt ERT führte mit ihren drei überregionalen TV-Programmen, sieben landesweiten und 19 regionalen Radiosendern sowie drei Orchestern mehr und mehr ein Schattendasein. Die meisten Sendungen hatten so wenig Publikum, dass die Quote kaum noch messbar war.

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33 Kommentare zu "Ende für den Staatsrundfunk: Griechenland schaut in die Röhre"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ist schön zu sehen wie alles langsam aber sicher in der EU kaputt geht. Das kommt sicher früher oder später auch noch in Deutschland. Alle gesellschaftlichen Werte werden abgebaut um Banken und deren Führung zu retten. Auf kosten der Arbeiter ja und ab und an verlieren auch ein paar ihren Shop der als krisenfest galt. Finde es einfach köstlich zu sehen das es auch mal diese trifft. Es zeigt auch, nichts ist sicher vor diesem EU Albtraum.

  • Da kann ich auch nur zustimmen.
    Schön geschrieben.

  • Du bist selbst schuld, wenn du die 400 Euro zahlst. Ich bin Totalverweigerer für Rundfunksteuern - und das bisher mit Erfolg. Nur wenn alle die Zahlungen konsequent einstellen, wird das System zu zerstören sein. Vor mir bekommen die Geld nur über meine Leiche. Lieber lasse ich mich von der Polizei erschießen, als das ich Geld für den Rundfunk zahle, das zum Teil in die Taschen von Fußballspielern fließt!

  • Die Schließung des Staatsrundfunkes ist auch in der BRD längst überfällig! Weder wir noch die Griechen brauchen von der Allgemeinheit finanzierte Gehirnwäsche!

  • Den öffentlichen Medienbereich einfach abzuschalten als wäre er pleite ist erstmal richtig.
    Daraus kann ein neuer unabhängiger Rundfunk entstehen.
    Jedoch will jede Partei dann auch ihre Posten. Jeder natürlich unabhängig.

    Bei uns in D sollten wir das selbe machen.
    Dann von oben her mit unabhängigen Menschen eine neue Organisatzion aufbauen. Weniger Sender, weniger Geld für die Sendungen und konzentrieren auf freie Journalisten.
    Damit meine ich Journalisten bekommen ein Entgeld und können dann selber das Thema bestimmen.

  • Warum will man eigentlich keine Decoder statt Zwangsfernsehen. Durch Zwang schafft man sich keine Freunde. Fast 400 Euro Netto gehen mir im Jahr für diesem Müll verloren. Oder ich muss 400 Euro Brutto verdienen um Netto diesen Mist zu finanzieren. Freunde wird man sich damit nicht schaffen. Dieses Geld fehlt mir an anderer Stelle. Ich werde meine Spenden um diesen Betrag reduzieren. Sollte Herr Pilawa oder Typen wie Jauch und Gottschalk mit einem Platten am Strassenrand stehen werde ich kräftig Gas geben und hoffen dass sie lange auf Hilfe warten müssen.

  • Die aktuellen Vorgänge sind sinnbildlich für die folgenden Szenarien in der nahen Zukunft im Rest Europas. Die Staatspropaganda hält die Masse bis zum Ende dumm und am Ende, wenn alles bankrott und offensichtlich ist, sind die "Journalisten" dran.

  • 100% Zustimmung!!!

  • Durch Raub finanzierte staatliche Propagandamaschine abgestellt. Das ist die beste Meldung seit Jahren für die Griechen.
    Ach wäre das schön, wenn man es auf Deutschland anwenden könnte.

  • Aber was wenn Samaras die Sache nicht durchs Parlament bringt? Was dann? Dann geht der Sender wieder auf Sendung,das war´s.

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