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Endstation Venezuela? Diskussion um Asyl für „US-Verräter“ Snowden

Gezerre um den Agenten: Russland will Snowden loswerden, Venezuela bietet sich als Asylland an. Allerdings sitzt der US-Ex-Geheimdienstler ohne gültigen Pass in Moskau. Experten halten eine Flucht für schwierig - aber möglich.
09.07.2013 - 16:10 Uhr 5 Kommentare
Whistleblower Edward Snowden könnte Asyl in Venezuela erhalten. Quelle: dpa

Whistleblower Edward Snowden könnte Asyl in Venezuela erhalten.

(Foto: dpa)

Moskau „Letzte Chance“ für Edward Snowden: Im Spionagethriller um den nach Moskau geflohenen US-Informanten sieht Russland die Stunde der Entscheidung gekommen. „Venezuelas Asyl-Angebot ist Snowdens wohl einzige Möglichkeit“, meint der einflussreiche Außenpolitiker Alexej Puschkow im Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Russland wird das Tauziehen um den von den USA als „Verräter“ gesuchten Snowden zunehmend lästig. Seit mehr als zwei Wochen soll er sich im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo versteckt haben. „Je schneller Snowden sein Reiseziel wählt, umso besser für ihn und Russland“, hatte auch Kremlchef Wladimir Putin gedrängt.

Seit die USA den Reisepass annulliert haben, besitzt Snowden keine gültigen Dokumente - auch ein russisches Visum hat er nicht. „Venezuela könnte einen Flüchtlingsausweis ausstellen und ihm zukommen lassen“, meint die russische Menschenrechtlerin Ljudmila Alexejewa.

Furcht vor einer Konfrontation mit den USA zeigt das ölreiche Land nicht. Die linksgerichtete Regierung in Caracas sieht die Dominanz Washingtons auf dem Kontinent äußerst kritisch.

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    Snowden könne aus humanitären Gründen mit einer positiven Entscheidung auf einen Asylantrag rechnen, betont Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro. Er hatte sich offenbar bei einem Aufenthalt in Moskau vor wenigen Tagen für das Schicksal des „Whistleblowers“ erwärmt. Der 30-Jährige müsse sich bloß entscheiden, wann er nach Caracas fliege, meinte der Präsident.

    Leichter gesagt als getan: Von Moskau existiert keine Direktverbindung nach Caracas. Immer wieder war spekuliert geworden, Snowden könne von Russland mit Zwischenstopp auf Kuba nach Venezuela fliegen. Einmal soll sogar bereits ein Ticket nach Havanna auf seinen Namen gebucht worden sein, Fensterplatz 17A blieb aber leer - zum Bedauern von zwei Dutzend mitreisenden Journalisten.

    Für Snowden sei ein Flug nach Kuba jedoch „extrem riskant“, warnt das russische Magazin „The New Times“. Es bestehe die Gefahr, dass die USA die Maschine zum Landen zwängen. Dagegen versicherte US-Präsident Barack Obama vor zwei Wochen, dass er keine Abfangjäger aufsteigen lassen werde, um einen Hacker zu kriegen.

    US-Regierung übt Druck aus
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    5 Kommentare zu "Endstation Venezuela?: Diskussion um Asyl für „US-Verräter“ Snowden"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @K.West
      ".... die uns alle mehr oder weniger überrascht hat."
      Na, wenn das jemand ueberrascht hat, oder wenn die Dimensionen groesser waren als jemals gedacht, wie ich an anderer Stelle gelesen habe, dann wundert mich nichts, aber auch gar nichts mehr, dass die Regierungskasten in USA, in Europa und ganz besonders in Deutschland mit den Buergern machen koennen was sie wollen, ohne auf irgendwelche vernehmbaren Reaktionen zu stossen!
      Galaubt ihr nur weiter, was euch die Medien alles servieren! Alle Hirngewaschen, ohne Rueckstaende!

    • Der Mann heißt Edgar Snowden (ES) und ihm gehört bereits der Respekt, sich mit der größten Weltmacht - obwohl er stolz ist ein Amerikaner zu sein ( vielleicht auch gerade deshalb, da es typisch für Amerika ist ) - angelegt zu haben.

      Er ging seinen Weg konsequent, nachdem er merkte, wohin die Entwicklung geht, die uns alle mehr oder weniger überrascht hat. Im Grunde geht es aber nicht um Edgar Snowden, sondern um das, was ES vermitteln wollte und zum Glück bereits angestoßen hat.

      Während er in einem nicht demokratischen Land möglicherweise untertauchen kann und etwas sicherer ist (http://www.spiegel.de/politik/ausland/venezuela-warum-die-snowden-affaere-maduro-nuetzen-koennte-a-910229.html) wird in unserer Welt diskutiert über den Code der Freiheit und Überwachung (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/big-data-und-nsa-am-luegendetektor-12276531.html), über die Freiheit der NSA in Deutschland (http://www.sueddeutsche.de/politik/historiker-foschepoth-ueber-us-ueberwachung-die-nsa-darf-in-deutschland-alles-machen-1.1717216), um Vorratsdatenspeicherung gerichtlich gestritten. Ein Wettkampf von Wirtschaftsinteressen und Datenschutz (http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-07/freihandelsabkommen-usa), sog. "Kryptopartys" (http://www.piratenpartei.de/2013/07/09/digitale-selbstverteidigung-piraten-informieren-mit-kryptopartys-deutschlandweit/)und erste Anzeichen von Sensibilisierung mit den Umgang von Daten beginnen:

      Wie surfe ich sicherer?
      http://www.wz-newsline.de/home/multimedia/specials/teststrecke-der-technik-ratgeber/privater-surfen-so-schuetzen-sie-ihre-privatsphaere-im-internet-1.1366420

      Am Ende ist ein Stück informelle Selbstbestimmung, Privatsphäre und Wirtschaftsspionage "sicherer" geworden. Der Wettkampf von "gut und Böse" wird jedoch immer fortschreiten, ebenso wie die Technik der Cyberkrimininalität.

      Nichts ist sicher - weder Edgar Snowden noch das Streben nach Sicherheit. Sicher ist aber eines:

      Sicherheit braucht Freiheit.




    • Können die das nicht alles mal ein bißchen leiser abwickeln?
      So kommt der da nie weg.
      So ein öffentliches Getöse in so einr Sache, ist völlig daneben.
      Das müßten die Russen doch wissen

    • Seit die USA den Reisepass annulliert haben, besitzt Snowden keine gültigen Dokumente.
      ------
      Dann liegt es an den USA,dies aus humanistischen
      Gründen,wieder rückgängig zu machen.
      Die 855.000 mitwirkenden Beamten,des NSA einschließlich
      55.000 Millitärangehörige,plus der IT Spezialisten,
      müßen doch morgens noch in den Spiegel gucken..
      aber Hauptsache Arbeit,denkt sich die Masse.
      Hat sie übrigens bei Hitler auch gedacht,nach
      Bankencrash im Amiland und Versailles durch
      Frankreich.


    • Schrecklich!

      Was für ein Hickack um den Mann, der uns endlich komplett die Augen geöffnet hat. Vermutet ja, aber nicht in solchen Dimensionen, niemals!

      Jetzt geht ein Geschacher um diesen jungen Mann durch die Weltengemeinschaft, dass es schlimmer nicht mehr geht.

      In der Steinzeit kann es auch nicht schlimmer gewesen sein!
      Neandertaler lässt grüssen!

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